IDC: Globaler PC-Markt könnte 2026 wegen Speicherknappheit um 9% schrumpfen
Eine aktualisierte IDC-Analyse warnt, dass die weltweiten PC-Auslieferungen 2026 um bis zu 9% fallen könnten — deutlich stärker als die frühere Schätzung von 2,5%. Hauptgrund ist eine seit Mitte Oktober beschleunigte Speicherknappheit, die Komponentenpreise treibt, während die Nachfrage nach KI-PCs schwach bleibt.
IDC warnt vor stärkerem Einbruch des PC-Markts 2026
Der weltweite Markt für Personalcomputer könnte 2026 um bis zu 9% schrumpfen, wie aus einer aktualisierten Analyse der International Data Corporation (IDC) hervorgeht. Die Zahl bedeutet eine deutliche Verschlechterung gegenüber der früheren IDC-Prognose, die für denselben Zeitraum nur einen Rückgang von 2,5% angesetzt hatte. IDC revidiert seine offizielle Prognose formal nicht, präsentiert aber Szenarien, die weit negativer sind als jene, die noch vor wenigen Wochen kursierten, wie playground.ru berichtet.
Speicherknappheit im Zentrum des Abschwungs
Haupttreiber ist eine sich verschärfende globale Speicherknappheit, die sich Mitte Oktober zu beschleunigen begann und inzwischen ein Niveau erreicht hat, das die ursprünglichen Erwartungen der Analysten weit übersteigt. Speicher ist zur knappsten und teuersten Komponente eines typischen Systems geworden und untergräbt die Wirtschaftlichkeit der Produktion genau in dem Moment, in dem Hersteller KI-fähige Geräte an Verbraucher verkaufen wollen.
Die Engpässe begrenzen die verfügbaren Stückzahlen, treiben die Preise und zwingen Anbieter, ihre Produkt-Roadmaps zu überdenken. In Russland nähern sich die RAM-Preise Berichten zufolge 45.000 Rubel — nahe am Preis einer Spielkonsole —, sodass manche Käufer eine Konsole erwerben, statt einen PC zusammenzustellen.
Nachfrage nach KI-PCs bleibt hinter den Erwartungen
Marketingkampagnen rund um KI-fähige PCs haben nicht das von den Herstellern erwartete Wachstum gebracht. Die Begeisterung der Nutzer hat nachgelassen, und der Unmut über die schnelle, oft erzwungene Integration von KI-Funktionen wächst — insbesondere in Windows 11. Damit steht die Branche steigenden Kosten gegenüber, ohne den Nachfrageschub, mit dem sie gerechnet hatte.
Schlimmer als ein normales schwaches Jahr
Ein Rückgang von 9% ist nach historischen Maßstäben schwerwiegend. Während der globalen Finanzkrise 2009 fiel der PC-Markt um 11,9% — damals der schärfste jemals verzeichnete Einbruch. Ein noch größerer Rückgang von fast 15% folgte in der Nach-Pandemie-Phase infolge der Marktsättigung, von der sich die Branche noch immer erholt.
Der Zeitpunkt ist bemerkenswert, denn 2026 hätte ein starkes Jahr werden sollen. Das Ende des Windows-10-Supports und ein erwarteter Anstieg der KI-PC-Auslieferungen galten beide als Auslöser für einen breiten Erneuerungszyklus. Stattdessen verändert das, was als KI-Infrastrukturboom begann, nun auf unvorhergesehene Weise die Märkte für Verbraucherhardware. Für Importeure, Exporteure und Distributoren ist die bindende Beschränkung nicht mehr allein die Nachfrage, sondern die Zuteilung von Komponenten: Da Speicher zugleich Verfügbarkeit und Preis bestimmt, entscheiden die Anbieter und Kanäle mit gesicherter Versorgung, wer 2026 liefert, während die Knappheit die Preise treibt und Zulieferer zu einem ungünstigen Zeitpunkt zur Überarbeitung ihrer Produktpläne zwingt.