Indiens Sonnenblumenölimporte steigen um 25 Prozent, Russland baut Führung aus
Indien importierte von Januar bis April 2026 insgesamt 1,2086 Millionen Tonnen Sonnenblumenöl, 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Russland lieferte 738.500 Tonnen, während die Sojaölimporte um 3 Prozent auf 1,7088 Millionen Tonnen sanken.
Einkäufe von Sonnenblumenöl überschreiten 1,2 Millionen Tonnen
Indien hat seine Einfuhren von Sonnenblumenöl in den ersten vier Monaten 2026 deutlich erhöht. Damit gewann das Produkt im indischen Importmix für Speiseöle an Gewicht. Nach Angaben von Grain On-Line bezog das Land von Januar bis April 1,2086 Millionen Tonnen Sonnenblumenöl. Das waren 25 Prozent mehr als im entsprechenden Zeitraum 2025.
Die Entwicklung steht im Gegensatz zu den Sojaölkäufen. Indiens Einfuhren dieses Produkts beliefen sich von Januar bis April 2026 auf 1,7088 Millionen Tonnen. Sie lagen damit absolut weiterhin über den Sonnenblumenölimporten, gingen im Jahresvergleich jedoch um 3 Prozent zurück. Die Differenz zwischen beiden Ölen betrug rund 500.200 Tonnen. Die gegenläufigen Veränderungsraten zeigen, dass Sonnenblumenöl zulegte, während die Sojaölmengen nachgaben.
Russland liefert mehr als die Hälfte des Sonnenblumenöls
Russland war von Januar bis April 2026 Indiens größter Lieferant von Sonnenblumenöl und exportierte 738.500 Tonnen. Das entsprach etwa 61 Prozent der für diesen Zeitraum gemeldeten indischen Einfuhren. Im Vorjahreszeitraum hatten die russischen Lieferungen 627.400 Tonnen erreicht. Auf Basis der veröffentlichten Mengen ergibt sich somit ein Anstieg um 111.100 Tonnen beziehungsweise knapp 18 Prozent.
Argentinien belegte mit 228.000 Tonnen den zweiten Platz. Zusammen lieferten Russland und Argentinien 966.500 Tonnen und deckten damit rund 80 Prozent der indischen Sonnenblumenölimporte im Viermonatszeitraum. Der Abstand zwischen beiden Lieferanten betrug 510.500 Tonnen und verdeutlicht Russlands führende Stellung in diesem Handelsstrom. Die Quelle nennt weder die Herkunft der verbleibenden Mengen noch Preise, Frachtkosten oder Angaben zu den importierten Ölqualitäten.
Argentinien führt bei Indiens Sojaölversorgung
Bei Sojaöl war die Lieferantenstruktur anders. Argentinien exportierte von Januar bis April 2026 insgesamt 828.000 Tonnen nach Indien und war damit der wichtigste Ursprung. Brasilien folgte mit 424.000 Tonnen. Zusammen erreichten beide Länder 1,252 Millionen Tonnen, was etwa 73 Prozent der gesamten indischen Sojaölimporte entsprach. Russland lieferte lediglich 9.300 Tonnen Sojaöl und spielte damit eine geringe Rolle im Vergleich zu seiner dominierenden Position bei Sonnenblumenöl.
Für Ölmühlen, Raffinerien und Händler zeigen die Zahlen eine klarere Trennung der beiden Lieferketten. Russland steht im Zentrum der Sonnenblumenölversorgung, während Argentinien beide Produkte liefert und bei Sojaöl führt. Brasilien bleibt ein bedeutender Ursprung für Sojaöl, wird aber nicht unter den führenden Sonnenblumenöllieferanten genannt. Der Anstieg der Sonnenblumenölimporte um 25 Prozent vergrößert den Absatzkanal für Anbieter im Indiengeschäft. Ohne Preis- und Verbrauchsdaten lässt sich jedoch nicht feststellen, ob relative Kosten, Verfügbarkeit, Lagerbestände oder Veränderungen der indischen Nachfrage den Wechsel ausgelöst haben.
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