Indonesien bindet Cassava-Verarbeiter in Lampung an industrielle Lieferketten an
Indonesiens Industrieministerium unterstützt kleine und mittlere Cassava-Verarbeiter in Ost-Lampung beim Einstieg in die Lieferketten großer Lebensmittelunternehmen. Lampung erzeugte 2024 rund 7,9 Millionen Tonnen Cassava und damit etwa 51 % der nationalen Produktion.
Lieferantenprogramm richtet sich an Cassava-Verarbeiter
Indonesiens Industrieministerium will kleine und mittlere Cassava-Verarbeiter mit großen Industrieunternehmen zusammenbringen. Ost-Lampung dient dabei als Zentrum für Produktionsschulungen, Verbesserungen bei der Lebensmittelsicherheit und den Aufbau von Lieferanten. Der stellvertretende Industrieminister Faisol Riza erklärte, die Initiative solle den Marktzugang erweitern, Verarbeitungskapazitäten erhöhen und kleinere Betriebe in die nationale Lieferkette der Lebensmittelindustrie integrieren.
Nach Angaben von ANTARA gehört die Maßnahme zum Lieferantenentwicklungsprogramm, das auf der Anweisung Nr. 2 des Industrieministers aus dem Jahr 2026 beruht. Es soll kleinen und mittleren Industriebetrieben neue Märkte öffnen und zugleich eine kontinuierliche nationale Lebensmittelversorgung unterstützen. Umgesetzt wird das Programm von der Generaldirektion für kleine, mittlere und sonstige Industrien IKMA.
Lampung liefert die Hälfte der nationalen Produktion
Die Wahl Lampungs ergibt sich aus der Bedeutung der Provinz für Indonesiens Cassava-Sektor. Von ANTARA zitierte Ministeriumsdaten zeigen für 2024 eine Produktion von rund 7,9 Millionen Tonnen. Das entsprach etwa 51 % der nationalen Gesamtmenge. Ost-Lampung ist laut Landrätin Ela Siti Nuryamah zugleich der zweitgrößte Cassava-Erzeugerbezirk der Provinz und bietet sich deshalb für den Aufbau von Verarbeitungskapazitäten nahe der Rohstoffbasis an.
An der Schulung und technischen Beratung des Ministeriums am 16. Juli nahmen 100 Personen teil, darunter Hersteller von End- und Zwischenprodukten aus Cassava sowie Vertreter von Bauernverbänden. Tribun Lampung berichtete, dass 30 Teilnehmer eine vertiefte Beratung zu Lebensmittelsicherheitsstandards im Rahmen der Produktzertifizierung erhielten. Behandelt wurden Verarbeitungstechnologien, gute Produktionspraxis, Lebensmittelsicherheitssysteme und die Entwicklung wettbewerbsfähiger Produkte.
Verarbeiter suchen Absatz jenseits der Rohware
Die Politik soll die Abhängigkeit vom Verkauf unverarbeiteter Cassava verringern. Die Verwaltung von Ost-Lampung nennt modifiziertes Cassavamehl, weiteres Mehl, Chips und verarbeitete Lebensmittel als mögliche Folgeprodukte. Sie will Cassava-Produkte kleiner Betriebe in den Katalog der indonesischen Behörde für öffentliche Beschaffung aufnehmen lassen. Qualifizierte Lieferanten könnten dadurch Zugang zur staatlichen Nachfrage und zu einem stabileren Absatzmarkt erhalten.
Ein breiterer Marktzugang ist besonders wichtig, nachdem die Erzeugerpreise für Cassava zeitweise auf etwa Rp500–Rp700 je Kilogramm gefallen waren, wie Tribun Lampung berichtete. Nach Abstimmungen zwischen Zentralregierung, Provinzbehörden und weiteren Beteiligten hätten sich die Preise anschließend allmählich erholt. Zusätzliche Nachfrage könnte aus der wachsenden Lebensmittel- und Getränkeindustrie kommen. Laut ANTARA legte dieser Teilsektor im ersten Quartal 2026 um 7,04 % zu und trug 7,31 % zum nationalen BIP bei, mehr als jeder andere Bereich des verarbeitenden Gewerbes außerhalb der Öl- und Gasindustrie. Faisol erklärte, eine dauerhaft tragfähige Cassava-Verarbeitung erfordere zudem höhere Produktivität, besseres Saatgut, intensivere Flächennutzung, moderne Anbautechnik, Finanzierung sowie Forschung und Entwicklung.