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Indiens Weizenpreise steigen nach Aufhebung des vierjährigen Exportverbots

Indiens Großhandelspreise für Weizen stiegen, nachdem die Regierung das fast vierjährige Exportverbot für Weizen und Mahlerzeugnisse aufgehoben hatte. Hohe Inlandspreise dürften größere Ausfuhren begrenzen, während umfangreiche staatliche Vorräte die Versorgung absichern.

Indiens Weizenpreise steigen nach Aufhebung des vierjährigen Exportverbots

Großhandel reagiert auf die Exportfreigabe

Die Weizenpreise auf Indiens Agrarmärkten sind gestiegen, seit die Regierung am 24. August das seit fast vier Jahren geltende Exportverbot für Weizen und verarbeitete Erzeugnisse aufgehoben hat. Jagran berichtete von Zuwächsen um mehr als ₹150 je Doppelzentner in einigen Großhandelsmärkten. Im Einzelhandel ist die Entwicklung bislang noch nicht vollständig angekommen.

Die Freigabe gilt auch für Mehl, raffiniertes Weizenmehl und Grieß. Im Bundesstaat Uttar Pradesh stieg der Weizenpreis auf dem Markt in Lucknow von ₹2.466 je Doppelzentner am 17. August auf ₹2.640. In Hardoi verteuerte sich die Sorte Dara von ₹2.408 auf ₹2.553 je Doppelzentner. Damit steigen die Beschaffungskosten der Mühlen bereits, bevor nennenswerte Exportmengen abgewickelt werden.

Nach Angaben der Preisbeobachtung des Verbraucherministeriums liegt der durchschnittliche Einzelhandelspreis für Weizen landesweit bei ₹31,58 je Kilogramm. Die erfassten Preise reichen von ₹22 bis ₹55 je Kilogramm und zeigen deutliche Unterschiede zwischen regionalen Märkten und Lieferketten.

Bestände und Erzeugung schaffen einen Puffer

Die offiziellen Zahlen zeichnen ein vergleichsweise komfortables Versorgungsbild. Das Ministerium für Landwirtschaft und Bauernwohlfahrt erwartet für 2025-26 eine Rekordernte von 120,6 Millionen Tonnen, nach 117,9 Millionen Tonnen im Vorjahr. Nach Daten der Food Corporation of India beliefen sich die staatlichen Weizenvorräte am 1. August auf 50,5 Millionen Tonnen und erreichten damit den höchsten Stand seit fünf Jahren.

Die Einschätzungen der Branche fallen weniger einheitlich aus. Ein von Jagran anonym zitierter Mühlenbetreiber erklärte, die jüngste Ernte sei 7-8 % kleiner als im Vorjahr ausgefallen. Der Staat habe 36 Millionen Tonnen angekauft. Zudem verwies er auf steigende Maispreise und warnte vor einem knapperen Angebot, falls El Niño die nächste Rabi-Ernte beeinträchtigt.

Internationale Stellen erwarten laut Jagran, dass die El-Niño-Bedingungen bis März 2027 anhalten. Bei einer schwächeren Ernte würden Umfang und Zeitpunkt der Exporte für inländische Verarbeiter und Verbraucher an Bedeutung gewinnen. Die öffentlichen Vorräte geben der Regierung vorerst jedoch Spielraum, die Verfügbarkeit zu sichern, falls die Marktpreise weiter steigen.

Preisabstand dürfte Ausfuhren begrenzen

Indiens unmittelbare Exportchancen dürften sich auf benachbarte Märkte wie Nepal, Bhutan und den Norden Bangladeschs konzentrieren. Die Nachfrage aus Bangladesch könnte begrenzt bleiben, weil das Land bereits ein Abkommen über den Kauf von US-Weizen geschlossen hat. Die geografische Nähe begünstigt indische Lieferungen, doch die preisliche Wettbewerbsfähigkeit bleibt das größere Hindernis.

Der Exporteur Rajesh Jain Paharia aus Neu-Delhi sagte BusinessLine, indischer Weizen sei auf FOB-Basis mindestens 30 $ je Tonne teurer als Ware anderer Herkunft. Am Hafen Kandla koste indischer Weizen rund 325 $ je Tonne, während Konkurrenzware für 295 $ oder weniger erhältlich sei. Dieser Abstand macht umfangreiche Ausfuhren unwahrscheinlich, solange die Weltmarktpreise nicht weiter steigen oder indische Preise sinken.

Die globale Marktlage könnte die Lücke dennoch verkleinern. Weizen an der Chicago Board of Trade erreichte 7,54 $ je Bushel beziehungsweise rund 277 $ je Tonne und näherte sich damit dem höchsten Stand seit Februar 2023. Jagran führte den Anstieg auf Sorgen über russische Exporte angesichts zunehmender Angriffe im Schwarzmeerraum sowie auf wetterbedingte Produktionsrisiken zurück. Indien hat einen potenziellen Lieferkanal zum Weltmarkt wieder geöffnet, doch Inlandspreise, Ernteentwicklung und Exportaufschlag werden über die tatsächlichen Handelsmengen entscheiden.

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