Indien senkt Einfuhrzölle auf Palm-, Soja- und Sonnenblumenöl, Rohsonnenblumenöl zollfrei
Indien hat den Grundzoll auf rohes und raffiniertes Palm-, Soja- und Sonnenblumenöl mit Wirkung zum 24. September 2026 gesenkt und die Abgabe auf rohes Sonnenblumenöl vollständig gestrichen. Der Gesamtzoll auf rohes Palm- und Sojaöl fällt von 16,5 auf 11 Prozent, auf rohes Sonnenblumenöl auf 5,5 Prozent. Raffinerien, die Käufe zurückgestellt hatten, dürften ihre Importe beschleunigen.
Indien hat den Grundzoll (Basic Customs Duty) auf rohes und raffiniertes Palm-, Soja- und Sonnenblumenöl gesenkt. Die neuen Sätze gelten seit dem 24. September 2026, wie aus einer vom Finanzministerium veröffentlichten Verordnung hervorgeht, über die CNBC-TV18 und weitere indische Medien berichteten. Für rohes Sonnenblumenöl wurde die Abgabe vollständig gestrichen.
Die Entscheidung fällt zum Beginn der indischen Festsaison, die von September bis November läuft und den höchsten Verbrauch an Süßwaren, Snacks und Frittiertem mit sich bringt. Die Preise für Pflanzenöle in Indien sind binnen eines Jahres um knapp 20 Prozent gestiegen; die Regierung erwartet, dass die niedrigeren Zölle im Einzelhandel ankommen und den Konsum stützen. Reuters hatte in der Vorwoche berichtet, dass Neu-Delhi eine Zollsenkung für Speiseöle zur Entlastung der Verbraucher vorbereitet. Die Navbharat Times wies darauf hin, dass der Grundzoll auf die Rohqualitäten faktisch halbiert wurde.
Die neue Zollstruktur
Laut der Verordnung gilt:
- Rohes Palmöl und rohes Sojaöl: Grundzoll von 10 auf 5 Prozent gesenkt.
- Raffiniertes Palmöl und raffiniertes Sojaöl: von 32,5 auf 27,5 Prozent.
- Rohes Sonnenblumenöl: von 10 Prozent auf Null.
- Raffiniertes Sonnenblumenöl: von 32,5 auf 22,5 Prozent.
Zusätzlich zum Grundzoll fallen bei Speiseölimporten nach Indien die Agriculture Infrastructure and Development Cess sowie die Social Welfare Surcharge an. Mit diesen Abgaben sinkt der gesamte Einfuhrzoll auf rohes Palm- und rohes Sojaöl von 16,5 auf 11 Prozent, rohes Sonnenblumenöl wird künftig mit 5,5 statt 16,5 Prozent belastet. Die hindisprachige Ausgabe der Economic Times bezeichnete Sonnenblumenöl als größten Gewinner des Pakets, ETV Bharat betonte, dass der Grundzoll auf die Rohqualität direkt auf Null gesetzt wurde.
Raffinerien kaufen wieder
Vor der Ankündigung war der Einkauf praktisch zum Stillstand gekommen. "In Erwartung einer Zollsenkung hatten die Raffinerien ihre Käufe zurückgestellt, nun werden sie die Importe beschleunigen, um die Nachfrage der Festsaison zu decken", sagte Sandeep Bajoria, Geschäftsführer der Sunvin Group, eines Pflanzenölmaklers aus Mumbai. Da die Lager vor dem Verbrauchshöhepunkt abgebaut wurden, dürfte der Wiedereinstieg konzentriert und nicht allmählich erfolgen.
Lieferländer und Terminmärkte
Indien deckt annähernd zwei Drittel seines Pflanzenölbedarfs über Importe, vor allem Palm-, Soja- und Sonnenblumenöl aus Malaysia, Indonesien, Argentinien, Russland und der Ukraine. Eine Beschleunigung der indischen Käufe wirkt damit unmittelbar auf die Auftragsbücher südostasiatischer Palmölproduzenten, südamerikanischer Sojaverarbeiter und der Sonnenblumenölexporteure am Schwarzen Meer.
Händler erwarten, dass eine stärkere indische Nachfrage die Referenzkontrakte für malaysisches Palmöl und US-Sojaöl stützt. Gleichzeitig hat sich das Preisverhältnis innerhalb des Korbs verschoben. Aashish Acharya, Vice President bei Patanjali Foods Ltd, sieht Sonnenblumenöl als Hauptprofiteur der Senkung: Es werde für Raffinerien attraktiver und könne einen Teil der Nachfrage von Soja- und Palmöl abziehen.
Einzelhandelspreise und heimische Verarbeiter
Der indische Verband der Pflanzenölhersteller (IVPA) erklärte, die Einzelhandelspreise für Speiseöle könnten nach der Zollsenkung nachgeben. Wie viel davon beim Verbraucher ankommt, hängt davon ab, wie schnell die Raffinerien die niedrigeren Importkosten in der Hochphase der Nachfrage weitergeben.
Geändert wurde ausschließlich der Grundzoll; die Agrarinfrastrukturabgabe und die Sozialabgabe bleiben bestehen. Für heimische Ölsaatenerzeuger und Verarbeiter verringert billigeres Importöl den Preisvorsprung, den sie bei einer Belastung von 16,5 Prozent hatten.