Ökonomen drängen Indonesien zu höherwertigen Palmöl-Exporten
Ökonomen sagten der staatlichen Nachrichtenagentur ANTARA, dass Indonesiens starke Abhängigkeit von Rohpalmöl-Exporten ein wachsendes Wettbewerbsrisiko sei, und forderten einen Wechsel zu höherwertigen Derivaten. Palmöl und seine Produkte erzielten 2025 einen Handelsüberschuss von rund 43,23 Milliarden US-Dollar.
Ökonomen warnen vor Abhängigkeit von Rohpalmöl
Indonesien sollte seine Palmöl-Exporte auf höherwertige nachgelagerte Produkte ausrichten, um die Anfälligkeit für Preisschwankungen bei Rohstoffen und strengere Handelsstandards zu verringern, sagten Ökonomen der staatlichen Nachrichtenagentur ANTARA. Das Portal suara.com bezeichnete die starke Abhängigkeit des Landes von Rohpalmöl (CPO) als erhebliches Risiko für die Wettbewerbsfähigkeit.
Isnawati Hidayah, Forscherin am Center of Economic and Law Studies (Celios), sagte, Indonesien könne sich nicht allein auf seinen Status als weltgrößter Palmölproduzent verlassen. Die künftige Exportwettbewerbsfähigkeit, so sagte sie ANTARA, werde zunehmend von der Fähigkeit bestimmt, Standards für Nachhaltigkeit, Rückverfolgbarkeit und niedrige Emissionen zu erfüllen. "Indonesien muss vom Export von Zwischenprodukten hin zu nachgelagerten Produkten mit höherer Wertschöpfung und höherem Technologiegehalt übergehen, damit es nicht weiter von den Schwankungen der Preise für Primärrohstoffe abhängig bleibt", sagte sie.
Das Argument für Derivate
Esther Sri Astuti, Geschäftsführerin des Institute for Development of Economics and Finance (Indef), sagte, Produktdifferenzierung sei zentral für die Wettbewerbsfähigkeit, damit Indonesien nicht nur Rohpalmöl exportiere. Sie nannte höherwertige Produkte wie Biodiesel, Seife, Waschmittel, Schmierstoffe, Kosmetika und Oleochemikalien. Exporteure müssten zudem sicherstellen, dass die Waren internationale Qualitätsstandards und die Vorschriften jedes Zielmarktes erfüllen. Laut Esther stellen Märkte wie Europa strengere Nachhaltigkeitsanforderungen, während Pakistan und Indien potenzielle Märkte für indonesische Palmprodukte bleiben.
Die Regierung weitet die Zertifizierung Indonesian Sustainable Palm Oil (ISPO) auf den nachgelagerten Sektor aus, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Esther forderte zudem eine breitere Nutzung von Business-to-Business-Plattformen und die Teilnahme an internationalen Handelsmessen, um neue Käufer zu finden.
Handelsüberschuss und die Zahlen
Das Industrieministerium verzeichnete 2025 Exporte von Palmöl und Derivaten in Höhe von rund 44,65 Milliarden US-Dollar bei Importen von etwa 1,42 Milliarden US-Dollar, was einen Handelsüberschuss von rund 43,23 Milliarden US-Dollar oder etwa 782,46 Billionen Rupiah ergab. Die Branche bleibt eine der größten Quellen für Exporteinnahmen des Landes. Zudem gab die Quarantänebehörde von Lampung den Export von 14.000 Tonnen Palmkernexpeller (PKE) nach Neuseeland im Wert von rund 20 Milliarden Rupiah frei, nachdem die Lieferung die sanitären und phytosanitären Anforderungen erfüllt hatte.
Inländische Risiken für den Überschuss
Eliza Mardian, Forscherin am Center of Reform on Economics (CORE) Indonesia, sagte, mehr Wettbewerbsfähigkeit erfordere auch ein effizienteres Handelssystem. Kurzfristig solle die Regierung die Exportförderung stärken und Anreize für die Verarbeitung von Palm-Nebenprodukten bieten; langfristig brauche es Investitionen in ein nationales digitales Rückverfolgbarkeitssystem sowie in Forschung und Entwicklung für hochwertige Derivate. "Die Weiterverarbeitung darf nicht nur ein größeres Volumen an verarbeiteten Waren erzeugen, sondern muss auch die Wertschöpfung und die Exportmargen Indonesiens erhöhen", sagte sie.
Eliza verwies auf anhaltende Herausforderungen: geringe Produktivität auf Kleinbauernplantagen, hohe Kosten für Zertifizierung und Rückverfolgbarkeit sowie steigenden Inlandsverbrauch für das Biodieselprogramm, der den Exportüberschuss verringern könnte. Die Stärkung von Quarantäne, Zertifizierung und Rückverfolgbarkeit sei entscheidend für das Vertrauen der internationalen Märkte; die Nachhaltigkeitszertifizierung könne zudem als handelsdiplomatisches Instrument dienen.