Indonesien mobilisiert Chili-Lieferungen bei Preisen von Rp90.050 je Kilogramm
Indonesien will Vogelaugenchilis aus Überschussregionen in unterversorgte Märkte bringen, nachdem rote Vogelaugenchilis Rp90.050 je Kilogramm erreichten. Extreme Hitze, Wassermangel, Schädlinge und geringere Anpflanzungen beeinträchtigen die Erzeugung, die im September dennoch auf rund 119.000 Tonnen geschätzt wird.
Hitze und Wassermangel beeinträchtigen die Chili-Erzeugung
Indonesiens nationale Lebensmittelbehörde Bapanas und das Landwirtschaftsministerium bereiten den Transport von Vogelaugenchilis aus Überschussgebieten in unterversorgte Märkte vor. Die Maßnahme folgt auf einen kräftigen Anstieg der Verbraucherpreise. Rote Vogelaugenchilis erreichten laut dem von der Bank Indonesia verwalteten nationalen Informationszentrum für strategische Lebensmittelpreise PIHPS Rp90.050 je Kilogramm.
Die von Pos Metro Padang und detikFinance zitierten PIHPS-Daten bezifferten den Preis für große rote Chilis auf Rp54.200 je Kilogramm, für gekräuselte rote Chilis auf Rp62.950, für grüne Vogelaugenchilis auf Rp64.700 und für rote Vogelaugenchilis auf Rp90.050. Nach Angaben von detikFinance verzeichneten gekräuselte rote Chilis mit 9 % den stärksten prozentualen Anstieg, während rote Vogelaugenchilis um 7,2 % zulegten.
Branchenverbände führen den Anstieg vor allem auf extreme Hitze und erschöpfte Wasservorräte zurück. Tunov Mondro Atmojo, Vorsitzender des indonesischen Verbands Champion Chili, sagte detikFinance, die höheren Preise seien für die Erzeuger bereits seit Mitte August spürbar. Wassermangel führt zum Abwurf der Blüten und verhindert das Anwachsen von Setzlingen, sodass die Landwirte auf bereits tragende Pflanzen angewiesen sind.
Angebotsdruck könnte bis Ende Oktober anhalten
Abdul Hamid, Vorsitzender des indonesischen Chili-Agrarwirtschaftsverbands, erklärte, in ostjavanischen Anbaugebieten wie Jombang, Kediri und Blitar werde weiterhin geerntet, die Mengen seien jedoch sehr gering. Er erwartet, dass die wetterbedingten Störungen die Erntemengen bis Oktober belasten und sich das Angebot möglicherweise im November wieder normalisiert.
Die Knappheit zeigt sich entlang der gesamten inländischen Lieferkette. Abdul bezifferte die aktuellen Erzeugerpreise auf Rp53.000-Rp65.000 je Kilogramm. Auf den Großmärkten steigen sie auf Rp70.000-Rp75.000 und im Einzelhandel auf Rp90.000-Rp95.000. Bei einer Koordinierungssitzung von Bapanas mit Chili-Bauern am 26. August wurden zudem die anhaltende Trockenheit, Thripse, Weiße Fliegen und der Wechsel der Landwirte zu anderen Kulturen als Ursachen der Preisschwankungen genannt.
Regierung reaktiviert die Verteilungshilfe
Bapanas will gemeinsam mit Betrieben aus dem Champion-Chili-Netzwerk des Landwirtschaftsministeriums das Programm zur Förderung der Lebensmittelverteilung FDP einsetzen. Es verbindet Überschussgebiete mit niedrigeren Preisen, darunter Regionen außerhalb Javas, mit Märkten, in denen Chilis deutlich teurer sind. I Gusti Ketut Astawa, stellvertretender Bapanas-Leiter für Lebensmittelverfügbarkeit und -stabilisierung, nannte Kediri als einen Markt, der eine schnelle Reaktion erfordert.
Im ersten Quartal 2026 transportierte das FDP 5.590 Kilogramm Vogelaugenchilis aus Enrekang in Südsulawesi. Davon gingen 3.150 Kilogramm an den Großmarkt Kramat Jati in Jakarta, 1.140 Kilogramm nach Zentral-Lombok und 1.300 Kilogramm nach Ost-Lombok. Laut Bapanas trug die Verteilung dazu bei, die Inflation bei stark schwankenden Lebensmitteln im April zu dämpfen. Vogelaugenchilis gehörten nach Ramadan und Eid al-Fitr zu den Produkten, die zur Deflation beitrugen.
September-Produktion schafft einen Angebotspuffer
Das Landwirtschaftsministerium geht davon aus, dass die nationale Erzeugung von Vogelaugenchilis bis zum Jahresende ausreichen wird. Sudi Mardianto, Direktor für Gemüse und Heilpflanzen im Ministerium, schätzte die September-Produktion auf rund 119.000 Tonnen. Im ostjavanischen Banyuwangi stehen rund 1.486 Hektar Chili-Kulturen, während Sampang etwa 1.691 Hektar aufweist und die dortige Produktion auf rund 5.000 Tonnen zu steigen beginnt.
Weitere Anbauzentren auf Java sind Temanggung, Brebes und Magelang. Ein großer Teil der Pflanzen befindet sich dort allerdings noch in einem frühen Wachstumsstadium, weshalb die derzeitige Erzeugung relativ gering ist. Das Ministerium erwartet, dass höhere Ernten aus diesen Gebieten Preisanstiege vor Weihnachten und Neujahr 2026/2027 begrenzen. Staatliche Hilfen in Form von Bohrbrunnen und Bewässerungsleitungen erreichen inzwischen ebenfalls die Anbauzentren, kamen nach Einschätzung des Champion-Chili-Verbands jedoch spät. Entscheidend wird sein, ob der Wasserzugang neue Pflanzungen ermöglicht und die umverteilten Mengen ausreichen, um die erhebliche Differenz zwischen Erzeuger- und Einzelhandelspreisen zu verringern.