Indonesische Kaffee- und Gewürzexporteure sichern zwei Absichtserklärungen in Kasachstan
Co-Spice Unnes und Nestra Kottama Indonesia haben auf der Astana Coffee Expo 2026 zwei Absichtserklärungen mit potenziellen kasachischen Partnern erhalten. Vor dem Export müssen Produktspezifikationen, Zertifizierung, Mengen, Preise und weitere Konditionen ausgehandelt werden.
Zwei potenzielle Partner unterzeichnen Absichtserklärungen
Indonesische Kaffee- und Gewürzanbieter haben mit zwei Absichtserklärungen auf der Astana Coffee Expo 2026 einen ersten Schritt in den kasachischen Markt gemacht. Nach Angaben von IDN Times betreffen die Vereinbarungen das Kompetenzzentrum für die Nacherntebehandlung von Kaffee und Gewürzen Co-Spice an der Universitas Negeri Semarang, das mit Nestra Kottama Indonesia zusammenarbeitet. Die potenziellen kasachischen Partner sind Jibek Joly Co LPP und Navien-Turkestan.
Die Messe fand vom 3. bis 5. September 2026 im EXPO International Exhibition Center in Astana statt. Sie brachte Kaffeeunternehmen, Röstereien, Importeure, Hotel- und Gastronomiebetriebe, Rohstofflieferanten sowie potenzielle Geschäftspartner aus Kasachstan und Zentralasien zusammen. Die indonesische Botschaft in Astana unterstützte die Delegation, um Wirtschaftsdiplomatie, die Vermarktung universitärer Forschung und den Marktzugang innovativer indonesischer Produkte zu fördern.
Geschäftliche Konditionen müssen noch verhandelt werden
Die Absichtserklärungen sind noch keine abgeschlossenen Exportverträge. IDN Times zufolge umfasst die nächste Phase Gespräche über Produktspezifikationen, Standardisierung, Qualitätsprüfungen, Mengen, Preise, Verpackung und Zertifizierung. Erst danach können verbindliche Verträge und Lieferungen folgen. Angaben zum möglichen Auftragswert, zum Exportvolumen oder zum Lieferplan wurden nicht veröffentlicht.
Co-Spice nutzte die Messe sowohl zur Geschäftsanbahnung als auch als Markttest. Besucher bewerteten Wellnessgetränke auf Kaffee- und Gewürzbasis nach Geschmack, Aroma, Farbe, Bitterkeit, Süße und allgemeiner Akzeptanz. Die Co-Spice-Leiterin Eka Yuli Astuti erklärte, die Ergebnisse sollten Anpassungen bei Rezepturen, Geschmacksprofilen, Verpackung, Positionierung und Vermarktung ermöglichen, bevor die Produkte breiter in Eurasien angeboten werden. Der Prozess verbindet universitäre Forschung und Produktentwicklung mit Marktvalidierung und Kommerzialisierung.
Kasachstan bietet einen Weg in eine größere Region
Kasachstan gehört neben Russland, Belarus, Armenien und Kirgisistan zu den fünf Mitgliedern der Eurasischen Wirtschaftsunion. Dadurch erhalten die geplanten Partnerschaften eine größere strategische Bedeutung, doch die Absichtserklärungen garantieren keinen Zugang zu den übrigen Märkten. Eine Expansion hängt von der Einhaltung regulatorischer Vorgaben, der Logistik, wettbewerbsfähigen Preisen und der Nachfrage außerhalb der ersten kasachischen Käufer ab.
Die Delegation präsentierte außerdem die digitale Galerie Virtual Indonesian Spices, die unter Beteiligung von Co-Spice, Nestra Indonesia, Politeknik Sains Seni Rekakreasi und dem indonesischen Industrieministerium entwickelt wurde. Sie stellte rund 100 indonesische Gewürze virtuell dar und präsentierte sie nicht nur als Rohstoffe, sondern auch als Träger biologischer Vielfalt, kulinarischen Wissens und produktbezogener Innovation. Co-Spice und Nestra Kottama Indonesia wollen zudem die Plattform Indonesia Coffee & Spices Wellness Innovation entwickeln, die Forschung, Produktinnovation, nachhaltige Landwirtschaft, Wellness, Gastronomie und internationalen Handel verbindet.
Für indonesische Erzeuger und Verarbeiter liegt die unmittelbare Chance im Verkauf höherwertiger Produkte, die Nachernteverfahren, Markenbildung und eine marktspezifische Gestaltung kombinieren. Die beiden möglichen Geschäfte befinden sich weiterhin in einem frühen Stadium. Die Verhandlungen werden zeigen, ob sich die in Astana erhobenen Verbrauchermeinungen in Spezifikationen, Preise und Liefermengen übersetzen lassen, die für kasachische Käufer tragfähig sind.