Illegale Zigaretten und schwache Kaufkraft kosten Gudang Garam 3,19 Billionen Rp Umsatz
Gudang Garams Zigarettenumsatz sank im ersten Halbjahr 2026 im Jahresvergleich um 3,19 Billionen Rp, während das Volumen auf 20,5 Milliarden Stück zurückging. Das Unternehmen muss angesichts der Abwanderung zu billigeren und illegalen Produkten zwischen Marge und Marktanteil abwägen.
Absatz sinkt schneller als der Gesamtmarkt
PT Gudang Garam Tbk hat für das erste Halbjahr 2026 einen deutlichen Rückgang seines indonesischen Zigarettengeschäfts gemeldet und dafür illegale Produkte sowie die schwache Kaufkraft verantwortlich gemacht. Nach Angaben von Okezone sank der Zigarettenumsatz gegenüber dem Vorjahr um 3,19 Billionen Rp, von 44,36 Billionen Rp im ersten Halbjahr 2025 auf 41,17 Billionen Rp.
Laut IDNFinancials ging Gudang Garams Absatz im Jahresvergleich um 13,6 % auf 20,5 Milliarden Stück zurück. Das Management verwies auf Daten von AC Nielsen, wonach der gesamte Zigarettenmarkt im selben Zeitraum um 6,8 % schrumpfte. Der Rückgang des Unternehmens war damit doppelt so stark wie der des Marktes.
Okezone bezifferte den Volumenverlust auf rund 3,2 Milliarden Stück, ausgehend von etwa 23,7 Milliarden im Vergleichszeitraum 2025. Heru Budiman, Direktor und Unternehmenssekretär von Gudang Garam, erklärte, die Umsatzkosten seien annähernd parallel zum Absatz um etwa 13,3 % gesunken. Die geringere Vertriebsaktivität reduzierte zudem die laufenden Betriebskosten.
Maschinell gefertigte Kretek prägen den Rückgang
Maschinell gefertigte Kretek-Zigaretten, kurz SKM, blieben mit 85,29 % des Halbjahresabsatzes die wichtigste Kategorie von Gudang Garam. Nach Angaben von IDNFinancials sank das SKM-Volumen gegenüber dem Vorjahr um 13,9 %, von 20,2 Milliarden auf 17,4 Milliarden Stück.
Handgerollte Kretek-Zigaretten, kurz SKT, stellten die übrigen 14,71 %. Ihr Absatz ging um 11,8 % auf 3 Milliarden Stück zurück. Damit waren beide Hauptkategorien betroffen, wobei die größere SKM-Sparte den stärksten Einfluss auf das Gesamtvolumen hatte.
Budiman führte den Druck auf die seit 2020 gestiegene Verbrauchsteuerbelastung zurück. Wiederholte Preiserhöhungen förderten bei Verbrauchern mit niedrigem bis mittlerem Einkommen den Wechsel zu günstigeren Angeboten. Ein Teil der Raucher wechselte von teureren Zigaretten der ersten Kategorie in die zweite Kategorie oder zu illegalen Produkten ohne Steuerbanderole.
Preisentscheidung stellt Marge gegen Marktanteil
Der Preisabstand verdeutlicht das Dilemma. Laut Budiman kostet eine Packung SKM von Gudang Garam mit 12 Zigaretten rund 26.000 Rp. Davon werden etwa 19.000 Rp als Verbrauchsteuer an den Staat abgeführt, sodass dem Hersteller 7.000 Rp Nettoumsatz je Packung bleiben. Illegale Hersteller können ihre Ware für etwa 12.000 Rp verkaufen, ohne Verbrauchsteuer zu entrichten.
Gudang Garam geht daher bei weiteren Preiserhöhungen vorsichtig vor und beobachtet die Konkurrenz, um im eigenen Segment nicht zur teuersten Marke zu werden. Trotz des Volumenrückgangs steigerte das Unternehmen seine Nettogewinnmarge im ersten Halbjahr 2026 durch starke Kürzungen bei Betriebs- und Marketingkosten sowie Schuldentilgung auf 7,2 %. Das Management warnte, dass diese Marge bei einer anhaltenden Ausbreitung illegaler Verkäufe möglicherweise nicht zu halten sei. Direktor Istata Tasin Siddharta erklärte, das Verhältnis zwischen Volumen und Profitabilität werde fortlaufend geprüft. Sollte Indonesien die Verbrauchsteuer in den kommenden Jahren nicht erhöhen, sieht das Management eine Chance zur Stabilisierung des SKM-Absatzes. Dennoch muss Gudang Garam entscheiden, ob es zum Schutz des Gewinns Absatz aufgibt oder mit niedrigeren Margen das Volumen stützt.