Indonesien und Malaysia koordinieren Vorgehen gegen Benachteiligung von Palmöl
Indonesien und Malaysia wollen gemeinsam gegen einseitige Maßnahmen zulasten von Palmöl vorgehen und die Anerkennung ihrer Nachhaltigkeitsstandards ausweiten. Geplant sind gemeinsame Gespräche mit der EU und Indien; Honduras soll drittes Mitglied des CPOPC werden.
Erzeugerländer stimmen Handelspolitik ab
Indonesien und Malaysia haben vereinbart, gemeinsam stärker gegen Diskriminierung und einseitige Maßnahmen zulasten von Palmöl vorzugehen, berichtete die indonesische Nachrichtenagentur ANTARA. Die Verständigung folgte auf Gespräche in Jakarta zwischen Indonesiens koordinierendem Wirtschaftsminister Airlangga Hartarto und Malaysias Minister für Plantagen und Rohstoffe, Dato Sri Fadillah Yusof.
Die Regierungen erörterten dringende Probleme der Palmölindustrie und schlugen einen gemeinsamen Ansatz für koordinierte Maßnahmen vor. Sie wollen den Sektor schützen und zugleich den Zugang zu wichtigen Auslandsmärkten sichern. Dazu planen Indonesien und Malaysia politische Gespräche mit den großen Importländern, statt auf jede einzelne Marktmaßnahme getrennt zu reagieren.
Nachhaltigkeitsstandards im Mittelpunkt
Ein Kernelement der Strategie ist die breitere internationale Anerkennung des Indonesian Sustainable Palm Oil System, kurz ISPO, und des Malaysian Sustainable Palm Oil, MSPO. Beide Länder wollen zudem erreichen, dass ihre nationalen Systeme im Verhältnis zum Branchenstandard Roundtable on Sustainable Palm Oil, bekannt als RSPO, stärker anerkannt werden.
Für Produzenten und Exporteure ist diese Anerkennung entscheidend, weil Nachhaltigkeitsauflagen immer häufiger über die Marktzulassung bestimmen. Eine Annäherung der nationalen Zertifizierungen an die von Käufern akzeptierten Systeme könnte die Unsicherheit für Lieferanten regulierter Märkte verringern. Betroffen sind auch Kleinbauern. Sie sollen bewährte Verfahren von ISPO und MSPO übernehmen, können Dokumentations- und Compliance-Vorgaben jedoch schwerer erfüllen als große Plantagengruppen.
Gemeinsame Missionen in die EU und nach Indien
Nach der politischen Einigung der EU über ihren Vorschlag für entwaldungsfreie Rohstoffe beschlossen Indonesien und Malaysia eine gemeinsame Mission in die Europäische Union. Laut ANTARA soll die Delegation die Position der Erzeugerländer erläutern, unbeabsichtigte Folgen für die Palmölbranche verhindern und mögliche Formen der Zusammenarbeit ausloten. Auch Kleinbauern sollen teilnehmen und ihre Erfahrungen unmittelbar schildern.
Der Rat der Palmöl produzierenden Länder, CPOPC, will den Austausch mit der EU fortsetzen und ein für Erzeuger- wie Verbraucherländer tragfähiges Ergebnis erreichen. Neben dem Umweltschutz geht es um die Existenzgrundlage kleiner Betriebe. Fadillah erklärte, die Initiative diene nicht nur der Plantagenindustrie, sondern auch dem Recht der Kleinbauern, der Armut zu entkommen.
Nach der EU-Mission wollen Indonesien und Malaysia auch Indien besuchen, um mögliche Chancen zu nutzen. Indien hat ISPO und MSPO über eine gemeinsame Initiative im Rahmen des Indian Palm Oil Sustainability Framework anerkannt. Erörtert wurde außerdem die Akzeptanz des Global Framework of Principles des CPOPC für nachhaltiges Palmöl.
CPOPC bereitet Aufnahme von Honduras vor
Die beiden Regierungen sprachen zudem über eine Erweiterung des CPOPC. Airlangga zufolge wurde vereinbart, Honduras in naher Zukunft als drittes Mitglied aufzunehmen. Damit erhielte der Erzeugerverband eine breitere geografische Basis, um internationale Nachhaltigkeitsregeln mitzugestalten und Palmöl auf den Importmärkten zu verteidigen.
Airlangga übergab den CPOPC-Vorsitz für die Amtszeit 2023 offiziell an Fadillah als Vertreter Malaysias. Nach dem bilateralen Treffen nahmen Vertreter beider Länder an einem Dialog mit Akteuren der Palmölbranche teil. Kleinbauern forderten eine größere Rolle des CPOPC, damit Rohpalmöl zur Armutsbekämpfung in Indonesien und Malaysia beitragen kann. Damit verknüpfen sie Handelspolitik unmittelbar mit ländlichen Einkommen und den Kosten der Regelbefolgung.