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Indonesien schließt Abschaltung der Kohleindustrie aus und treibt 100-GWp-Programm voran

Der Sonderbeauftragte des Präsidenten für Klima und Energie, Hashim Djojohadikusumo, erklärte, Indonesien werde mit der Schließung seiner Kohleindustrie keinen „wirtschaftlichen Selbstmord“ begehen, und verknüpfte Kohlestrom mit der Versorgungspflicht. In derselben Rede nannte er ein Programm über 100 GWp, einen Plan für 7 GW Kernkraft und die Fortsetzung der Biokraftstoffpolitik. Für Produzenten und Käufer bedeutet das keinen kurzfristigen Kohleausstieg.

Indonesien schließt Abschaltung der Kohleindustrie aus und treibt 100-GWp-Programm voran

Indonesien wird seine Kohleindustrie im Rahmen der Energiewende nicht abschalten. Das erklärte der Sonderbeauftragte des Präsidenten für Klima und Energie, Hashim Djojohadikusumo, am Dienstag in Jakarta und bezeichnete einen solchen Schritt als Schaden an der eigenen Wirtschaft. „Indonesien will keinen wirtschaftlichen Selbstmord begehen, indem es unsere Kohleindustrie abschaltet“, sagte er laut Katadata.co.id in einer Rede beim Indonesia International Sustainability Forum.

Hashim, ein Bruder von Präsident Prabowo Subianto, stellte die Position als Teil einer nationalen Strategie der Energieunabhängigkeit dar und nicht als Ablehnung erneuerbarer Energien. In derselben Rede verwies er auf ein Programm für nachhaltige Energie über 100 GWp, auf einen Plan für 7 GW Kernkraftkapazität sowie auf die Fortsetzung der Biokraftstoffpolitik des Landes. Die Botschaft: Kohle bleibt im System, neue Kapazitäten kommen hinzu, ersetzen sie aber nicht.

Stromzugang als zentrales Argument

Hashim sagte, als zivilisierte Nation schulde der Staat seinen Bürgern ein würdiges Leben. „Das heißt, wir müssen die Bürger mit Strom versorgen, damit sie ihre Häuser beleuchten können, damit Kinder abends lernen können und damit Kliniken und Krankenhäuser in den Dörfern Strom haben, wenn er gebraucht wird“, sagte er laut Katadata.co.id. In dieser Formulierung stehen Versorgungssicherheit und flächendeckender Zugang in der erklärten Prioritätenfolge der Regierung über dem Tempo der Dekarbonisierung.

Gleichzeitig sagte er, Indonesien sei sich der steigenden Katastrophenrisiken bewusst, von Erdbeben bis zu Taifunen, Überschwemmungen und Tsunamis. Deshalb habe die Regierung unter vielen laufenden Vorhaben ein Programm für nachhaltige Energie über 100 GWp gestartet. Das Land verfüge über reichlich nachhaltige Energiequellen wie Geothermie, Sonne und Wasserkraft, ergänzte er: „Das heißt, wir wollen uns aus der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen lösen.“

100 GWp Solar, 7 GW Kernkraft, Biokraftstoff bleibt

Die von Hashim genannten Projekte zeigen, welche Größenordnung die Regierung anstrebt und wie viel Kapital sie dafür einwerben muss:

  • Ein bereits angelaufenes Solarprogramm über 100 GWp, das Präsident Prabowo binnen drei Jahren abgeschlossen sehen will.
  • Rund 7 GW Kernkraftkapazität. Diese Größe sei nach seiner Erinnerung aus dem letzten Gespräch mit PLN-Chef Darmawan Prasodjo Teil des nationalen Energie-Masterplans, so Hashim.
  • Geothermie-, Solar- und Wasserkraftressourcen als Basis, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu senken.
  • Fortgesetzte Entwicklung von Biokraftstoffen, die die Regierung beibehält, um die Anfälligkeit der Volkswirtschaft gegenüber dem globalen Umfeld zu begrenzen.

An das Forumspublikum gerichtet, wandte sich Hashim beim Thema Solar direkt an den PLN-Chef: „Ich weiß, Sie sind hier, weil Sie darüber Bescheid wissen wollen. Herr Darmawan Prasodjo, bitte öffnen Sie ihnen die Tür, ich weiß, Sie brauchen [Partner/Investoren]“, sagte er laut Katadata.co.id. Das war eine offene Einladung an ausländische Partner und Geldgeber bei einer Veranstaltung, die genau auf dieses Publikum zielt.

Was das für Produzenten und Käufer bedeutet

Für Kohleproduzenten signalisiert die Aussage, dass das politische Risiko in Indonesien, einem der größten Kraftwerkskohle-Lieferanten der Welt, nicht in einem kurzfristigen Förderstopp liegt. Die Regierung bindet Kohlestrom an die Versorgungspflicht, womit ein abrupter Einbruch der Inlandsnachfrage während des Umbaus des Kraftwerksparks unwahrscheinlich ist. Die eigentliche Begrenzung dürfte woanders entstehen: im Tempo, mit dem neue Solar-, Geothermie-, Wasserkraft- und später Kernkraftkapazitäten die heimische Kohleverstromung verdrängen, und in der Beschaffungspolitik der Käufer in den Importmärkten.

Für Käufer und Händler ist die Reihenfolge entscheidend. Ein in drei Jahren umgesetztes Solarprogramm über 100 GWp würde den heimischen Erzeugungsmix schnell verändern; verzögert umgesetzt, bleibt der heimische Kohleverbrauch und damit die Exportverfügbarkeit weitgehend unverändert. Kernkraft mit 7 GW liegt weiter in der Zukunft: Hashim beschrieb sie als Teil des Masterplans, nicht als Projekt im Bau. Die Kontinuität bei Biokraftstoffen wirkt vor allem auf Rohstoff- und Beimischungsmärkte. Von einer Änderung der Kohleförderziele oder der Exportregeln berichtete Katadata.co.id in Hashims Rede nicht.

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