Indiens Lebensmittelverarbeitung erreicht geschätzte 500 Milliarden $
Indiens Lebensmittelverarbeitung wird auf 500 Milliarden $ geschätzt, während die Verarbeitungsquote auf 16–17 % gestiegen ist. Die Regierung will sie zwischen 2030 und 2047 durch Investitionen in Anlagen, Verpackung, Lagerung und Kühlketten auf 25–30 % erhöhen.
Verarbeitungsquote steigt von niedrigem Niveau
Indiens Lebensmittelverarbeitung hat laut Jagran einen geschätzten Wert von 500 Milliarden $ erreicht, umgerechnet rund 41 Billionen Rupien. Dr. J.P. Dongre, stellvertretender Berater für Agrarmarketing im Ministerium für Lebensmittelverarbeitung, nannte die Schätzung bei einer Branchenveranstaltung in Delhi. Wertschöpfung, Technologie und internationale Partnerschaften seien entscheidend für die weitere Entwicklung.
Nach Angaben Dongres verarbeitet Indien derzeit 16–17 % seiner Lebensmittelproduktion, verglichen mit lediglich 3–4 % vor zehn Jahren. Die Regierung will die Quote im Zeitraum von 2030 bis 2047 auf 25–30 % erhöhen. Dafür müssten die inländischen Kapazitäten für Handhabung, Konservierung, Verpackung und Verarbeitung landwirtschaftlicher Rohstoffe deutlich wachsen.
Die Politik richtet sich zudem gegen jährliche Nachernteverluste im geschätzten Wert von etwa 1,5 Billionen Rupien. Mit modernen Lagern und Kühlketten soll mehr wirtschaftlicher Wert aus dieser Produktion erhalten werden. Solche Investitionen könnten das nutzbare Angebot an Agrarerzeugnissen vergrößern und Verarbeitern eine gleichmäßigere temperaturgeführte Beschaffung und Distribution ermöglichen.
Formalisierung und Technik stützen Kapazitäten
Über das Programm zur Formalisierung von Kleinstunternehmen in der Lebensmittelverarbeitung wurden in den vergangenen fünf Jahren rund 200.000 Kleinstunternehmer in den formellen Sektor aufgenommen, berichtete Jagran. Dadurch können kleine Verarbeiter leichter Zugang zu Finanzierung, Anlagen, Qualitätssystemen und organisierten Vertriebskanälen erhalten. Angaben zu Produktionskapazität oder Umsatz machte die Quelle nicht.
Die Regierung unterstützt moderne Maschinen, Verpackung und Kühlketten finanziell und verfolgt damit auch das Ziel steigender Exporte. Dr. Raghav Jadli, Präsident der All India Food Producers Association, bezeichnete reichlich verfügbare Rohstoffe und wettbewerbsfähige Produktionskosten als wichtigste Vorteile Indiens. Künstliche Intelligenz, Automatisierung und intelligente Verpackungen könnten Herstellern helfen, Kosten zu senken und auf den Weltmärkten direkter zu konkurrieren.
Auch Nordindien entwickelt sich dank seiner landwirtschaftlichen Basis und vielfältigen Verarbeitungskapazitäten zu einem wichtigen Zentrum der Lebensmittelindustrie, sagte Milind Dixit, Geschäftsführer von Koelnmesse Pvt. Ltd. Die Region kann sowohl den Binnenmarkt als auch Auslandsmärkte bedienen. Investitionen in Logistik, Lagerung und Verarbeitung sind dort daher besonders relevant.
Exporte und internationale Produkte
Indiens Exporte von Bioprodukten überstiegen im Finanzjahr 2024–25 einen Wert von 665,97 Millionen $, entsprechend etwa 55 Milliarden Rupien. Die Zahl zeigt das Exportpotenzial höherwertiger Lebensmittelkategorien. Der Bericht schlüsselte jedoch weder die beteiligten Produkte noch die Zielmärkte auf.
Amit Lohani, Gründer des Forum of Indian Food Importers, erklärte, dass rund 30 % der Mitgliedsunternehmen inzwischen über Gemeinschaftsunternehmen Produkte wie italienische Pasta, französische Butter und belgische Kekse in Indien herstellen und exportieren. Das Modell verbindet internationale Produktkonzepte mit indischen Fertigungskapazitäten und kann die lokale Wertschöpfung über die Verarbeitung heimischer Agrarrohstoffe hinaus vertiefen.
Die wachsende indische Nachfrage nach brasilianischem Kaffee und ecuadorianischer Quinoa signalisiert laut dem Bericht ein mögliches globales Investitionsvolumen von 100 Millionen bis 500 Millionen $. Ein geplantes Freihandelsabkommen zwischen Indien und der EU könnte Ein- und Ausfuhren zusätzlich fördern. Die nächsten Investitionsentscheidungen werden bestimmen, wie viel Agrarproduktion in verarbeitete Erzeugnisse fließt und wie schnell Hersteller die Größe des Binnenmarktes in Exportstärke umsetzen können.
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