Indonesien: Bauern und Parlament fordern gesicherte CPO-Versorgung für B50
Indonesische Palmöl-Kleinbauern und eine Parlamentsabgeordnete fordern von Jakarta eine gesicherte Rohpalmöl-Versorgung: Das B50-Mandat hebt den heimischen Rohstoffbedarf 2026 auf rund 18,7 Millionen Tonnen. Die Bauerngewerkschaft SPKS verlangt regelmäßige B50-Überprüfungen, flexible Beimischung, Pflichtpartnerschaften mit Genossenschaften und eine Revision der Exportabgabe von 12,5 %.
Palmöl-Kleinbauern und Abgeordnete des indonesischen Parlaments fordern von der Regierung eine gesicherte Versorgung mit Rohpalmöl (CPO) sowie eine Überprüfung des Beimischungsmandats B50, das am 1. Juli 2026 in Kraft trat und in diesem Jahr voraussichtlich rund 18,7 Millionen Tonnen CPO binden wird.
Die indonesische Palmölbauern-Gewerkschaft (Serikat Petani Kelapa Sawit Indonesia, SPKS) legte ihre Forderungen im Rahmen der Aktionen zum Nationalen Bauerntag am 24. September 2026 vor, wie InfoSAWIT am Samstag, 26. September 2026, berichtete. In einer separaten Stellungnahme, die die staatliche Nachrichtenagentur ANTARA verbreitete, forderte Novita Hardini, Mitglied der Kommission VII des Abgeordnetenhauses (DPR RI), die Regierung auf, die Verfügbarkeit von CPO als Rohstoff für die nationale Industrie zu garantieren.
Bauern wollen Genossenschaftsquoten im B50-Mandat
SPKS trat unter dem Motto „Einbeziehung der Bauern in die B50-Lieferkette und genossenschaftlich getragene Biodiesel-Weiterverarbeitung“ auf. Die Gewerkschaft argumentiert, der steigende Rohstoffbedarf für B50 habe die Erzeuger nicht automatisch an die Biodiesel-Lieferkette angebunden. Viele Kleinbauern verkaufen ihre frischen Fruchtbündel (FFB) weiterhin über Zwischenhändler, während die Lieferbeziehung zur Biodieselindustrie über lange Handelsketten läuft, die den Zugang der Bauern zu Märkten, Preisinformationen, Lieferverträgen und Wertschöpfung begrenzen.
Zentrale Forderung ist, dass das Ministerium für Energie und Bodenschätze die Biokraftstoff-Unternehmen (Badan Usaha BBN) verpflichtet, Partnerschaften mit Erzeugergenossenschaften aufzubauen, damit ein Teil des Rohstoffs aus kleinbäuerlicher Produktion stammt. SPKS verlangt außerdem:
- eine Quote oder Mindestanforderung für über Genossenschaften geliefertes Bauernrohmaterial in jeder B50-Zuteilung, messbar und überprüfbar als Teil der Zuteilungsbewertung;
- einen rechtlichen Weg für Erzeugergenossenschaften, selbst als Biokraftstoff-Unternehmen tätig zu werden und nicht nur FFB zu sammeln;
- eine regelmäßige Bewertung der B50-Umsetzung und des wirtschaftlichen Nutzens für die Bauern;
- flexible Beimischung, bei der die Beimischungsquote an CPO-Verfügbarkeit, heimischem Bedarf und Lage der Exportmärkte ausgerichtet wird.
Parlament dringt auf Rohstoffsicherheit und Kostenkontrolle
Novita äußerte sich laut ANTARA nach einem Arbeitsbesuch der Kommission VII bei PT Multimas Nabati Asahan im integrierten Industriegebiet Wilmar im Regierungsbezirk Serang, Banten, am Mittwoch, 23. September. Sie fragte, welcher Anteil des industriellen CPO-Bedarfs aus heimischen Plantagen gedeckt werden kann, und drängte auf eine engere Zusammenarbeit mit Plantagenquellen, um die Kontinuität der Versorgung zu sichern.
„Der Staat muss Rohstoffsicherheit, Kosteneffizienz und eine Politik bieten, die die Industrie produktiv hält“, sagte sie und warnte, dass stetig steigende Betriebskosten die nationale Industrie ihre Wettbewerbsfähigkeit kosten könnten. Sie forderte zudem eine Überwachung von Umweltverschmutzung schon zu Beginn der industriellen Expansion statt erst nach Auftreten von Problemen und bat das Industrieministerium, Exportpotenzial, international absetzbare Mengen und die Politikrichtung darzulegen.
Die Mengenrechnung hinter dem Mandat
Indonesien ist laut ANTARA der weltgrößte CPO-Produzent: Die Produktion erreichte 2025 51,66 Millionen Tonnen, ein Plus von 7,26 % gegenüber 48,16 Millionen Tonnen im Jahr 2024. Einschließlich Palmkernöl (PKO) kam die gesamte indonesische Palmölproduktion 2025 auf 56,55 Millionen Tonnen. Die Exportmenge an Palmölprodukten lag bei rund 32,34 Millionen Tonnen, 9,51 % mehr als 2024, der heimische Verbrauch bei etwa 24,77 Millionen Tonnen.
Die Inlandsnachfrage kommt aus Lebensmitteln, Oleochemie und Biodiesel. Der Biodieselverbrauch erreichte 2025 unter dem B40-Mandat rund 12,70 Millionen Tonnen; das Landwirtschaftsministerium rechnet für B50 im Jahr 2026 mit einem CPO-Bedarf von etwa 18,7 Millionen Tonnen. Importe bieten kaum Puffer: Daten der Generaldirektion für Plantagenwirtschaft zeigen ein Importvolumen von 10.590 Tonnen im Jahr 2024, das 2025 weiter zurückging.
Exportabgabe und Mittel für Neuanpflanzungen
SPKS fordert auch eine Überprüfung der CPO-Exportabgabe von 12,5 %. In ihrem Forderungspapier erklärt die Gewerkschaft, die Abgabe drücke die FFB-Preise, während der Großteil der eingenommenen Mittel in Biodiesel-Anreize fließe; die Finanzierung von Biodiesel dürfe nicht in Preisabschlägen enden, die die Bauern tragen.
Bei der Erneuerung der Bestände verlangt SPKS eine Vereinfachung und Beschleunigung des Programms zur Neuanpflanzung bäuerlicher Palmölflächen (PSR) und eine Anhebung der Förderung auf 90 Millionen Rupiah pro Hektar, einschließlich Lebenshaltungshilfen während der Neuanpflanzungsphase. Der Rohstoff für Biodiesel solle durch höhere Erträge auf bestehenden Bauernflächen und nicht durch die Erschließung neuer Flächen gesichert werden. Unabhängig davon läuft seit dem 1. Juni 2026 eine Übergangsphase für die Exportsteuerung strategischer Rohstoffe über PT Danantara Sumberdaya Indonesia (DSI), zunächst für Kohle, CPO und Ferrolegierungen, mit vollständiger Umsetzung spätestens zum 1. Januar 2027. Novita hatte zuvor gefordert, diese Umstellung behutsam zu gestalten, um Unternehmen mit bereits aufgebauten internationalen Vertriebsnetzen nicht zu behindern.
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