Indien bremst Zuckerpreise: Verkaufsquote für September auf Rekordwert von 2,65 Millionen Tonnen
Westbengalen hat den Großhandelspreis für Zucker in der Festsaison auf 50 Rupien je Kilogramm gedeckelt; im Einzelhandel werden binnen einer Woche 53 bis 55 Rupien erwartet. Parallel hat die Zentralregierung für September eine Rekordverkaufsquote von 2,65 Millionen Tonnen freigegeben, aufgeteilt auf zwei Halbmonatstranchen. Die Einzelhandelspreise sind bereits von über 75 Rupien je Kilogramm Mitte August auf 55 bis 65 Rupien gefallen.
Westbengalen setzt eine Großhandelsobergrenze von 50 Rupien je Kilogramm
Die Regierung des Bundesstaates Westbengalen hat einen Höchstpreis von 50 Rupien je Kilogramm im Zuckergroßhandel festgelegt, um den Preisauftrieb in der Festsaison zu stoppen, wie Dainik Jagran berichtet. Die Abteilung für Agrarvermarktung des Bundesstaates erwartet, dass die Entscheidung binnen sieben Tagen im Einzelhandel ankommt und die Regalpreise auf 53 bis 55 Rupien je Kilogramm drückt. Vor Durga Puja wird Zucker zusätzlich über die staatlichen Sufal-Bangla-Verkaufsstellen zu kontrollierten Preisen angeboten.
Der Obergrenze gingen drei Treffen am 3., 5. und 11. September zwischen der Behörde und der Posta Bazar Merchants Association in Barabazar voraus, dem wichtigsten Großhandelsplatz Kolkatas. Im Mittelpunkt standen eine normale Marktversorgung und die Verhinderung unbegründeter Preiserhöhungen. Nach Angaben der Behörden soll das Niveau von 50 Rupien mindestens drei Monate gehalten werden, also über Durga Puja und den Rest des Festkalenders hinweg.
Damit der Handel nicht ins Stocken gerät, stellt der Bundesstaat logistische Unterstützung bereit. Zucker darf nun in Lagern staatlich regulierter Marktkomitees im Umkreis von 50 Kilometern um den Verladepunkt Dankuni entladen werden; von dort gelangt er in die Sufal-Bangla-Stände und die regulierten Marktkomitees selbst. Mitarbeiter der Behörde werden die Märkte fortlaufend kontrollieren, Großhandels- und Einzelhandelsnotierungen verfolgen und künstliche Preiserhöhungen unterbinden.
Der Minister für Agrarvermarktung, Dilip Ghosh, führte den Preisanstieg auf übermäßige Niederschläge in Uttar Pradesh, Maharashtra und Karnataka zurück. Die Einzelhandelspreise waren landesweit seit Monaten gestiegen und hatten rund 70 Rupien je Kilogramm erreicht, was sowohl die Haushaltsbudgets als auch die Preise für Süßwaren belastete.
Zentralregierung gibt Rekordquote von 2,65 Millionen Tonnen frei
Parallel dazu hat das Ernährungsministerium den Zuckerfabriken erlaubt, im September 2,65 Millionen Tonnen Zucker zu verkaufen – der höchste jemals verzeichnete Monatswert, wie die Hindi-Ausgabe von Business Standard berichtet. Die Zuteilung erfolgt inzwischen halbmonatlich statt monatlich: 1,3 Millionen Tonnen für den 1. bis 15. September und weitere 1,35 Millionen Tonnen für den 16. bis 30. September 2026.
Zum Vergleich: Für August 2026 waren 2,25 Millionen Tonnen vorgesehen – dieselbe Menge wie im August 2025 –, für Juli 2026 2,2 Millionen Tonnen. Der Quotenmechanismus soll die Versorgung des Binnenmarktes sichern und abrupte Preisausschläge verhindern; der Wechsel auf Halbmonatstranchen gibt dem Ministerium mehr Kontrolle über das Timing.
Preise weichen vom August-Hoch zurück
Im Einzelhandel ist Zucker in Teilen des Marktes auf 55 Rupien je Kilogramm gefallen, landesweit liegen die Notierungen zwischen 55 und 65 Rupien, berichtet Business Standard. Der gesamtindische Durchschnittspreis im Einzelhandel blieb unter 60 Rupien je Kilogramm; Mitte August hatte er über 75 Rupien gelegen. Die Regierung strebt eine Rückkehr in das von ihr als normal betrachtete Band von 40 bis 45 Rupien je Kilogramm an, das Niveau vom Juli.
Auf den vorgelagerten Stufen ist die Korrektur deutlicher. Der Ab-Werk-Preis ist auf 4.400 bis 4.700 Rupien je Doppelzentner (100 Kilogramm) gesunken, der durchschnittliche Großhandelspreis liegt bei rund 5.000 Rupien je Doppelzentner; der Einzelhandel bleibt im Verhältnis dazu teuer. Behördenvertreter führen den Rückgang auf das Vorgehen gegen Hortung und auf Freigaben oberhalb des tatsächlichen Bedarfs zurück. Die Ganesh-Chaturthi-Feiern in Maharashtra und weiteren Bundesstaaten haben den Verbrauch erhöht, doch die Verkaufsquote liegt deutlich darüber. Der Höhepunkt der Festsaison folgt im Oktober und November.
Liquidität der Fabriken und das Zwiebeldossier
Für die Zuckerfabriken in Maharashtra wurde eine Zinssubvention von 738,51 Crore Rupien – rund 7,385 Milliarden Rupien – bewilligt, mit der ausstehende FRP-Zahlungen an die Zuckerrohrbauern beglichen werden sollen. Unabhängig davon verstärkt Westbengalen die Beobachtung der Zwiebelpreise, die am Dienstag im Einzelhandel 65 bis 70 Rupien je Kilogramm erreichten, und plant die Eröffnung von zehn Kühllagern für Zwiebeln im Bundesstaat.
Vollständige Marktanalyse