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Indiens Seidenexporte steigen um 52 %, Maharashtra baut ländliche Hubs auf

Indien exportierte im Finanzjahr 2025/26 Seidenprodukte im Wert von 35,79 Milliarden Rupien, 52 % mehr als im Vorjahr. Maharashtra baut dörfliche Seidencluster auf, während das Land weiterhin erhebliche Mengen Rohseide importiert.

Indiens Seidenexporte steigen um 52 %, Maharashtra baut ländliche Hubs auf

Seidenexporte erreichen 35,79 Milliarden Rupien

Indiens Exporte von Seidenprodukten stiegen im Finanzjahr 2025/26 um 52 %. Unterstützt wurden die Verkäufe durch die Auslandsnachfrage und die stärkere Ausrichtung der Branche auf höherwertige Waren. Business Standard Hindi berichtete unter Berufung auf Daten des Central Silk Board von Exporten über 35,79 Milliarden Rupien. Im Finanzjahr 2024/25 waren es 23,61 Milliarden Rupien und 2020/21 noch 14,67 Milliarden Rupien. Damit hat sich der Exportwert innerhalb von fünf Jahren mehr als verdoppelt.

Fertig- und Halbfertigwaren bestimmen den Handel. Business Standard Hindi beziffert die Ausfuhr von Geweben auf 19,28 Milliarden Rupien und die von Konfektionskleidung auf 11,02 Milliarden Rupien. Der zugehörige Zeitraum wird im Bericht als 2025-25 angegeben. Beide Kategorien stellen zusammen den Großteil des gemeldeten Exportwertes. Kokons und Rohseide führt Indien inzwischen nur noch in unbedeutenden Mengen aus, obwohl sie früher ebenfalls zum Export gehörten.

Rohseidenimporte bleiben bedeutend

Der Exportanstieg geht mit einer anhaltenden Abhängigkeit von importiertem Material einher. Im Finanzjahr 2025/26 importierte Indien Seidenprodukte im Wert von 19,11 Milliarden Rupien, wie aus den von der Publikation zitierten Daten des Central Silk Board hervorgeht. Davon entfielen 13,00 Milliarden Rupien und 2.627 Tonnen auf Rohseide.

Der Handelsmix zeigt unterschiedliche Positionen Indiens bei der vorgelagerten Versorgung und in der Verarbeitung. Da kaum noch Kokons und Rohseide exportiert werden, bleibt mehr Material für die heimische Weiterverarbeitung. Importierte Rohseide ergänzt das lokale Angebot. Die Exporterlöse entstehen vor allem weiter hinten in der Wertschöpfungskette mit Geweben und Bekleidung, bei denen Spinnen, Weben, Färben und Konfektion zusätzlichen Wert schaffen. Für Erzeuger und Verarbeiter bedeutet der parallele Anstieg von Aus- und Einfuhren, dass ein verlässlicher Zugang zu Rohmaterial entscheidend für den Absatz von Fertigwaren bleibt.

Maharashtra plant eine integrierte Wertschöpfung in den Dörfern

Maharashtra will mit seinem Programm „Vom Boden zur Seide – selbstständiges Seidendorf“ über die Erzeugung und den Verkauf von Kokons hinausgehen. Der Bundesstaat plant eine vollständige Wertschöpfungskette auf Dorfebene: Maulbeeranbau, Seidenraupenzucht, Kokonerzeugung, Seidengarnproduktion, Färbung, Textilherstellung und Vermarktung. Der clusterbasierte Ausbau umfasst Maulbeer- und Tasarseide. Fortgeschrittene Erzeugerdörfer sollen zu Modell-Seidendörfern entwickelt werden.

Textilminister Sanjay Savkare erklärte, dass Seidenmärkte eingerichtet wurden, um Landwirten Zugang zu geeigneten Käufern zu verschaffen. Der Bericht nennt Märkte in Beed, Jalna und Baramati und meldet zudem neue Märkte in Solapur und Jalna. Seidenbehörden arbeiten in 27 Distrikten; in Jalgaon wurde eine neue Distriktstelle eröffnet. In Baramati entsteht Maharashtras erstes Schulungszentrum für die Verarbeitung von Seidenkokons. Dort sollen Landwirte und Unternehmer lernen, Kokons zu Garn, Textilien und weiteren höherwertigen Produkten zu verarbeiten. Die Tasarseidenindustrie im Distrikt Gadchiroli erhält besondere Unterstützung.

Technik und Ausbildung tragen die Expansion

Maharashtra will in den Dorfclustern moderne Technik, künstliche Intelligenz und digitale Plattformen einsetzen. Damit sollen Produktion und Produktivität steigen, die Qualität verbessert und Landwirte direkt mit Märkten verbunden werden. Im Juli 2026 unterzeichnete die Regierung des Bundesstaates eine Absichtserklärung mit der BAIF Development Research Foundation. Die Zusammenarbeit soll Arbeitsplätze in ländlichen und von Stammesgemeinschaften bewohnten Gebieten schaffen, lokale Wirtschaftskreisläufe stärken und Waldgemeinschaften wirtschaftlich unabhängiger machen. Wirtschaftlich erfolgreich werden die Cluster dann sein, wenn sie den Verarbeitern dauerhaft gleichbleibende Qualität liefern und ländliche Erzeuger an Garnen, Geweben und anderen Produkten mit einem höheren Anteil am Endverkaufspreis beteiligen können.

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