Teurere Zwiebeln, Hülsenfrüchte und Speiseöle belasten Indiens Haushalte
Vor der Festsaison müssen indische Haushalte mehr für Zwiebeln, Hülsenfrüchte und Speiseöl zahlen. Speiseölhersteller könnten die Preise wegen höherer Importkosten um weitere 7-8 % anheben, während schwache Niederschläge die heimische Ernte gefährden.
Grundnahrungsmittel belasten die Haushaltsbudgets
Vor den Festen Dussehra, Chhath Puja und Diwali sehen sich indische Haushalte mit breit angelegten Preissteigerungen bei wichtigen Küchenprodukten konfrontiert. Höhere Einzelhandelspreise für Straucherbsen, Zwiebeln, Kartoffeln, Tomaten und Speiseöle belasten die Familienbudgets in Uttar Pradesh und anderen Landesteilen zusätzlich.
Nach offiziellen Daten des Verbraucherministeriums, die The Bharat Now anführt, erreichte der durchschnittliche Einzelhandelspreis für Arhar- beziehungsweise Tur-Dal 124,23 Rupien je Kilogramm. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 113,66 Rupien. Auch Kichererbsen, Urdbohnen, Mungbohnen und Linsen verteuerten sich, wobei die Publikation hierfür keine konkreten Preise nannte.
Unter den erfassten Gemüsesorten verzeichneten Zwiebeln den stärksten Anstieg. Ihr durchschnittlicher Einzelhandelspreis erreichte am 20. September 54,23 Rupien je Kilogramm und lag damit mehr als doppelt so hoch wie die 25,97 Rupien im Vorjahreszeitraum. Tomaten verteuerten sich von 36,48 auf 39,16 Rupien je Kilogramm, während Kartoffeln mehr als 22 Rupien je Kilogramm kosteten.
Speiseölunternehmen kämpfen mit höheren Importkosten
The Bharat Now zufolge sind die durchschnittlichen Einzelhandelspreise für Speiseöl im vergangenen Jahr um bis zu 31 Rupien je Kilogramm gestiegen. Erdnussöl verteuerte sich von 186,93 auf 208,44 Rupien je Kilogramm, Senföl von 188,80 auf 201,02 Rupien.
Ein weiterer Anstieg könnte folgen. Laut ABP Live könnten Unternehmen die Speiseölpreise vor der kommenden Festsaison um 7-8 % erhöhen. Es wäre die dritte Preisrunde seit März. Zwei vorherige Anhebungen von jeweils 5-6 % führten zwischen März und Juni zu einem kumulierten Plus von 10-12 %. Eine weitere Anpassung würde den gesamten Anstieg seit März auf etwa 18-20 % bringen.
Indien importiert laut ABP Live rund 58 % seines Speiseölbedarfs. The Bharat Now beziffert den Anteil auf 60 %. Beide Angaben verdeutlichen die starke Abhängigkeit von Weltmarktpreisen und Wechselkursen. Daten der Solvent Extractors’ Association of India, auf die sich ABP Live beruft, zeigten am 18. September an den Häfen von Mumbai Preise von 1.265 $ je Tonne für rohes Palmöl, 1.314 $ für rohes Sojaöl und 1.380 $ für rohes Sonnenblumenöl. Palm- und Sojaöl kosteten 11 % mehr als ein Jahr zuvor, Sonnenblumenöl 7 % mehr.
Wetter und Weltmarkt verschärfen den Druck
Die höheren Einstandskosten gehen auf eine schwächere Rupie, gestiegene Transportausgaben und höhere Versicherungsprämien zurück. Aditya Agarwal, Direktor der Emami Group, sagte ABP Live, die Einstandskosten für rohe Speiseöle seien um etwa 8-11 % gestiegen. Unternehmen könnten deshalb gezwungen sein, die Mehrkosten an Verbraucher weiterzugeben. Emami Agrotech besitzt die Speiseölmarken Healthy & Tasty und Best Choice.
Auch im Inland bestehen Versorgungsrisiken. Nach Angaben von The Bharat Now lagen die Niederschläge in Indien bis zum 17. September etwa 15 % unter dem Normalwert. Zu wenig Regen in wichtigen Anbauregionen der Kharif-Saison könnte die Erträge von Reis und Ölsaaten beeinträchtigen und zu den hohen Importkosten ein heimisches Produktionsrisiko hinzufügen.
Auch das internationale Angebot wird knapper. Palmöl stellt laut The Bharat Now 50-60 % der indischen Speiseölimporte. Die Hauptlieferanten Indonesien und Malaysia setzen erhebliche Mengen für die Biokraftstoffproduktion ein. Einen großen Teil seines Sonnenblumenöls bezieht Indien zudem aus Russland und der Ukraine. Der anhaltende Krieg und Störungen der Schifffahrt im Schwarzen Meer beeinträchtigen die Lieferketten und erhöhen die Kosten für indische Importeure, Raffinerien und Verbraucher.