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Indonesiens Maniokverband plant Anbau in Yogyakarta für das E20-Ziel 2028

Die Indonesian Cassava Society wirbt für einen industriellen Ausbau des Maniokanbaus in Yogyakarta, um Rohstoff für Indonesiens geplante E20-Beimischung im Jahr 2028 bereitzustellen. Voraussetzung sind Verarbeitungskapazitäten sowie garantierte Märkte und Preise für Landwirte, die derzeit teils nur rund Rp1.000 je Kilogramm erzielen.

Indonesiens Maniokverband plant Anbau in Yogyakarta für das E20-Ziel 2028

Maniok als Rohstoff für E20 vorgeschlagen

Die Indonesian Cassava Society, kurz MSI, setzt sich für einen Ausbau des Maniokanbaus in der Sonderregion Yogyakarta, DIY, ein. Hintergrund sind Indonesiens Pläne, den Bioethanolanteil im Benzin zu erhöhen. Nach Angaben von Harian Jogja strebt die Regierung für 2027 eine Beimischung von 10% Bioethanol, also E10, und für 2028 E20 an. Derzeit liegt der Einsatz erst bei E5.

MSI-Vorsitzender Arifin Lambaga erklärte, zur Erfüllung des E20-Ziels würden jährlich rund 3 Millionen Kiloliter Bioethanol benötigt. Käme der gesamte Rohstoff aus Maniok, bräuchte die Industrie etwa 21 Millionen Tonnen der Kultur pro Jahr. Bei einem Durchschnittsertrag von 25 Tonnen je Hektar wären dafür Hunderttausende Hektar Anbaufläche sowie rund 28 Bioethanolfabriken erforderlich.

Yogyakarta verfügt über eine bestehende Anbaubasis

Maniok muss nicht der einzige Rohstoff sein. Arifin verwies darauf, dass Bioethanol auch aus Zuckerrohr und Mais hergestellt werden kann. Die Berechnung verdeutlicht dennoch den Umfang der landwirtschaftlichen Produktion und der Industrieinvestitionen, falls Maniok eine größere Rolle im Beimischungsprogramm übernimmt.

MSI wählte Yogyakarta für die geplante Expansion, weil der Maniokanbau in der Region seit Langem etabliert ist. Die zentrale Lage auf Java könnte zudem die Verteilung von Bioethanol erleichtern, falls eine lokale Produktion aufgebaut wird. Ziel ist es, die landwirtschaftliche Erzeugung an industrielle Anforderungen anzupassen und Maniok nicht allein als traditionelles Nahrungsmittel zu behandeln.

Die regionale Behörde für Landwirtschaft und Ernährungssicherheit, DPKP DIY, prüft noch, ob bestimmte Manioksorten für die Bioethanolproduktion in kleinem Maßstab getestet werden sollen. Ein Standort wurde bislang nicht festgelegt; die Pläne müssen nach Angaben der Behörde mit den örtlichen Gemeinden besprochen werden. Behördenleiter Eko Aris Nugroho bezeichnete Maniok als eine Option für Gunungkidul, wo die begrenzte Wasserverfügbarkeit den Anbau anderer Kulturen erschweren kann.

Erzeugerpreise und Fabrikinvestitionen bleiben offen

Die Wirtschaftlichkeit für Landwirte ist eine zentrale Voraussetzung. Eko zufolge erwarten die Erzeuger Maniokpreise von Rp3.000 bis Rp5.000 je Kilogramm, während manche Ware derzeit nur mit rund Rp1.000 je Kilogramm bewertet wird. Jede Verarbeitungsanlage müsse den Anbauern sowohl einen sicheren Absatz als auch verlässliche Preise bieten.

Die Rohstoffplanung erfolgt zudem zu einem Zeitpunkt, an dem die Agrarpolitik der Zentralregierung laut Eko auf Reis und Zuckerrohr statt auf Maniok ausgerichtet ist. Daraus ergibt sich ein zeitliches Problem: Landwirte benötigen glaubwürdige Nachfrage, bevor sie ihre Flächen ausweiten, während Verarbeiter verlässliche Mengen brauchen, bevor sie Kapital in neue Anlagen investieren.

Arifin schätzt, dass E10 und E20 bei Weltölpreisen von etwa 70–100 $ je Barrel wirtschaftlich sein können. Fällt der Ölpreis unter diese Spanne, könnten staatliche Subventionen erforderlich werden. Der Ausbau des Maniokanbaus in Yogyakarta hängt deshalb von mehreren verbundenen Entscheidungen ab: dem nationalen Beimischungsfahrplan, dem Rohstoffmix, Investitionen in Fabriken und Verträgen, die Landwirte vor niedrigen Preisen schützen.

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