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Indien senkt Zucker-Lagergrenze für Händler auf 1.000 Quintal, Einzelhandelspreise fallen um 15%

Indiens Ernährungsministerium hat die Lagerobergrenze für Zuckerhändler für den Zeitraum vom 15. Oktober bis 30. November auf 1.000 Quintal gesenkt und die maximale Haltedauer auf 15 Tage verkürzt. Die Verschärfung erfolgt, nachdem die durchschnittlichen Einzelhandelspreise rund 15% unter die Augusthochs gefallen sind und die Ab-Werk-Preise um 28% nachgegeben haben. Für Kolkata und Assam bleibt eine höhere Grenze von 2.000 Quintal bestehen.

Indien senkt Zucker-Lagergrenze für Händler auf 1.000 Quintal, Einzelhandelspreise fallen um 15%

Indien hat die Obergrenze für die Zuckerbestände von Händlern erneut verschärft: Für den Zeitraum vom 15. Oktober bis 30. November gilt landesweit ein Limit von 1.000 Quintal (100 Tonnen). Die am Donnerstag vom Ernährungsministerium erlassene Anordnung, über die Dainik Jagran berichtet, verkürzt zugleich die maximale Haltedauer auf 15 Tage.

Dritte Senkung seit August

Es ist die dritte Verschärfung in etwa drei Monaten. Im August hatte das Ministerium für Zuckerhändler landesweit eine Grenze von 4.000 Quintal (400 Tonnen) verhängt, gültig vom 1. August bis 30. November, bei einer maximalen Haltedauer von 30 Tagen. Dieses Limit wurde zum 15. September auf 2.000 Quintal (200 Tonnen) halbiert und ist nun erneut halbiert worden.

  • 1. August bis 30. November: 4.000 Quintal, Haltedauer 30 Tage
  • Ab 15. September: 2.000 Quintal
  • 15. Oktober bis 30. November: 1.000 Quintal, Haltedauer 15 Tage

Die Begründung der Regierung: Niedrigere Obergrenzen und kürzere Haltefristen lassen weniger Raum für Hortung, Spekulation und Versuche, während der Festsaison künstliche Knappheit zu erzeugen. In dieser Zeit erreicht die Zuckernachfrage der Haushalte ihren Jahreshöchststand.

Kolkata und Assam behalten eine höhere Grenze

Die Anordnung enthält zwei regional begründete Ausnahmen. Händler in Kolkata und dessen erweitertem Ballungsraum sowie Händler in Assam dürfen weiterhin bis zu 2.000 Quintal lagern. Nach Angaben des Ernährungsministeriums bezieht Kolkata Zucker aus Uttar Pradesh, Maharashtra und Karnataka und verteilt ihn weiter nach Ostindien und in die nordöstlichen Bundesstaaten; die dortigen Händler sind also ein Umschlagglied und nicht die letzte Stufe zum Einzelhandel. Assam erhielt das höhere Limit wegen der geografischen Bedingungen und der Transportprobleme.

Für den Handel ist der Unterschied rein praktisch: Eine Partiegröße, die in Kolkata oder Assam zulässig bleibt, überschreitet im übrigen Land bereits die Grenze. Händler, die den Osten und Nordosten versorgen, behalten damit doppelt so viel Puffer wie ihre Kollegen in den wichtigsten Anbaustaaten.

Einzelhandel minus 15%, Ab-Werk-Preise minus 28%

Die Verschärfung trifft einen fallenden, nicht einen steigenden Markt. Das Ernährungsministerium erklärte, die durchschnittlichen Einzelhandelspreise für Zucker lägen inzwischen rund 15% unter den Höchstständen vom August, und erwartet weitere Abschwächung. Die Ab-Werk-Preise, zu denen die Fabriken an den Handel verkaufen, sind um etwa 28% gefallen und halten sich seit drei Wochen stabil.

Die Lücke zwischen beiden Werten ist der Kern der Kritik aus Neu-Delhi. Die Preise am Werkstor haben etwa doppelt so stark korrigiert wie die Regalpreise, ein Teil des Rückgangs ist also in der Vertriebskette geblieben und nicht bei den Haushalten angekommen. Drei Wochen stabile Ab-Werk-Preise nehmen den Zwischenhändlern zudem das übliche Argument eines unübersichtlichen Marktes.

Ministerium verlangt Weitergabe an die Verbraucher

Das Ministerium hat Zuckerfabriken, Händler, Großhändler und weitere Marktteilnehmer angewiesen, eine unterbrechungsfreie Versorgung sicherzustellen und jede Form von Hortung oder Spekulation zu vermeiden. Groß- und Einzelhandel wurden ausdrücklich aufgefordert, den Rückgang der Ab-Werk-Preise unverzüglich an die Verbraucher weiterzugeben.

Praktisch wirkt die 15-Tage-Regel als Beschleuniger des Lagerumschlags. Wer an der Obergrenze arbeitet, muss seinen Bestand nun zweimal im Monat abbauen und ersetzen. Das verschiebt die Beschaffung zu kleineren und häufigeren Partien bei den Fabriken und verhindert, Zucker über die Festwochen hinweg auf höhere Preise zu halten. Für die Fabriken bedeutet das in den ersten Wochen der neuen Zuckersaison eine gleichmäßigere, aber kleinteiligere Abnahme, während das Bestandsrisiko näher am Werkstor bleibt.

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