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Illegale Ware stellt 93,6 % des ukrainischen E-Zigaretten-Marktes

Laut einer von einer ukrainischen Abgeordneten zitierten Studie von Kantar Ukraine waren 2025 insgesamt 93,6 % der E-Zigaretten-Produkte illegal. Im ersten Halbjahr 2026 beschlagnahmte die Polizei Zehntausende Geräte und mehr als 1 Million Komponenten.

Illegale Ware stellt 93,6 % des ukrainischen E-Zigaretten-Marktes

Polizeibericht zeigt Produktion im industriellen Maßstab

Der illegale Markt für E-Zigaretten in der Ukraine hat sich zu einer Produktion im industriellen Maßstab entwickelt. Das geht aus einem Bericht der Nationalpolizei an den Parlamentsausschuss für Finanz-, Steuer- und Zollpolitik hervor. Laut Delo.ua beschlagnahmten die Behörden allein im ersten Halbjahr 2026 Zehntausende Produkte und Komponenten zur Herstellung von E-Zigaretten.

Olga Vasylevska-Smahliuk, Abgeordnete und stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses, erklärte, der Untergrundmarkt sei während der Verzögerungen bei der Einführung einer elektronischen Verbrauchsteuer stark gewachsen. Nach ihren Angaben zog die Polizei innerhalb von sechs Monaten Zehntausende E-Zigaretten und mehr als 1 Million Komponenten ein. In der Region Kyjiw wurden zudem drei illegale Produktionsstätten für E-Zigaretten-Liquids geschlossen.

Illegale Produkte erreichen einen Marktanteil von 93,6 %

Die Beschlagnahmungen passen zu den Ergebnissen einer 2025 durchgeführten Studie von Kantar Ukraine. Vasylevska-Smahliuk zufolge waren 93,6 % der auf dem ukrainischen E-Zigaretten-Markt zirkulierenden Produkte illegal. Die höchsten illegalen Anteile entfielen auf Einweg-E-Zigaretten und Systeme mit austauschbaren Kartuschen. Beide Kategorien lassen sich als standardisierte Produkte leicht über Einzelhandelskanäle vertreiben.

Damit liegt der illegale Anteil bei Vapes deutlich über dem bereits umfangreichen Schwarzmarkt für herkömmliche Zigaretten. Eine im Oktober 2025 veröffentlichte Studie von Kantar Ukraine bezifferte dessen illegalen Anteil auf 17,8 %, entsprechend 5 Milliarden Zigaretten. Die Schätzungen betreffen unterschiedliche Produktgruppen, verdeutlichen aber die wesentlich höhere illegale Quote bei E-Zigaretten.

Steuereinnahmen und legaler Handel geraten unter Druck

Nicht registrierte Produktion und Verkäufe verursachen Ausfälle bei Verbrauchsteuer und Mehrwertsteuer und erschweren die Kontrolle von Herstellern und Händlern. Für rechtskonforme Konsumgüterunternehmen entsteht ein erheblicher Preisnachteil, wenn schätzungsweise mehr als neun von zehn Vape-Produkten illegal sind. Untergrundanbieter umgehen Steuern und regulatorische Kosten, die formelle Hersteller, Importeure und Einzelhändler tragen müssen.

Die Lage beeinträchtigt auch die Kontrolle der Warenströme. Produkte und Komponenten unbekannter Herkunft gelangen ohne die Dokumente in Herstellung und Vertrieb, die für die Rückverfolgung von Lieferanten, Qualitätsprüfungen und Steuerkontrollen erforderlich sind. Dadurch lässt sich illegale Inlandsproduktion schwerer von nicht deklarierten Einfuhren von Geräten, Liquids und Komponenten unterscheiden. Die veröffentlichten Polizeidaten enthalten keine Aufschlüsselung nach Herkunft oder Einfuhrroute.

Frühere Ermittlungen zeigten, dass die Netzwerke mehrere Regionen erfassen können. Im Herbst 2025 zerschlugen die Behörden einen Kanal zur Herstellung und Verteilung gefälschter Vapes in den Regionen Kyjiw, Transkarpatien und Winnyzja. Delo.ua zufolge überstieg der geschätzte Marktwert der beschlagnahmten Ausrüstung und Waren 10 Millionen Hrywnja. Der neue Bericht an das Parlament deutet darauf hin, dass einzelne Razzien den illegalen Markt noch nicht so weit reduziert haben, dass registrierte Unternehmen unter vergleichbaren Steuer- und Regulierungsbedingungen konkurrieren können.

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