IDC: Weltweiter PC-Markt könnte 2026 wegen Speicherknappheit um bis zu 9% schrumpfen
Eine aktualisierte IDC-Analyse deutet darauf hin, dass der weltweite PC-Markt 2026 um bis zu 9% schrumpfen könnte — weit mehr als die frühere Schätzung von 2,5%. Haupttreiber ist eine sich verschärfende Speicherknappheit, die Komponentenpreise treibt und das Angebot verknappt, während die Nachfrage nach KI-PCs hinter den Erwartungen bleibt.
Der weltweite Markt für Personal Computer könnte 2026 um bis zu 9% schrumpfen. Das geht aus einer aktualisierten Analyse der International Data Corporation (IDC) hervor, auf die sich playground.ru beruft. Die Prognose ist deutlich schlechter als IDCs frühere Schätzung, die für denselben Zeitraum nur einen Rückgang von 2,5% vorsah.
Stärkerer Einbruch als zunächst erwartet
IDC hat seine offizielle Prognose formal nicht revidiert, rechnet dem Bericht zufolge inzwischen aber mit deutlich negativeren Szenarien als noch wenige Wochen zuvor. Ein Rückgang der weltweiten Auslieferungen um 9% zählte zu den schwächsten je verzeichneten Jahren der Branche.
Zum Vergleich: Während der globalen Finanzkrise 2009 fiel der PC-Markt laut Bericht um 11,9% — der damals stärkste Rückgang seiner Geschichte. Ein noch größerer Einbruch von fast 15% folgte auf den Boom der Pandemiezeit, als der Markt gesättigt war; von diesem Rückgang erholt sich die Branche bis heute.
Speicherknappheit im Zentrum
Haupttreiber der düstereren Aussichten ist eine sich verschärfende globale Speicherknappheit, die sich Mitte Oktober zu beschleunigen begann und inzwischen ein Niveau weit über den ursprünglichen Erwartungen der Analysten erreicht hat. Speicher ist zur knappsten und teuersten Komponente eines typischen Systems geworden.
Die Verknappung begrenzt das Angebot, treibt die Preise und zwingt Anbieter, ihre Produktpläne zu überarbeiten. Der Bericht verweist darauf, dass die Preise für Arbeitsspeicher bereits 45.000 Rubel und mehr erreichen — nahe am Preis einer Spielekonsole, sodass der Kauf einer Konsole inzwischen günstiger sein kann als der Zusammenbau eines PCs.
Nachfrage nach KI-PCs bleibt hinter Erwartungen
Der Zeitpunkt ist ungünstig. 2026 sollte ein starkes Jahr werden, getragen vom Support-Ende für Windows 10 und einer Welle KI-fähiger PCs. Stattdessen brachte die Marketingoffensive für KI-PCs nicht das von den Herstellern erwartete Wachstum.
Die Begeisterung der Nutzer hat nachgelassen, und die Enttäuschung über die schnelle und oft erzwungene Integration von KI-Funktionen wächst, besonders in Windows 11. Während die Hersteller KI-fähige Systeme verkaufen wollen, verschlechtert sich deren Wirtschaftlichkeit gerade deshalb, weil Speicher — die Komponente, auf die KI-Lasten angewiesen sind — am knappsten ist.
Was das für den Handel bedeutet
IDCs Fazit ist vorsichtig, aber eindeutig: Was als Boom der KI-Infrastruktur begann, verändert nun auf unerwartete Weise die Märkte für Consumer-Hardware. Die Speicherknappheit deckelt das Angebot und treibt die Preise ausgerechnet dann, wenn sich die Nachfrage eigentlich erholen sollte. Für Importeure und Anbieter bedeutet das über das gesamte Jahr 2026 höhere Endkosten, eine knappere Verfügbarkeit von Komponenten und überarbeitete Markteinführungspläne.