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Indonesien stellt 49 % der asiatischen Kakaoverarbeitung, Exporte erreichen 3,6 Milliarden $

Indonesien steht für rund 49 % des asiatischen Kakaoverarbeitungsvolumens; im zweiten Quartal 2026 erreichte die Vermahlung 110.410 Tonnen. Nach einem Anstieg der Kakaoexporte auf 3,60 Milliarden $ im Jahr 2025 setzt die Regierung auf Weiterverarbeitung, Handelsabkommen und Exportförderung.

Indonesien stellt 49 % der asiatischen Kakaoverarbeitung, Exporte erreichen 3,6 Milliarden $

Indonesien baut seine Rolle in der asiatischen Kakaoverarbeitung aus

Auf Indonesien entfallen rund 49 % des asiatischen Kakaoverarbeitungsvolumens. Das festigt die Stellung des Landes als wichtiger regionaler Lieferant von Kakaohalbfabrikaten und Fertigwaren. Liputan6 zufolge erreichte die nationale Kakaovermahlung im zweiten Quartal 2026 insgesamt 110.410 Tonnen, 30,1 % mehr als die 84.844 Tonnen des ersten Quartals.

Die Gesamtproduktion verarbeiteter Kakaoerzeugnisse stieg gegenüber dem Vorquartal um 8,2 %. Die veröffentlichten Daten erklären die unterschiedlichen Wachstumsraten von Vermahlung und Verarbeitung nicht. Beide Kennzahlen zeigen jedoch eine höhere industrielle Aktivität in einem von schwankenden Weltmarktpreisen geprägten Umfeld.

Industrieminister Agus Gumiwang Kartasasmita kündigte an, die Regierung werde die Weiterverarbeitung, Qualifizierung von Arbeitskräften, Partnerschaften zwischen Bauern und Industrie, Qualitätsstandards sowie Nachhaltigkeit weiter fördern. Damit soll der Sektor über die reine Bohnenproduktion hinausgehen und mehr hochwertige Produkte nach internationalen Standards herstellen.

Exportwert verdreifacht sich in vier Jahren

Indonesiens Kakaoexporte erreichten 2025 einen Wert von 3,60 Milliarden $, dreimal so viel wie die 1,2 Milliarden $ von 2021, berichteten Tempo und Tribun Jogja. Handelsminister Budi Santoso stellte die Zahlen am 23. Juli 2026 auf der 9. Indonesia International Cocoa Conference in Yogyakarta vor.

Santoso zufolge sichert Kakao den Lebensunterhalt Hunderttausender Bauernfamilien, schafft Arbeitsplätze entlang der Wertschöpfungskette und stärkt ländliche Regionen. Indonesien soll zu einem globalen Zentrum für nachhaltige, hochwertige Premium-Kakao- und Schokoladenprodukte werden.

Die International Cocoa Organization erkennt Indonesien als Erzeuger von Edelkakao an. Die Regierung will diesen Status zusammen mit geografischen Angaben, Innovation und nachhaltiger Produktion für den Zugang zum Premiumsegment nutzen. ICCO-Exekutivdirektor Michel Arrion sagte, Indonesien habe sich von einem Erzeugerland zu einem Kakaoverarbeiter entwickelt. Eine höhere Bohnenproduktion könne dem Land zusätzliche Vorteile bringen.

Handelspolitik soll Marktzugang erweitern

Die Exportstrategie konzentriert sich auf mehr Wertschöpfung, internationale Standards, breiter gestreute Absatzmärkte und eine stärkere Nutzung von Handelsabkommen. Indonesien hat 25 Abkommen mit Partnerländern umgesetzt; zwei durchlaufen die Ratifizierung und 11 werden verhandelt.

Dazu gehört das noch zu unterzeichnende umfassende Wirtschaftspartnerschaftsabkommen zwischen Indonesien und der Europäischen Union. Mit den Vereinigten Staaten verhandelt Indonesien zudem über gegenseitige Zölle. Santoso erwartet von beiden Vereinbarungen mehr Wettbewerbsfähigkeit und einen besseren Marktzugang für indonesischen Kakao.

Das Handelsministerium unterstützt die Strategie mit 46 Vertretern in 33 Ländern. Sie sollen indonesische Produkte vermarkten, Absatzchancen identifizieren und Kontakte zwischen Exporteuren und potenziellen ausländischen Käufern vermitteln.

Verarbeiter brauchen engere Beziehungen zu Bauern

Auf der Kakaokonferenz 2026 warben Regierungsvertreter für eine Zusammenarbeit von Behörden, Bauern, Verarbeitern, Finanzinstituten, Wissenschaft und internationalen Partnern. Putu Juli Ardika, kommissarischer Generaldirektor für Agrarindustrie, nannte höhere Produktivität, breiteren Marktzugang und ein nachhaltiges, inklusives Produktionssystem als Ziele.

Auch ein für Südostasien, Australien und Neuseeland zuständiger Cargill-Manager bezeichnete Zusammenarbeit und Innovation als Voraussetzungen für die weitere Entwicklung. Das Verbraucherinteresse an Herkunft, lokaler Beschaffung, nachhaltiger Landwirtschaft sowie neuen Texturen und Geschmacksrichtungen könnte Indonesiens Rolle als Verarbeitungs- und Innovationszentrum stärken. Produzenten und Verarbeiter müssen nun den steigenden Durchsatz mit ausreichenden heimischen Bohnenmengen, gleichbleibender Qualität und Zugang zu Premiummärkten verbinden.

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