Indonesien drängt auf besseren Marktzugang für Palmöl in Indien
Indonesien fordert von Indien einen breiteren Marktzugang für Palmöl und weitere wichtige Waren. Beide Regierungen wollen die AITIGA-Überprüfung vorantreiben, ein bilaterales Präferenzabkommen prüfen und ein Forum zu nichttarifären Handelshemmnissen reaktivieren.
Palmöl im Mittelpunkt der Gespräche in Jaipur
Indonesien drängt auf einen breiteren Zugang zum indischen Palmölmarkt, während beide Länder ihre Handels- und Investitionsbeziehungen vertiefen wollen. Handelsminister Budi Santoso sprach das Thema am 7. August bei bilateralen Gesprächen mit Indiens Handels- und Industrieminister Piyush Goyal in Jaipur an, wie Jambi Ekspres berichtete.
Das Treffen fand am Rande des BRICS-Handelsministertreffens statt. Indonesien erklärte einen besseren Zugang für seine wichtigsten Exportwaren zur Priorität. Palmöl und Kohle wurden als tragende Säulen der indonesischen Ausfuhren nach Indien genannt. Indien ist für Indonesien der drittgrößte Absatzmarkt für Exporte außerhalb des Öl- und Gassektors. Der dauerhafte Zugang zu diesem Markt besitzt daher erhebliche wirtschaftliche Bedeutung für Produzenten und Exporteure.
AITIGA-Überprüfung zielt auf 80 % Liberalisierung
Die Gespräche verknüpften die unmittelbaren Rohstofffragen mit der Überprüfung des Warenhandelsabkommens zwischen ASEAN und Indien, kurz AITIGA. Indonesien unterstützt einen Abschluss der Überprüfung in diesem Jahr und strebt eine Liberalisierung des Marktzugangs von 80 % an, berichtete Jambi Ekspres.
Santoso bekräftigte Indonesiens Absicht, den Handel mit Indien sowohl bilateral als auch im Rahmen ASEAN–Indien auszubauen. Er sprach sich für offenere, einfachere und für beide Seiten vorteilhafte Handelsbedingungen aus, die den gegenseitigen Handel und die Investitionen steigern sollen.
Vor einer Zustimmung zu Zollsenkungen führt Indonesien weitere Konsultationen mit heimischen Unternehmen. Santoso erklärte, die Regierung benötige Zeit für intensive Gespräche mit den betroffenen Akteuren im Inland, damit das Verhandlungsergebnis den Unternehmen den größtmöglichen Nutzen bringe. Jakarta verlangt damit zusätzliche Chancen in Indien, prüft aber zugleich die Folgen umfassender Zollverpflichtungen für die eigene Wirtschaft.
Bilaterales Abkommen vorgeschlagen
Indonesien hat außerdem ein Präferenzhandelsabkommen zwischen Indonesien und Indien vorgeschlagen, das ID–IN PTA. Die bilaterale Vereinbarung soll AITIGA ergänzen und den Verkehr von Exportwaren zwischen beiden Ländern erleichtern. Laut Jambi Ekspres reagierte die indische Regierung positiv auf den Vorschlag.
Goyal regte an, technische Beratungen über das ID–IN PTA sowie ein Treffen von Wirtschaftsdelegationen aufzunehmen, sobald die AITIGA-Überprüfung deutliche Fortschritte erzielt hat. Indien bot zudem technische Online-Treffen an, um die Umsetzung der Handelskooperation zu beschleunigen.
Nichttarifäre Hemmnisse auf der Tagesordnung
Beide Minister vereinbarten, die Arbeitsgruppe für Handel und Investitionen wiederzubeleben. Das Forum soll nichttarifäre Handelshemmnisse bearbeiten und einen ausgewogenen Ausbau des Marktzugangs fördern. Unternehmen und Behörden erhalten damit einen Kanal, um Hindernisse zu behandeln, die auch nach Fortschritten bei den Zollverhandlungen bestehen bleiben können.
Für Indonesiens Palmölbranche geht es vorerst darum, den Zugang zu einem wichtigen Absatzmarkt zu sichern und auszubauen, nicht um bereits beschlossene Zugeständnisse. Das Liberalisierungsziel von 80 %, das vorgeschlagene bilaterale Abkommen und die reaktivierte Arbeitsgruppe bilden drei Verhandlungswege, die jedoch alle weitere Gespräche erfordern. Goyals vorgeschlagene Reihenfolge macht deutliche Fortschritte bei AITIGA zugleich zu einer wichtigen Etappe für spätere bilaterale Verhandlungen.
Das Ergebnis betrifft indonesische Palmöl- und Kohlelieferanten ebenso wie indische Käufer, die auf verlässliche Warenströme angewiesen sind. Bis detaillierte Zollpläne oder Änderungen der nichttarifären Vorgaben vorliegen, besteht das unmittelbare Ergebnis jedoch in der Zusage, die Gespräche fortzusetzen und Mechanismen zur Beseitigung von Marktzugangshürden zu schaffen.