Indien: Kharif-Anbauflächen verschieben sich von Mais und Soja zu Hülsenfrüchten und Hirse
In Indiens laufender Kharif-Saison sind die Anbauflächen für Mais, Soja, Reis, Baumwolle und Zuckerrohr gesunken, während Urdbohne, Straucherbse, Perlhirse und Sonnenblume zulegten. Die Zahlen stammen aus der Nationalen Rabi-Konferenz des Landwirtschaftsministeriums. Die erste vorläufige Ernteschätzung verschiebt sich auf Mitte Oktober, weil rund 10 Bundesstaaten, darunter Maharashtra, ihre Schätzungen noch nicht eingereicht haben.
Indiens Kharif-Aussaat hat sich in dieser Saison von Mais, Soja, Reis, Baumwolle und Zuckerrohr weg und hin zu Hülsenfrüchten, Perlhirse und Sonnenblume verschoben. Das geht aus Zahlen hervor, die auf der jüngsten Nationalen Rabi-Konferenz des Landwirtschaftsministeriums vorgelegt und von Amar Ujala berichtet wurden. Offizielle Ernteangaben, einschließlich der ersten vorläufigen Schätzung der Saison, werden nun erst für Mitte Oktober erwartet.
Die Flächenverteilung ist deshalb wichtig, weil Kharif Indiens wichtigste Anbausaison ist und die Angebotsseite für Nahrungsmittel, Futtermittel und die Ölsaatenverarbeitung in den kommenden Monaten bestimmt. Laut Amar Ujala haben die ersten Trends den Inlandsmarkt bereits in Bewegung gebracht, obwohl das Ministerium noch keine Flächen- oder Produktionszahlen nach Kulturen veröffentlicht hat.
Rückgänge bei Mais und Soja treffen Futter- und Ölketten
Mais wurde auf weniger Fläche ausgesät als im Vorjahr. Die Kultur geht weit über die direkte Nahrungsverwendung hinaus: Geflügelhaltung und Stärkeindustrie sind große Abnehmer, und Amar Ujala verweist darauf, dass eine geringere Inlandsverfügbarkeit die Maispreise nach oben treiben kann. Für Mischfutterhersteller und Stärkeverarbeiter ist das die unmittelbarste Kostenposition in den aktuellen Trenddaten, und sie wirkt, bevor überhaupt Mengenangaben vorliegen.
Auch die Sojafläche ist gesunken, was direkt auf die heimische Speiseölproduktion durchschlägt. Weniger Soja in der inländischen Verarbeitung bedeutet ein dünneres Angebot an selbst erzeugtem Öl. Die Regierung hat kürzlich die Einfuhrzölle auf Speiseöle gesenkt; dem Bericht zufolge soll das helfen, die Versorgung über Importe abzudecken, womit ein Teil der Ausgleichsfunktion von der heimischen Verarbeitung auf den Importhandel übergeht. Reis, Baumwolle und Zuckerrohr verzeichneten ebenfalls geringere Aussaatflächen, ohne dass die bislang vorliegenden vorläufigen Daten das Ausmaß beziffern.
Urdbohne, Straucherbse, Perlhirse und Sonnenblume legen zu
Auf der anderen Seite stieg die Aussaat bei mehreren Kulturen, bei denen das heimische Angebot knapp ist. Amar Ujala führt die Zuwächse wie folgt auf:
- Urdbohne (Urad): größere Aussaatfläche, was bei günstiger Witterung das heimische Hülsenfruchtangebot verbessern würde.
- Straucherbse (Tuar, auch Arhar): höhere Fläche, mit derselben an die Ernte geknüpften Wirkung auf die Verfügbarkeit.
- Perlhirse (Bajra): mehr Fläche, was die Verfügbarkeit von Grobgetreide stärkt.
- Sonnenblume: ausgeweitete Aussaat, vom Bericht als positives Signal für den Speiseölmarkt bezeichnet.
Der Bericht verbindet eine bessere Hülsenfruchternte mit einer geringeren Importabhängigkeit, knüpft das aber an günstiges Wetter in den kommenden Wochen und an das Endergebnis. Hülsenfrüchte und Speiseöle sind die beiden Kategorien, in denen Indiens Importbedarf am stärksten auf eine schwache Inlandsernte reagiert. Für die Handelsströme zählen diese beiden Positionen daher mehr als die Gesamtfläche.
Erste vorläufige Schätzung auf Mitte Oktober verschoben
Üblicherweise erscheint die erste vorläufige Schätzung für die Kharif-Kulturen bis Ende September. In diesem Jahr verzögert sie sich. Amar Ujala berichtet, dass rund 10 Bundesstaaten, darunter Maharashtra, ihre Ernteschätzungen noch nicht an das Landwirtschaftsministerium übermittelt haben. Das Ministerium hat diesen Bundesstaaten ein Ultimatum von einer Woche gesetzt, damit bis Mitte Oktober belastbare Zahlen veröffentlicht werden können.
Bis dahin arbeiten Käufer mit der Richtung der Flächenentwicklung statt mit Mengen. Der Bericht sieht in den Flächenverschiebungen den direkten Bestimmungsfaktor für die Angebots- und Nachfragelage der kommenden Monate und warnt, dass ohne rechtzeitigen Einsatz von Importen und Pufferbeständen eine Reihe von Alltagsgütern teurer werden könnte. Für Verarbeiter, Importeure und Händler ist die Veröffentlichung Mitte Oktober der Punkt, an dem das bislang qualitative Bild in handelbare Zahlen übergeht.