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Indien erwägt Kopplung der Ölsaaten-Stützpreise an den Ölgehalt

Indiens CACP schlägt vor, die Mindeststützpreise für Ölsaaten an den wissenschaftlich gemessenen Ölgehalt zu koppeln. Hochwertigere Partien könnten einen Aufschlag erhalten, während das Land seine heimische Speiseölproduktion ausbauen und die Importquote von rund 58 % senken will.

CACP schlägt Qualitätsprämie vor

Indiens Kommission für landwirtschaftliche Kosten und Preise hat empfohlen, den Mindeststützpreis für Ölsaaten an deren Ölgehalt zu koppeln. Damit würde das bisher vor allem am Gewicht orientierte Fördersystem um ein Qualitätsmerkmal ergänzt. Partien, die wissenschaftlich festgelegte Grenzwerte überschreiten, sollen einen proportionalen Preisaufschlag erhalten.

Die Empfehlung steht laut The Financial Express im Preisbericht der CACP für Rabi-Kulturen im Vermarktungsjahr 2027-28. Die Kommission berät die indische Regierung bei den Mindeststützpreisen für 23 Kulturen. Für das Modell wären verlässliche Probenahmen, Analysen und Klassifizierungen nötig, bevor ölreichere Saat einen Aufschlag erhält.

Der Staat veröffentlicht derzeit Stützpreise für Ölsaaten wie Soja, Erdnuss, Senf und Saflor aus der Kharif- und Rabi-Saison. Für das Vermarktungsjahr 2027-28 wurden die Stützpreise für Senf und Saflor um 6,6 % bis 10 % angehoben. The Financial Express zufolge liegen die aktuellen Großmarktpreise jedoch über den offiziellen Mindestwerten.

Importabhängigkeit prägt die Debatte

Indien deckt rund 58 % seines Speiseölverbrauchs durch Importe, vor allem mit Palm-, Soja- und Sonnenblumenöl. The Financial Express beziffert den Importwert im Öljahr 2024-25, das von Oktober bis September läuft, auf 18,3 Milliarden $. Damit sind die Produktivität heimischer Ölsaaten, internationale Pflanzenölpreise und die Einfuhrpolitik eng miteinander verbunden.

Am heimischen Speiseölangebot hat Senföl einen Anteil von 45 %, gefolgt von Sojaöl mit 24 % und Erdnussöl mit 7 %, wie die von The Financial Express genannten Zahlen zeigen. Die CACP führt die hohe Importquote darauf zurück, dass der Verbrauch schneller gestiegen ist als die inländische Speiseölproduktion, obwohl die Ölsaatenerzeugung zugenommen hat.

Eine Bezahlung nach gewinnbarer Ölmenge statt allein nach Saatgewicht könnte Landwirten einen direkten Anreiz für ölreichere Sorten und bessere Anbaumethoden geben. Die CACP fordert außerdem verbesserte Technologien und agronomische Verfahren, die Entwicklung ölreicher Sorten und Anreize für deren Anbau. Zusätzliche Mengen könnten aus alternativen heimischen Quellen wie reichlich verfügbarer Reiskleie kommen.

Labore und Marktinfrastruktur sind entscheidend

Zur Umsetzung reicht ein neuer Stützpreis nicht aus. Beschaffungsstellen und Agrarmärkte benötigen Labore, gemeinsame Prüfstandards und transparente Regeln für Probenahme und Prämien. Die CACP empfiehlt Qualitätslabore sowie Trocknungs- und Reinigungsanlagen in der Nähe der Mandis. Ohne zugängliche Tests könnten Landwirte Ergebnisse kaum überprüfen oder ihren Aufschlag durchsetzen.

Die Kommission nennt auch Überregulierung, schwache Mandi-Infrastruktur und hohe gesetzliche Abgaben als Handelshindernisse. Gujarat und Bihar erheben keine Mandi-Gebühr, während andere Bundesstaaten 1 % bis 3 % verlangen. In Punjab und Haryana kommen eine Abgabe von 2 % für die ländliche Entwicklung und eine feste Vermittlerprovision hinzu. Die CACP empfiehlt ein einheitliches, transparentes System zur Stärkung von Wettbewerb und Handel zwischen den Bundesstaaten.

Für Verarbeiter könnte der ölbasierte Einkauf den durchschnittlichen Extraktionswert heimischer Saat erhöhen, zugleich aber die Preisunterschiede zwischen Partien vergrößern. Landwirte müssten stärker zwischen Erntemenge und Ölgehalt abwägen. Bislang handelt es sich um eine Empfehlung. Ihre Wirkung hängt von der Entscheidung der Regierung, der Gestaltung von Grenzwerten und Prämien sowie ausreichenden Prüf- und Beschaffungskapazitäten ab.

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