Indonesiens Bulog kauft 3,6 Millionen Tonnen Rohreis und erreicht 91 Prozent des Ziels
Indonesiens Bulog hat rund 3,6 Millionen Tonnen Rohreis beschafft und damit 91 Prozent des Ziels von vier Millionen Tonnen erreicht. Die Käufe stützen die Erzeugerpreise vor einem für 2026 erwarteten Reisüberschuss.
Beschaffung erreicht 3,6 Millionen Tonnen
Die indonesische staatliche Lebensmittel- und Logistikagentur Bulog hat landesweit rund 3,6 Millionen Tonnen Rohreis beschafft und damit 91 Prozent ihres Ziels von vier Millionen Tonnen erreicht. Dies erklärte Generaldirektor Ahmad Rizal Ramdhani in Zentral-Lampung. Vier Monate vor Jahresende liegt die Behörde damit bereits nahe an ihrer Vorgabe.
Ramdhani sagte gegenüber ANTARA, Bulog werde die Ernten der Landwirte auch nach einer Zielerreichung von 100 Prozent weiter aufkaufen. Die Zusage soll den Erzeugern Sicherheit geben, dass die Beschaffung nicht automatisch an der Schwelle von vier Millionen Tonnen endet. Besonders wichtig ist dies in Anbaugebieten, deren lokale Märkte große Erntemengen nicht schnell genug aufnehmen können.
Trockenzeit verändert die Erfassungsbedingungen
Bulog will den direkten Ankauf bei Landwirten in verschiedenen Regionen trotz der Trockenzeit ausweiten. Nach Angaben Ramdhanis erleichtert trockenes Wetter die Trocknung des Rohreises und verringert den Bedarf an mechanischen Trocknern. Das größte operative Hindernis ist die Erreichbarkeit abgelegener Erzeugungsgebiete. Dort könnten spezielle Transportmittel, darunter Motorräder, erforderlich sein, um Getreide schneller abzuholen.
Die Kampagne dient nicht allein der Einlagerung. Bulog erfüllt auch staatliche Verteilungsaufträge, die von der Bereitstellung der Bestände in den Lagern bis zur Übergabe an die Begünstigten reichen. Nach Angaben der Behörde sollen diese Abläufe eine ausreichende, leicht zugängliche und bezahlbare Versorgung gewährleisten sowie Angebot und Preise landesweit stabilisieren.
Erwarteter Überschuss erhöht den Preisdruck
Die Beschaffung fällt in eine Phase, in der Indonesiens Reisproduktion voraussichtlich über dem Inlandsbedarf liegen wird. ANTARA verweist auf die Lebensmittelbilanz des Landwirtschaftsministeriums für 2026. Demnach werden 34,77 Millionen Tonnen Reis erzeugt, während der nationale Bedarf 31,10 Millionen Tonnen beträgt. Daraus ergibt sich ein geschätzter Überschuss von 3,67 Millionen Tonnen.
Eliza Mardian, Agraranalystin beim Center of Reform on Economics, bezeichnete die Aufnahmekapazität von Bulog als einen entscheidenden Faktor für den Schutz der Rohreispreise auf Erzeugerebene. Können Handel und staatliche Beschaffung das zusätzliche Angebot nicht aufnehmen, drohen sinkende Preise. Am größten ist dieses Risiko während der Haupternte, wenn umfangreiche Mengen fast gleichzeitig auf den Markt kommen.
Staatliche Vorräte bilden einen Marktpuffer
Mardian zufolge sind die Rohreispreise für Landwirte bisher relativ stabil geblieben, gestützt durch die offensiven Käufe von Bulog. Sie wies zudem darauf hin, dass die zweite Ernte gewöhnlich kleiner als die Haupternte ausfällt und das Angebot daher weniger stark gebündelt ist. Der Stand von 91 Prozent zeigt, dass ein großer Teil der geplanten öffentlichen Käufe bereits vor Jahresende in das staatliche System gelangt ist.
Für Landwirte und Verarbeiter schaffen die ausstehenden Käufe einen zusätzlichen Absatzkanal und einen Puffer gegen saisonalen Preisdruck. Für die Regierung verbessern größere Vorräte die Möglichkeiten zur Lebensmittelverteilung und zur Reaktion auf lokale Engpässe. Entscheidend wird sein, die fortgesetzte Beschaffung mit ausreichender Lagerung, Transportkapazität und rechtzeitiger Verteilung abzustimmen, insbesondere falls der erwartete Überschuss von 3,67 Millionen Tonnen eintritt.