Indiens Reis-Exportpreise auf Jahreshoch — zu wenig Monsunregen drückt die Ernteschätzungen
Indischer Parboiled-Reis mit 5% Bruch stieg diese Woche auf 371 bis 377 US-Dollar je Tonne und damit auf den höchsten Stand seit einem Jahr, nachdem der August-Niederschlag 16% unter Normal lag. Thailand notiert bei 488 US-Dollar je Tonne, Vietnam unverändert bei 440 bis 445 US-Dollar. Bangladesch halbierte seine genehmigte Exportquote für Duftreis und setzte einen Mindestexportpreis von 1,60 US-Dollar je Kilogramm fest.
Die Exportpreise für indischen Reis sind diese Woche auf den höchsten Stand seit einem Jahr gestiegen. Auslöser sind unterdurchschnittliche Niederschläge und sinkende Ernteschätzungen, berichtet Dainik Jagran. Das Blatt führt den Anstieg auf Sorgen um die im Sommer ausgesäte Kultur und auf ein knapperes Angebot zurück.
Indischer Parboiled-Reis mit 5% Bruch wurde diese Woche mit 371 bis 377 US-Dollar je Tonne notiert, nach 369 bis 375 US-Dollar je Tonne in der Vorwoche. Der Exportpreis für weißen Reis mit 5% Bruch lag bei 368 bis 373 US-Dollar je Tonne.
Fehlender Monsunregen senkt die Ernteschätzungen
Indiens Wetterbehörde teilte am Montag mit, der August-Niederschlag habe 16% unter dem Normalwert gelegen, und auch für September werde unterdurchschnittlicher Monsunregen erwartet, so Dainik Jagran. Sommerreis bezieht den größten Teil seines Wassers aus dem Monsun; ein Defizit in beiden Monaten verkürzt das Zeitfenster für eine Erholung der Bestände.
Ein Händler aus Kalkutta, der für ein globales Handelshaus arbeitet, sagte Medien, mit wachsendem Regendefizit würden die Produktionsprognosen nach unten korrigiert, und die Preise reagierten entsprechend. Eine revidierte offizielle Erntezahl wurde mit dem Bericht nicht veröffentlicht.
Vietnam unverändert, Thailand teurer
Vietnamesischer Reis mit 5% Bruch wurde am Donnerstag mit 440 bis 445 US-Dollar je Tonne notiert und damit unverändert gegenüber der Vorwoche. Ein Händler in Ho-Chi-Minh-Stadt sagte, das inländische Angebot sinke, weil die Sommer-Herbst-Ernte binnen einer Woche abgeschlossen sei, doch auch die Nachfrage schwäche sich ab. Derselbe Händler erklärte, die Philippinen weiteten ihre Reisimporte aus, kauften dabei aber bei anderen Lieferanten als Vietnam.
Staatliche Medien beziffern den vietnamesischen Reisexport in diesem Jahr unter Berufung auf die Vietnam Food Association auf 7,74 Millionen Tonnen.
Thailändischer Reis mit 5% Bruch stieg von 483 bis 485 US-Dollar je Tonne in der Vorwoche auf 488 US-Dollar je Tonne. „Die Preise steigen, weil der Markt mit anhaltend niedriger Produktion rechnet“, sagte ein Händler aus Bangkok.
- Indien, Parboiled-Reis 5% Bruch: 371-377 US-Dollar je Tonne (Vorwoche 369-375)
- Indien, weißer Reis 5% Bruch: 368-373 US-Dollar je Tonne
- Vietnam, Reis 5% Bruch: 440-445 US-Dollar je Tonne, unverändert
- Thailand, Reis 5% Bruch: 488 US-Dollar je Tonne (Vorwoche 483-485)
Auf diesem Niveau bleibt indischer Reis die günstigste der drei Herkünfte: rund 65 bis 70 US-Dollar je Tonne unter vietnamesischer Ware und etwa 115 US-Dollar unter thailändischer. Der Abschlag macht indische Partien auch bei steigenden Notierungen zur ersten Wahl für preissensible Importeure.
Bangladesch halbiert Exportquote für Duftreis
Bangladesch hat die zuvor für Händler genehmigte Exportquote für Duftreis halbiert und verweist auf steigende Inlandspreise sowie das Risiko weiterer Erhöhungen. Die Regierung hatte 45.270 Tonnen Duftreis für den Export freigegeben, bis zum 30. August waren jedoch nur 2.419 Tonnen verschifft.
Nach den überarbeiteten Regeln liegt der Mindestexportpreis bei 1,60 US-Dollar je Kilogramm. Verpflichtend sind zudem eine Qualitätsprüfung durch den Zoll und die Rückführung der Exporterlöse ins Land.
Preisdruck im indischen Inlandsmarkt
Die Entwicklung fällt in eine Phase steigender Ausgaben indischer Haushalte für Grundnahrungsmittel. Im August verteuerten sich Zwiebeln und Zucker, und der Druck auf die Verbraucher im Einzelhandel hält an, berichtet Dainik Jagran. Mit den Reis-Exportnotierungen auf Jahreshoch verlagert sich dieser Druck vom Inlands- auf den Weltmarkt.