IFFO erwartet 2026 niedrigstes Fischmehl- und Fischölangebot seit zehn Jahren
IFFO erwartet, dass das weltweite Fischmehlangebot 2026 auf weniger als 4,6 Millionen Tonnen und das Fischölangebot auf 1,15 Millionen Tonnen sinkt. Perus lange Fangsperre und der Küsten-El-Niño bleiben die größten Risiken, auch wenn andere Regionen im August mehr produzierten.
Angebot an Meeresrohstoffen fällt deutlich
Das weltweite Angebot an Fischmehl und Fischöl dürfte 2026 kräftig sinken, weil die geringe Rohstoffverfügbarkeit in Peru den Markt für Meeresrohstoffe belastet. IFFO, die internationale Organisation der Meeresrohstoffindustrie, prognostiziert weniger als 4,6 Millionen Tonnen Fischmehl. Das wäre der niedrigste Wert seit 2016, als das globale Angebot bei 4,53 Millionen Tonnen lag.
Das weltweite Fischölangebot könnte auf 1,15 Millionen Tonnen zurückgehen und damit ebenfalls den niedrigsten Stand seit 2016 erreichen; damals wurde die Produktion auf rund 1,13 Millionen Tonnen geschätzt. Pelagische und demersale Rohstoffe sollen etwa 3,60 Millionen Tonnen Fischmehl und 605.000 Tonnen Fischöl liefern. Bei anderen Arten rechnet IFFO mit einem leichten Produktionsanstieg, insbesondere bei Fischöl aus Lachsabschnitten und Pangasius.
Die Prognose hängt weiterhin von der Fangtätigkeit in den letzten Wochen des Jahres ab. Laut IFFO verbesserte ein höherer Rohstoffeingang in mehreren Regionen die weltweite Produktion im August, doch der kumulierte Rückstand blieb groß. In den von den Mitgliedsdaten erfassten Ländern lag die Fischmehlproduktion seit Jahresbeginn 45% unter dem entsprechenden Wert von 2025; bei Fischöl betrug das Minus 26%.
Peru bleibt das zentrale Angebotsrisiko
Peru, das in einem durchschnittlichen Jahr etwa 20% der weltweiten Fischmehl- und Fischölproduktion stellt, blieb von der Verbesserung im August ausgeschlossen. Der Rohstoffeingang war weiterhin sehr niedrig, weil die Fangsaison in der nördlich-zentralen Zone geschlossen blieb. Die Sardellenquote für die erste Saison war auf 1.914.049 Tonnen oder rund 27% der geschätzten Biomasse festgelegt worden. Als der Fang am 10. Juni ausgesetzt wurde, waren jedoch erst etwa 25% der Quote ausgeschöpft.
Warmes Wasser infolge des Küsten-El-Niño und der hohe Anteil an Jungfischen führten wiederholt zu Unterbrechungen. IFFO erwartet, dass diese Bedingungen bis Anfang 2027 anhalten. Das peruanische Meeresforschungsinstitut Imarpe begann am 15. September mit einer neuen Bewertung des Sardellenbestands, um die Bedingungen für die Art zu untersuchen. Die Studie soll am 7. Oktober abgeschlossen werden und dürfte für jede Entscheidung über eine Wiederöffnung der Fischerei maßgeblich sein.
Regionale Zuwächse bringen nur teilweise Entlastung
Chile, Spanien und die USA erhielten im August deutlich mehr Rohstoff als ein Jahr zuvor. Dadurch lag ihre gemeinsame Monatsmenge über dem Vergleichswert von 2025. Dänemark und Norwegen blieben weitgehend stabil, während afrikanische Erzeugerländer sowie Island und der Nordatlantik weiterhin eine schwächere Verfügbarkeit meldeten. Der frühere Rückgang in Chile infolge schwieriger Fangbedingungen und eines hohen Jungfischanteils trug ebenfalls zum Jahresdefizit bei.
Nach Einschätzung von IFFO könnte Asien einen Teil des südamerikanischen Ausfalls ausgleichen, da China, Indien und Oman im vierten Quartal ihre Hauptfangsaison erreichen. China nahm die Fischmehl- und Fischölproduktion im August wieder auf, die Rohstoffverfügbarkeit blieb jedoch ungewiss. Die Nachfrage nach Aquakulturfutter erreichte ihren saisonalen Höhepunkt, doch schwache Erzeugerpreise und ein geringerer Besatz bei mehreren Spezialfischarten begrenzten den Fischmehlverbrauch. Auch die Nachfrage aus Chinas Schweinesektor blieb gedämpft. Für Hersteller von Aquakultur- und Viehfutter erhöhen das geringere Weltangebot und die uneinheitliche Nachfrage den Wert flexibler Rezepturen und alternativer Protein- und Ölquellen.