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Gadkari fordert Indiens Zuckerfabriken zum Einstieg in Ethanol und komprimiertes Biogas auf

Unionsminister Nitin Gadkari hat Indiens Zuckerfabriken aufgefordert, ihre Erlöse auf Ethanol, komprimiertes Biogas und weitere Nebenprodukte zu stützen statt allein auf Zucker, berichtet Dainik Jagran. Er verwies auf Regierungsdaten: 1.908 registrierte CBG-Anlagen, davon 132 in Betrieb. In Punjab und Haryana werden jährlich rund 22 Millionen Tonnen Reisstroh verbrannt.

Gadkari fordert Indiens Zuckerfabriken zum Einstieg in Ethanol und komprimiertes Biogas auf

Indiens Unionsminister Nitin Gadkari hat die Zuckerfabriken des Landes aufgefordert, sich nicht länger allein auf Zuckererlöse zu stützen und ihr Portfolio um Ethanol, komprimiertes Biogas (CBG) und weitere Produkte mit Wertschöpfung zu erweitern, berichtet Dainik Jagran. Er sprach bei der Verleihung der Excellence Awards der National Federation of Cooperative Sugar Factories (NFCSF) und bezeichnete Diversifizierung als Weg zu stabileren Fabrikfinanzen und höheren Einkommen der Landwirte.

Sein zentrales Argument ist die Marktstruktur. Zucker ist ein globaler Rohstoff: Weiten große Erzeugerländer ihre Produktion aus, fallen die internationalen Preise rasch. Indische Fabriken sind davon betroffen, weil sich die Preise nach weltweitem Angebot und Nachfrage richten und nicht allein nach der Lage im Inland. Gadkari verwies auf Brasilien, wo großflächig mechanisierter Zuckerrohranbau und dessen Kostenbasis die Weltmarktpreise bewegen können, sobald das Land mehr produziert, als es selbst benötigt. Nach dieser Lesart hat eine Fabrik, die von einem einzigen Rohstoff lebt, dem Preiszyklus nichts entgegenzusetzen.

Diversifizierung in die Energie – eine Position seit 2004

Der Minister beschrieb die „Diversifizierung der Landwirtschaft in Richtung Energie- und Stromsektor“ als Ansatz, für den er seit 2004 eintritt, und sagte, die Umwandlung von Wissen und Technologie in Vermögen werde für die Zukunft der indischen Landwirtschaft entscheidend sein. Er rief die Fabriken auf, sich auf den wirtschaftlichen Wert der Nebenprodukte und Reststoffe entlang der Agrarwertschöpfungskette zu konzentrieren – einen Ansatz, den er „Waste to Economy“ nannte. Agrarreste ließen sich in Kraftstoff und andere Produkte umwandeln, statt ein Entsorgungsproblem zu bleiben.

Die von ihm genannten Einsatzstoffe stehen in den Fabriken oder in deren Umfeld bereits in Mengen zur Verfügung:

  • Zuckerrohrbagasse
  • Reisstroh
  • Bambus und Napiergras

Ethanol und CBG als zweite Erlöslinie

Ethanol stellte er als eine der wichtigsten Chancen für die Zuckerindustrie dar. Zuckerrohrsaft und andere Rohstoffe lassen sich zu Ethanol verarbeiten, während Brennereien und integrierte Zuckerkomplexe zusätzlichen Wert aus den bei der Verarbeitung anfallenden Produkten ziehen können. Dainik Jagran weist darauf hin, dass in Indien derzeit zwei gegensätzliche Sichtweisen auf Ethanol kursieren – der Vorstoß des Ministers fällt damit in eine ungelöste innenpolitische Debatte darüber, wie weit die Branche bei der Umlenkung von Agrarrohstoffen in Kraftstoff gehen soll.

Zum komprimierten Biogas sagte Gadkari, die Technik zur Herstellung von CBG aus Reisstroh, Bambus, Bagasse und Napiergras sei inzwischen verfügbar. Unter Berufung auf Regierungszahlen nannte er 1.908 im Land registrierte CBG-Anlagen, von denen 132 aktiv sind – eine Lücke, die zeigt, wie wenig der angekündigten Projekte tatsächlich in Betrieb gegangen ist.

Am Rohstoff liegt es nicht. Nach Medienberichten, die der Minister zitierte, werden in Punjab und Haryana jährlich rund 22 Millionen Tonnen Reisstroh verbrannt – ein Volumen, das er als bedeutenden potenziellen Rohstoff für Bioenergie bezeichnete. Die Umwandlung von Ernterückständen in Kraftstoff löse ein Abfallproblem, senke die Importe fossiler Energieträger und schaffe eine zusätzliche Einkommensquelle für Landwirte.

Filterkuchen und Wachs in der Wertschöpfungskette

Gadkari verwies zudem auf Wertschöpfung weiter unten in der Verarbeitungskette. Filterkuchen (Press Mud) und Wachs aus Zuckerfabriken können in höherwertige Anwendungen gelenkt werden. Er nannte Fabriken in Satara, wo aus der Rohrverarbeitung gewonnenes Wachs für 300 bis 350 Rupien je Kilogramm verkauft wird und in der Kosmetikbranche zum Einsatz kommt.

Für die Betreiber verschiebt dieser Ansatz die Fabrik zu einem Mehrprodukt-Standort – Zucker, Kraftstoffethanol, komprimiertes Biogas und Spezialprodukte aus Reststoffen – statt eines Verarbeiters, der von einem einzigen Weltmarktpreis abhängt. Wie viel davon Realität wird, hängt davon ab, wie schnell registrierte CBG-Kapazität in laufende Anlagen übergeht und wie die inländische Ethanol-Debatte ausgeht.

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