Indiens Zuckerpreise könnten wegen schwachem Monsun auf Rekordniveau steigen
Schwacher Monsun, niedrigere Produktionsaussichten und knappe Bestände könnten Indiens Zuckerpreise vor dem Saisonstart im Oktober auf Rekordniveau treiben. Business Standard Hindi zufolge könnten die Ab-Werk-Preise 5.000 ₹ je Doppelzentner überschreiten und die Großhandelspreise 55 ₹ je Kilogramm erreichen.
Preise steigen binnen eines Monats um 300 ₹ je Doppelzentner
Indiens Zuckerpreise könnten im Vorfeld der Festsaison ein Rekordhoch erreichen. Ein schwacher Monsun und niedrige Lagerbestände schüren Sorgen um das Angebot, bevor im Oktober die neue Saison beginnt. Business Standard Hindi berichtet, dass sowohl die Ab-Werk- als auch die Großhandelspreise erstmals über 50 ₹ je Kilogramm steigen könnten.
Nach Angaben des Zuckerhändlers Sudhir Bhalotia liegen die Ab-Werk-Preise in Uttar Pradesh derzeit bei 4.400-4.500 ₹ je Doppelzentner. Innerhalb eines Monats haben sie um rund 300 ₹ je Doppelzentner zugelegt. In Delhi stiegen die Großhandelspreise im selben Zeitraum auf 4.750-4.850 ₹ je Doppelzentner.
Bhalotia erwartet bis zum Beginn der neuen Zuckersaison im Oktober Ab-Werk-Preise von 5.000-5.100 ₹ je Doppelzentner. Damit würde der Preis am Werk erstmals die Marke von 50 ₹ je Kilogramm überschreiten. Auf diesem Niveau könnten die Großhandelspreise seiner Einschätzung nach auf 55 ₹ je Kilogramm steigen.
Produktionsprognose sinkt auf 28-28,5 Millionen Tonnen
Der Preisausblick spiegelt eine angespanntere Versorgung wider als zuvor erwartet. Bhalotia zufolge war für die laufende Saison nach der Aufhebung der Zuckerquote für Ethanol mit einer Produktion von mehr als 30 Millionen Tonnen gerechnet worden. Die Schätzung wurde inzwischen auf 28-28,5 Millionen Tonnen gesenkt.
Für Ende September werden Bestände von lediglich 1-1,5 Millionen Tonnen erwartet, während der monatliche Bedarf bei 2,2-2,5 Millionen Tonnen liegt. Der Markt ist daher auf einen rechtzeitigen Produktionsbeginn im Oktober angewiesen. Starten Zuckerrohrverarbeitung und Zuckerproduktion langsam, könnte sich das Angebot ausgerechnet bei anziehender Nachfrage während der Festsaison verknappen.
Indrajit Paul, Rohstoffexperte und Forschungsleiter bei Agrocorp International, hält unter den aktuellen Bedingungen einen Anstieg über 50 ₹ je Kilogramm beziehungsweise 5.000 ₹ je Doppelzentner für sehr wahrscheinlich. Zudem habe der Preis eine langfristige Konsolidierungsphase nach oben verlassen und der Markt notiere auf neuen Höchstständen.
Der Monsun bleibt der entscheidende Faktor
Rahul Chauhan, Direktor von IGrain India, führt den Preisanstieg auf den schwachen Monsun und die Erwartung einer niedrigeren Produktion in der kommenden Saison zurück. Verbessern sich die Niederschläge nicht bald und wird die Zuckerrohrernte beeinträchtigt, könnte das Angebot in den nächsten Monaten weiter sinken und die Preise zusätzlich stützen.
Der Monsun sorgt zugleich für Unsicherheit über die Produktion der nächsten Saison. Laut Paul stützen geringe Überhangbestände und die unklare Niederschlagsentwicklung den Markt. Ob sich Preise von mehr als 50 ₹ je Kilogramm dauerhaft halten, werde jedoch vom Monsun im Juli und August sowie von den Erwartungen für die kommende Produktion abhängen.
Business Standard Hindi weist darauf hin, dass die genannten Ab-Werk-Preise für Uttar Pradesh gelten und auf Händlerangaben beruhen. Zuckerfabriken, Händler, Lebensmittelverarbeiter und Großabnehmer werden nun Niederschläge, Zuckerrohrbestände und den Produktionsstart beobachten. Da die erwarteten Endbestände nicht einmal einen Monat des angegebenen Bedarfs decken, könnten Verzögerungen zum Saisonbeginn die physische Verfügbarkeit und die Preise stark beeinflussen.