Indonesiens Bappenas will Weltmarktführer bei verarbeiteten Kokosexporten werden
Indonesiens Planungsministerium Bappenas hat das Ziel gesetzt, das Land zu einem führenden globalen Exporteur verarbeiteter Kokosprodukte statt roher Nüsse zu machen. Es hat eine Kokos-Weiterverarbeitungs-Roadmap bis 2045 fertiggestellt. Indonesien ist der zweitgrößte Kokosproduzent der Welt.
Indonesiens Ministerium für nationale Entwicklungsplanung, bekannt als Bappenas, hat das strategische Ziel gesetzt, das Land zu einem führenden globalen Exporteur verarbeiteter Kokosprodukte zu machen und sich vom Export roher Nüsse zu lösen. Minister und Bappenas-Chef Rachmat Pambudy erklärte, der Plan solle mehr Wertschöpfung aus einem Rohstoff ziehen, bei dem Indonesien bereits weltweit an zweiter Stelle steht, wie Antara und Liputan6 berichten.
"Nicht nur einen Nettoexport erreichen, sondern auch führender Exporteur von Produkten auf Kokosbasis werden, mit nachgelagerten Weiterverarbeitungsindustrien bis in die Tiefe, damit wir die höchstmögliche Wertschöpfung erzielen", sagte Pambudy bei einem Webinar zu Weiterverarbeitung und Wettbewerbsfähigkeit der Kokosbranche am Mittwoch in Jakarta.
Eine Roadmap bis 2045
Laut Pambudy ist die Stärkung der nachgelagerten Kokosindustrie in die Säule der wirtschaftlichen Transformation des Nationalen Langfrist-Entwicklungsplans Indonesiens (RPJPN) 2025–2045 aufgenommen worden. Zur Umsetzung habe Bappenas eine Kokos-Weiterverarbeitungs-Roadmap für denselben Zeitraum 2025–2045 fertiggestellt, berichtet Liputan6.
In dem Planungsdokument wird die Kokosnuss als nationaler strategischer Rohstoff eingestuft, der zu einer Säule der industriellen Struktur des Landes werden soll. Pambudy sagte, die Politik werde sich auf den Aufbau eines integrierten Industrialisierungs-Ökosystems konzentrieren, das Finanzierungsmodelle, stärkere Forschung und Innovation, Qualitätsstandards und Geschäftsanreize umfasst. Die Regierung will zudem die Produktionskapazität erhöhen, die Energieversorgung sichern, Fachkräfte entwickeln und die Effizienz der Lieferketten verbessern.
Mittelfristig sollen bei der Weiterverarbeitung höhere Flächenproduktivität, ein breiteres Spektrum an Folgeprodukten und die nachhaltige Auslastung der Kokosverarbeitungswerke Vorrang haben.
Produktionsvolumen und die Lücke beim Rohexport
Pambudy argumentierte, der Ausbau der Kokosverarbeitung sei dringend. Indonesien ist nach den Philippinen der zweitgrößte Kokosproduzent der Welt. Daten des indonesischen Verbands der Kokosverarbeitungsindustrie (HIPKI), zusammengetragen aus Handelsministerium, Landwirtschaftsministerium, dem Statistikamt BPS und der International Coconut Community (ICC), beziffern die nationale Produktion 2025 auf schätzungsweise 15 Milliarden Nüsse oder rund 23% der weltweiten Erzeugung.
Davon werden etwa 9 Milliarden Nüsse oder 60% von lokalen Verarbeitern aufgenommen und in Waren mit höherer Wertschöpfung wie Kokosraspel, Kokosmilch und Kopra umgewandelt. Die verbleibenden rund 4 Milliarden Nüsse oder 26,7% werden weiterhin als rohe ganze Kokosnuss exportiert – die Form mit der geringsten Wertschöpfung.
Steigende Nachfrage und Exportwert
Der Vorstoß fällt in eine Zeit steigender globaler Nachfrage nach Produkten auf Kokosbasis in den Bereichen Lebensmittel, Getränke, Gesundheit, Kosmetik, Textilien und erneuerbare Kraftstoffe. HIPKI schätzt, dass der Exportwert der indonesischen Kokosindustrie 2025 2,48 Milliarden US-Dollar erreichen könnte.
Pambudy stellte die Weiterverarbeitung als Weg dar, einen größeren Teil dieser globalen Lieferkette zu halten, statt unverarbeitetes Rohmaterial zu exportieren. Die Strategie stütze sich auf Finanzierung, Forschung, Innovation, Standardisierung und Anreizmodelle, die den Sektor auf internationalen Märkten wettbewerbsfähig machen sollen, flankiert von stärkeren Fachkräften, Energieversorgung und Logistik.