Indien verneint Importzusage für US-Ethanol in Handelsgesprächen
Indien hat in den Handelsgesprächen mit den USA nach eigenen Angaben weder Zugeständnisse noch Zusagen für Ethanolimporte zur Kraftstoffbeimischung gemacht. Das Ethanol für E20-Benzin soll weiterhin ausschließlich von indischen Produzenten kommen.
Regierung weist Berichte über US-Lieferungen zurück
Indien hat nach eigenen Angaben im Rahmen der Verhandlungen über ein bilaterales Handelsabkommen weder Zugeständnisse gemacht noch zugesagt, Ethanol aus den USA zur Beimischung in Kraftstoffe zu importieren. Damit bleibt einer der wachsenden Kraftstoffmärkte Indiens außerhalb der öffentlich bekannten Verhandlungskonzessionen, und die Regierung hält am Vorrang für heimisch erzeugtes Ethanol fest.
Das Ministerium für Handel und Industrie bezeichnete jüngste Behauptungen, Indien bereite umfangreiche Importe von US-Ethanol vor, laut Jagran als haltlos und sachlich falsch. Indien importiere kein amerikanisches Ethanol zur Kraftstoffbeimischung und plane auch keinen Einstieg in solche Lieferungen.
Das Ministerium erklärte zudem, das indische Ethanolbeimischungsprogramm werde vollständig durch die nationale Politik bestimmt. Das dem Benzin zugesetzte Ethanol stamme ausschließlich von indischen Produzenten. Damit bleiben die Versorgung mit Rohstoffen und die erforderliche Produktion Aufgabe der heimischen Verarbeiter.
E20 bleibt an die heimische Produktion gebunden
Indien setzt sein Programm für ethanolhaltiges Benzin um, um die inländische Erzeugung zu fördern und die Energiesicherheit zu stärken. E20 besteht aus 80% Benzin und 20% Ethanol. Die Vorgabe schafft einen bedeutenden gebundenen Absatzmarkt für indische Ethanolproduzenten und begrenzt zugleich die Beteiligung ausländischer Anbieter am Beimischungssegment.
Für Produzenten, Verarbeiter und Händler ist die Erklärung relevant, weil der Zugang zum indischen Markt Beschaffung, Anlagenauslastung und Investitionen beeinflussen kann. Mit dem Ausschluss einer Importzusage an die USA signalisiert Neu-Delhi, dass die heimische Versorgung die Grundlage des Programms bleibt. Die Quellen nennen weder ein alternatives Importkontingent noch einen Zeitplan oder ein Volumen.
Die Klarstellung folgte auf Vorwürfe von Arvind Kejriwal, dem nationalen Vorsitzenden der Aam Aadmi Party. Er hatte erklärt, die Zentralregierung plane künftig auch Ethanol in Diesel und Flugturbinenkraftstoff beizumischen. Zudem rief er Verbraucher dazu auf, vorerst keine neuen Benzin- oder Dieselfahrzeuge zu kaufen. Die Regierung äußerte sich zu Ethanolimporten für die Beimischung und bekräftigte, dass die Handelsgespräche die bestehende Politik nicht verändern würden.
Acht Verhandlungsrunden sind abgeschlossen
Indien und die USA verhandeln seit März über ein Handelsabkommen. Nach Angaben von Jagran wurden acht Gesprächsrunden abgeschlossen und ein Rahmen für die erste Phase eines bilateralen Abkommens festgelegt. Die Regierung betonte dennoch, dass bei den Gesprächen keine Zugeständnisse oder Zusagen zu Ethanol erfolgt seien.
Das Dementi zieht eine klare Grenze zwischen den umfassenderen Handelsgesprächen und Indiens nationaler Beimischungsvorgabe. US-Anbieter erhalten damit keinen bestätigten Zugang zum indischen Kraftstoffmarkt über das diskutierte Abkommen. Für indische Produzenten bleibt der Absatzschutz unter E20 bestehen, auch wenn die Quellen keine Daten zu Produktion, Verbrauch, Preisen oder Kapazitäten nennen. Die wirtschaftliche Wirkung hängt deshalb davon ab, ob heimische Anbieter den Ethanolanteil von 20% ohne Änderung der Importpolitik liefern können.