Indien genehmigt Test mit 2 Milliarden Polymernoten und sucht Substratlieferanten
Indien hat Feldversuche mit jeweils 1 Milliarde Polymernoten zu ₹10 und ₹20 genehmigt, während Papiergeld im Umlauf bleibt. Die RBI-Tochter BRBNMPL sucht zugleich international nach Lieferanten von sicherheitsfähigem Polymersubstrat.
Regierung genehmigt groß angelegten Feldversuch
Die indische Regierung hat einen Vorschlag der Reserve Bank of India für Feldversuche mit Polymerbanknoten zu ₹10 und ₹20 genehmigt. Das Programm umfasst jeweils 1 Milliarde Scheine beider Stückelungen, insgesamt also 2 Milliarden Banknoten. The Indian Express bezifferte ihren gesamten Nennwert auf rund ₹30 Milliarden. Damit entsteht ein beträchtlicher Testmarkt für sicherheitsfähiges Polymersubstrat, ohne dass Indien seine Währung generell auf Kunststoff umstellt.
Finanzstaatsminister Pankaj Chaudhary gab die Genehmigung im Parlament bekannt, wie The Indian Express und Business Standard berichteten. Die Polymernoten sollen parallel zu den vorhandenen Papiernoten umlaufen; eine Ablösung des Papiergeldes ist nach Angaben der Regierung nicht vorgesehen. Eine reguläre Ausgabe werde erst nach erfolgreichem Abschluss der ersten Feldversuche geprüft, berichtete India Today. Ein verbindlicher Termin für den Umlaufstart wurde nicht genannt.
Internationale Lieferanten können sich bewerben
Bharatiya Reserve Bank Note Mudran Private Limited, die für die Banknotenproduktion zuständige RBI-Tochter, veröffentlichte eine globale Interessenbekundung zur Herstellung und Lieferung opaker Polymersubstratbögen. Diese müssen Sicherheitsmerkmale tragen und für den Druck indischer Banknoten geeignet sein. Die offizielle Ausschreibung EOI/04/CO/2026-27 wurde am 17. Juli 2026 eröffnet und nannte den 18. August 2026 als Schlusstermin. The Indian Express berichtete zusätzlich, dass Angebote für 34 Millionen Polymerbögen eingeholt wurden.
Das internationale Verfahren macht eine zentrale Beschaffungsfrage sichtbar: Indien könnte für den Versuch auf importiertes Substrat angewiesen sein. Die fertigen Scheine sind indische Währung, doch das Spezialmaterial könnte zunächst von ausländischen Herstellern mit der erforderlichen Banknotentechnik und Sicherheitskompetenz kommen. Zulassungskriterien, technische Prüfung und die spätere Auftragsvergabe entscheiden somit darüber, welche Unternehmen und Produktionsländer beteiligt werden. Aus dem verfügbaren Material geht kein ausgewählter Lieferant hervor.
Belastungstest für stark genutzte Stückelungen
Die RBI wählte ₹10 und ₹20, weil diese kleinen Stückelungen häufig den Besitzer wechseln und schnell verschleißen, berichtete Moneycontrol. Geprüft werden eine längere Nutzungsdauer und ein geringerer Ersatzbedarf. Laut India Today verweist die RBI auf internationale Studien, nach denen Polymernoten deutlich länger halten als Papierbanknoten. Einsparungen könnten bei wiederholtem Druck, Transport und Entsorgung entstehen; bestätigte Beschaffungskosten oder eine bezifferte Ersparnis für diesen Versuch nennen die Quellen jedoch nicht.
Das Vorhaben greift eine Initiative von vor mehr als einem Jahrzehnt wieder auf. Eine Regierungsmitteilung aus dem Jahr 2013 sah einen Feldversuch mit 1 Milliarde Polymernoten zu ₹10 in fünf Städten vor. Das aktuelle Programm ergänzt die Stückelung zu ₹20 und weist einen erheblich höheren gesamten Nennwert auf. Für Substrathersteller, Sicherheitsdruckereien und Anbieter von Prüftechnik eröffnet es ein großvolumiges Projekt, ist aber noch keine Zusage für eine landesweite Einführung. Die wirtschaftliche Wirkung hängt von der Bewährung im Umlauf, den Produktionskosten und der anschließenden Entscheidung der RBI ab.