Indiens Kaffeeexporte steigen im ersten Halbjahr um 25 % auf 242.000 Tonnen
Nach Daten des indischen Coffee Board stiegen die Kaffeeexporte im ersten Halbjahr des Fiskaljahres um 25 % auf mehr als 242.000 Tonnen, von 193.000 Tonnen. Die Exporterlöse legten wegen schwankender Weltmarktpreise nur um 10 % auf 1,17 Milliarden US-Dollar zu. Den größten Beitrag lieferte Instantkaffee mit 134.000 Tonnen und einem Plus von 25,5 %.
Indien hat im ersten Halbjahr des laufenden Fiskaljahres mehr als 242.000 Tonnen Kaffee exportiert, ein Anstieg um 25 % gegenüber dem Vorjahr. Das geht aus Daten des Coffee Board hervor. In den gleichen sechs Monaten des Vorjahres lagen die Lieferungen bei 193.000 Tonnen, der Zuwachs beträgt somit rund 49.000 Tonnen.
Die Erlöse hielten damit nicht Schritt. Die Exporteinnahmen stiegen um 10 % auf 1,17 Milliarden US-Dollar. whalesbook.com, das die Zahlen des Coffee Board veröffentlichte, führt die Differenz auf Preisschwankungen am Weltmarkt zurück, die die Margen der Exporteure drückten. Das Portal bezeichnet den Zeitraum als erstes Halbjahr des Fiskaljahres 2027; der hindisprachige Bericht zu denselben Daten spricht von April bis September 2026 – nach dem indischen Fiskalkalender von April bis März dieselben sechs Monate.
Instantkaffee treibt das Mengenwachstum
Den größten Teil des Zuwachses lieferte löslicher Kaffee. Die Exporte von Instantkaffee stiegen um 25,5 % auf 134.000 Tonnen, das entspricht rund 55 % der gesamten Exportmenge. Die Kategorie spiegelt die anhaltende globale Nachfrage nach verarbeiteten Kaffeeprodukten, in der indische Verarbeiter Extraktionskapazitäten aufgebaut haben, statt sich allein auf Rohkaffee zu verlassen. Damit verschiebt sich die Struktur des Handels: Ein wachsender Anteil der Tonnage verlässt das Land bereits verarbeitet, die Produktionsmarge bleibt im Inland.
Italien, Deutschland, Russland und die Vereinigten Arabischen Emirate bleiben die größten Abnehmer indischen Kaffees. Italien und Deutschland bilden das Rückgrat der europäischen Röst- und Extraktionsindustrie, während Russland und die VAE lösliche und Mischprodukte für den eigenen Verbrauch und den Re-Export abnehmen.
Preisvolatilität bremst den Umsatz
Die Spanne von 15 Prozentpunkten zwischen Mengen- und Wertwachstum deutet auf niedrigere Durchschnittserlöse hin. Aus den gemeldeten Zahlen ergibt sich ein durchschnittlicher Exportpreis von rund 4.800 US-Dollar je Tonne gegenüber etwa 5.500 US-Dollar je Tonne im Vorjahr. Für Exporteure, die an der Verarbeitungsspanne und nicht an der Preisrichtung verdienen, trifft diese Verengung direkt die Marge und begrenzt, wie viel der Rekordmenge in Liquidität umgesetzt wird.
whalesbook.com nennt zudem Währungsbewegungen und schwankende Rohstoffkosten als akute Risiken für den Rest des Jahres. Einkaufspreise für Rohkaffee, Frachtkosten und der Rupie-Kurs fließen in Kontrakte ein, die Monate im Voraus geschlossen werden.
Coffee Board erwartet 404.000 Tonnen in 2026-27
Das Coffee Board schätzt die Produktion für das Erntejahr 2026-27 auf 404.000 Tonnen mit folgender Aufteilung:
- Arabica: 120.000 Tonnen
- Robusta: 284.000 Tonnen
- Robusta-Anteil an der Ernte: etwa 70 %
Das Übergewicht von Robusta ist für das Instantsegment entscheidend, denn Extraktionsanlagen arbeiten überwiegend mit dieser Sorte. Eine Ernte dieser Größe bildet die heimische Rohstoffbasis, auf deren Grundlage die Exporteure das zweite Halbjahr kalkulieren.
CCL Products steigert den Gewinn um 61 %
Unter den börsennotierten Unternehmen verzeichnete CCL Products India Ltd im Quartal bis Juni 2026 ein Nettogewinnwachstum von 61,33 %, berichtet whalesbook.com. Das Unternehmen gehört zu den größeren Herstellern löslichen Kaffees im Land, seine Ergebnisse folgen dem Exporttrend bei Instantkaffee eng. Zum 1. Oktober 2026 notierte die Aktie bei 1.046,40 Rupien, die Marktkapitalisierung lag bei rund 13.974 Crore Rupien (139,74 Milliarden Rupien).
Die Aktie wird mit dem sechsfachen Buchwert gehandelt, was laut whalesbook.com darauf hinweist, dass künftige Wachstumserwartungen bereits eingepreist sind. Als Hauptgefahren für die Margen nennt derselbe Bericht die Volatilität der Rohstoffpreise und Wechselkursverschiebungen. Marktteilnehmer beobachten nun, ob die Exporteure das Tempo im zweiten Halbjahr halten können; entscheidend dürften die neue Ernte und die Richtung der Weltmarktpreise sein.
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