IKAR erwartet für Russland 2026 eine Getreideernte von rund 139 Millionen Tonnen
IKAR prognostiziert für Russland 2026 eine Getreideernte von rund 139 Millionen Tonnen. Die Menge könnte unter dem Vorjahresniveau liegen, gilt trotz Dürre und zu hoher Feuchtigkeit in einzelnen Regionen aber als solide.
Ernte dürfte sinken, aber solide bleiben
Russland könnte 2026 rund 139 Millionen Tonnen Getreide ernten, prognostiziert das Institut für Agrarmarktstudien IKAR. Nach Einschätzung des Instituts dürfte die Produktion unter dem Vorjahreswert liegen, insgesamt aber solide ausfallen.
Der Vorstandsvorsitzende von IKAR stellte die Prognose auf der Sommerkonferenz „Wo ist die Marge?“ vor. Für Erzeuger, Verarbeiter und Getreidehändler liefert die Schätzung einen frühen Anhaltspunkt für das russische Angebot, das im Verlauf der Saison verfügbar werden könnte.
Wetter unterscheidet sich stark nach Region
Nach Angaben von IKAR entwickelt sich die im Juli begonnene neue Agrarsaison erneut unter sehr uneinheitlichen Wetterbedingungen. Einige russische Regionen sind von Dürre betroffen, andere von zu hoher Feuchtigkeit. Die landesweite Menge bildet deshalb die Lage in den einzelnen Anbaugebieten nur teilweise ab.
Dürre kann die Entwicklung der Kulturen in den betroffenen Regionen begrenzen, während übermäßige Feuchtigkeit andere Produktionsrisiken verursacht. Wie stark Erntemengen und Qualität betroffen sein werden, hängt von der weiteren Witterung während der Vegetations- und Ernteperiode ab. Eine Aufschlüsselung nach einzelnen Getreidearten enthielten die zur Prognose vorliegenden Angaben von IKAR nicht.
Die regionalen Unterschiede haben auch kommerzielle Folgen. Betriebe in Gebieten mit günstigeren Bedingungen können bessere Ergebnisse erzielen als Produzenten in wettergeschädigten Regionen, selbst wenn die Gesamternte nahe an der Prognose liegt. Verarbeiter und Händler müssen daher neben der Gesamtmenge auch Herkunft und Qualität des Getreides beobachten.
Prognose ist für das weltweite Angebot relevant
Eine Ernte von rund 139 Millionen Tonnen würde Russland erneut eine umfangreiche Getreidemenge sichern. Die Prognose allein bestimmt jedoch nicht, wie viel davon ausländischen Käufern angeboten werden kann. Inlandsverbrauch, Qualität, regionale Logistik und die Zusammensetzung der Ernte beeinflussen die verfügbare Marktmenge und die angebotenen Güteklassen.
Für internationale Käufer und konkurrierende Lieferländer ist entscheidend, dass IKAR trotz der schwierigen Wetterlage keinen schweren landesweiten Produktionseinbruch signalisiert. Der erwartete Rückgang gegenüber dem Vorjahr bedeutet jedoch, dass Marktteilnehmer nicht automatisch von einem wachsenden russischen Angebot ausgehen können. Weitere Klarheit werden die Feldergebnisse im Saisonverlauf schaffen.
Die Prognose von 139 Millionen Tonnen ist daher als Indikator für das nationale Angebot und nicht als vollständige Exportprognose zu verstehen. Für belastbare Aussagen zu exportierbaren Mengen, Preisen und Wettbewerb auf den Absatzmärkten benötigen Händler weitere Angaben zu Getreidearten und Anbauregionen. Das Wetter bleibt der von IKAR genannte zentrale Unsicherheitsfaktor.