Indien erwägt Begrenzung von Zuckerrohr für Ethanol wegen Rekordpreisen bei Zucker
Indien erwägt, den Einsatz von Zuckerrohr für Ethanol in der im Oktober beginnenden Saison zu begrenzen, um mehr Zucker zu produzieren und Rekordpreise einzudämmen. Im laufenden, im September endenden Jahr leiteten die Mühlen ein Zuckeräquivalent von rund 3 Millionen Tonnen in die Ethanolproduktion um.
Entscheidung vor Beginn der Saison im Oktober möglich
Indien erwägt, die für Ethanol eingesetzte Menge an Zuckerrohr in der im Oktober beginnenden Saison zu begrenzen. Damit will die Regierung die Zuckerproduktion erhöhen und die Rekordpreise im Inland dämpfen. Business Recorder berichtete unter Berufung auf zwei Regierungs- und zwei Branchenquellen über die Überlegungen.
Laut The Hindu BusinessLine wird eine Entscheidung vor Beginn der neuen Saison im Oktober erwartet. Die diskutierte Maßnahme könnte die Ethanolproduktion aus Zuckerrohrsaft und B-heavy-Melasse begrenzen. Mit diesen beiden Rohstoffen können Mühlen einen Teil der Ernte von Kristallzucker auf Kraftstoff umleiten.
Der Vorschlag würde das Verhältnis zwischen zwei konkurrierenden Verwendungen desselben Agrarrohstoffs verändern. Mehr Zuckerrohr für die Zuckerherstellung könnte das Angebot am heimischen Süßungsmittelmarkt erhöhen. Eine Begrenzung der Ethanolrohstoffe würde zugleich den Spielraum der Mühlen bei der Wahl zwischen Zucker und Kraftstoff verkleinern.
3 Millionen Tonnen im laufenden Jahr umgeleitet
Business Standard und Deccan Herald berichteten, dass die Mühlen im laufenden, im September endenden Jahr ein Zuckeräquivalent von rund 3 Millionen Tonnen in die Ethanolproduktion umgeleitet haben. Das entspricht etwa 10 % der Gesamtproduktion. Bei diesem Umfang betrifft die Ethanolpolitik sowohl die Verfügbarkeit von Zucker als auch die Produktionsplanung der Mühlen.
Die Zahlen zeigen, warum eine Regeländerung am Markt spürbar werden könnte. Bleibt in der nächsten Saison ein Teil dieser Menge im Zuckersegment, könnte sich das inländische Angebot verbessern. Die tatsächliche Wirkung hängt vom Umfang der Begrenzung und von der Zuteilung von Zuckerrohrsaft, B-heavy-Melasse und anderen verfügbaren Rohstoffen ab.
Für Zuckerproduzenten schafft die mögliche Begrenzung Unsicherheit vor dem nächsten Betriebszyklus. Mühlen müssen Vermahlung, Zuckerausbeute und Ethanolproduktion auf Basis derselben Zuckerrohrmenge planen. Eine vor Oktober verkündete Regel würde deshalb die Produktionspläne und den Produktmix der gesamten Saison beeinflussen.
Mögliche Folgen über Indien hinaus
Das unmittelbare Ziel ist innenpolitisch: mehr Zuckerproduktion und eine Dämpfung der Rekordpreise. Die Auswirkungen könnten dennoch die internationalen Märkte erreichen, weil eine andere Verteilung des Zuckerrohrs die aus der Ernte erzeugte Zuckermenge verändert. Raffinerien, Händler, Lebensmittelhersteller und Marktanalysten außerhalb Indiens dürften mögliche Angebotsänderungen genau verfolgen.
Die Berichte nennen weder die Höhe der vorgeschlagenen Begrenzung noch bestätigen sie deren Einführung. Bis zur Regierungsentscheidung müssen Mühlen und Käufer verschiedene Szenarien berücksichtigen: von einem gezielten Limit für Zuckerrohrsaft und B-heavy-Melasse bis zu einer breiteren Einschränkung von Ethanol aus Zuckerrohr. Entscheidend ist, welcher Anteil der im laufenden Jahr umgeleiteten 3 Millionen Tonnen nach Oktober in die Zuckerproduktion zurückkehren könnte.
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