Zuckerrohrbauern in Maharashtra und Karnataka lehnen frühen Mahlbeginn ab
Bauernverbände in Maharashtra und Karnataka widersetzen sich einem um etwa einen Monat vorgezogenen Beginn der Zuckerrohrverarbeitung zur Sicherung des Angebots während Diwali. Sie verlangen Ausgleich für Ertrags- und Ausbeuteverluste sowie höhere Zucker- und Ethanolpreise.
Bauern fordern Aufschub des Betriebsstarts
Zuckerrohrverbände in Maharashtra und Karnataka lehnen Bestrebungen der indischen Zentralregierung ab, die Verarbeitungssaison zur Sicherung eines ausreichenden Zuckerangebots während Diwali vorzeitig zu beginnen. Sie haben Mühlen und Erzeuger aufgefordert, weder mit der Ernte noch mit der Verarbeitung anzufangen, bevor die Behörden über ihre Forderungen nach Entschädigung und höheren Zucker- und Ethanolpreisen entschieden haben.
Chinimandi berichtete unter Berufung auf The Economic Times, die Regierung habe die Zuckermühlen nach niedrigeren Produktionsprognosen und einem durch Exporte verursachten Abbau der Inlandsvorräte um einen rund einen Monat früheren Start gebeten. Indien habe sich in den vergangenen sechs Monaten vom Zuckerexporteur zum Importeur entwickelt, während die Preise historische Höchststände erreicht hätten. Der vorgezogene Saisonbeginn soll das kurzfristige Angebot erhöhen und die Preise dämpfen.
Ertrag und Zuckerausbeute stehen im Mittelpunkt
Die Bauernvertreter argumentieren, unreifes Zuckerrohr enthalte weniger verwertbaren Zucker und habe sein volles Feldgewicht noch nicht erreicht. Nach ihren Schätzungen könnte eine frühe Ernte den Rohrertrag um bis zu sechs Tonnen je Acre verringern und einen wirtschaftlichen Verlust von etwa 20.000 Rupien je Acre verursachen. Der Saccharosegehalt steigt den Verbänden zufolge üblicherweise nach November, sodass ein früher Start auch die aus jeder Tonne Zuckerrohr gewonnene Zuckermenge reduzieren könnte.
Diese Kombination träfe beide Seiten der Lieferkette. Die Bauern würden weniger Tonnen liefern und könnten geringere, an die Ausbeute gekoppelte Zahlungen erhalten. Die Mühlen müssten zugleich weniger ergiebiges Ausgangsmaterial verarbeiten. Nach Auffassung der Verbände sollten Mühlen und Erzeuger die Kosten eines größeren Zuckerangebots zur Festsaison nicht ohne Ausgleich tragen. Sie fordern zudem einen höheren Mindestverkaufspreis für Zucker und höhere Ethanolpreise, damit die Mühlen mehr Spielraum für bessere Rohrpreise erhalten.
FRP-Regeln erhöhen das finanzielle Risiko
Indiens fairer und auskömmlicher Zuckerrohrpreis, der FRP, ist an die Zuckerausbeute gekoppelt. Die Bauernverbände warnen deshalb, eine schwache Ausbeute in dieser Saison könne auch die Zahlungen an die Erzeuger im kommenden Jahr belasten. Nach dem geltenden System müssen Mühlen den Mindest-FRP auf Basis einer Ausbeute von 10,25% zahlen, selbst wenn ihr tatsächlicher Wert darunter liegt. Bei der Verarbeitung unreifen Rohrs könnten daher neben den Bauern auch die Mühlen Verluste erleiden.
Der Konflikt hat besonderes Gewicht, weil die Mühlen beiderseits der Grenze zwischen Maharashtra und Karnataka nach Angaben der Bauernvertreter etwa die Hälfte des indischen Zuckers produzieren. In diesen Gebieten herrschen zudem dürreähnliche Bedingungen, die die Entwicklung des Zuckerrohrs und die Ausbeute zusätzlich unsicher machen. Die Verbände demonstrierten vergangene Woche vor dem Wohnsitz von Unionsminister für Ernährung und Verbraucherangelegenheiten Pralhad Joshi in Hubballi und verlangten einen Ausgleich für Verluste durch die vorzeitige Verarbeitung. Joshi hat für den 12. Oktober ein Treffen zu ihren Forderungen einberufen. Dessen Ergebnis entscheidet darüber, ob die Regierung einen frühen Start erreichen kann, ohne Ernteabläufe, Mühlenfinanzen und Bauernzahlungen im wichtigsten Zuckergebiet Indiens zu beeinträchtigen.