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Indiens Baumwollgarn verteuert sich bei sinkenden Anlieferungen um 60 %

Baumwollgarn hat sich in Indien 2026 um rund 60 % verteuert, Baumwolle um mehr als 28 %, berichtet Business Standard Hindi. Bekleidungshersteller warnen wegen knapper Bestände und steigender Produktionskosten vor Preisaufschlägen von 5–20 % zur Festsaison.

Indiens Baumwollgarn verteuert sich bei sinkenden Anlieferungen um 60 %

Garnpreis steigt von ₹250 auf ₹400 je Kilogramm

Indiens Baumwollmarkt entwickelt sich entlang der Textilkette in unterschiedliche Richtungen. Sinkende Anlieferungen und knappe Bestände verteuern Baumwolle und Baumwollgarn, während separate Marktberichte auf fallende Preise für Baumwollsaatkuchen und gewaschenes Baumwollöl hinweisen. Diese Schere belastet Spinnereien, Bekleidungshersteller und Exporteure, obwohl einige Nebenprodukte der Verarbeitung billiger werden.

Business Standard Hindi zufolge ist Baumwollgarn 2026 um rund 60 % teurer geworden, während der Baumwollpreis um mehr als 28 % gestiegen ist. Nach Angaben des Apparel Export Promotion Council (AEPC) kostete Garn Anfang 2026 etwa ₹250 je Kilogramm und liegt inzwischen bei rund ₹400. Steigende Ausgaben für weitere Rohstoffe und Brennstoffe verschärfen den Kostendruck in der gesamten Produktionskette.

Knappe Bestände erhöhen Abhängigkeit von CCI-Auktionen

Die Cotton Association of India beziffert den Inlandspreis für Shankar ICC-150, 28 Count, auf ₹19.065 je Doppelzentner, nach ₹14.875 ein Jahr zuvor. In der laufenden Monsunsaison sind die internationalen Baumwollpreise um rund 19 % und die Preise für indische S-6-Baumwolle um etwa 18 % gestiegen, berichtet Business Standard Hindi.

Laut AEPC verfügen Entkörnungsbetriebe nur über begrenzte Baumwollbestände, während die Anlieferungen zurückgegangen sind. Textilfabriken sind deshalb stärker von Auktionen der Cotton Corporation of India abhängig. Große Mengen der von Landwirten verkauften Baumwolle befinden sich inzwischen bei Händlern, was in der Branche Sorgen über Lageraufbau und Spekulation auslöst. Die hohe Garnnachfrage im In- und Ausland stützt den Preisanstieg zusätzlich.

Bekleidungsexporteure fordern Garn-Exportkontrollen

Bleiben Garn, andere Rohstoffe und Brennstoffe teuer, könnten Bekleidungspreise in der Festsaison um 5–20 % steigen. AEPC-Vorsitzender A. Sakthivel bat Handelsminister Piyush Goyal, Maßnahmen zur Kontrolle der Baumwollgarnausfuhren zu prüfen. Im Mittelpunkt steht Garn ab einer Feinheit von 20 Count, um die Wettbewerbsfähigkeit der indischen Textilexportindustrie zu schützen.

Der AEPC veranschlagt Rohbaumwolle mit rund ₹275 je Kilogramm und das daraus erzeugte Garn mit etwa ₹325. Nach weiterer Wertschöpfung liegen die Kosten fertiger Bekleidung bei rund ₹800–₹1.200 je Kilogramm. Bekleidungsexporteure plädieren deshalb dafür, höherwertige Fertigwaren statt Rohbaumwolle oder Garn auszuführen und mehr Verarbeitung sowie Beschäftigung im Land zu halten.

Produktionsausblick erhöht das Angebotsrisiko

Indiens Textilministerium erwartet einen Rückgang der Baumwollproduktion von 352,48 Lakh Ballen 2020-21 auf 290,91 Lakh Ballen 2025-26. Das Büro des Foreign Agricultural Service des US-Landwirtschaftsministeriums in Neu-Delhi prognostiziert für 2026-27 separat eine Anbaufläche von 115 Lakh Hektar und 245 Lakh Ballen zu jeweils 480 Pfund. Die Ballenangaben folgen den Einheiten der jeweiligen Quellen und sind ohne Umrechnung nicht unmittelbar vergleichbar.

Das USDA-Büro rechnet mit einem Rückgang des durchschnittlichen Faserertrags um 2 % auf 464 Kilogramm je Hektar. Unterdurchschnittlicher Monsunregen, eine verlängerte Aussaat und das Risiko trockener Bedingungen in West- und Zentralindien im September könnten Ertrag und Gesamtproduktion zusätzlich beeinträchtigen. Für Textil- und Bekleidungsbetriebe sprechen geringere Anlieferungen, ein unsicherer Produktionsausblick und die hohe Garnnachfrage für anhaltende Kostenrisiken. Sinkende Preise für Baumwollsaatkuchen und gewaschenes Öl begrenzen zugleich die Erlöse aus Nebenprodukten.

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