Hyundais weltweiter Großhandelsabsatz sinkt im zweiten Quartal um 6,9%
Hyundai Motor setzte im zweiten Quartal weltweit 991.885 Fahrzeuge im Großhandel ab, 6,9% weniger als im Vorjahr, berichtete Newsway. Wachstum in den USA und eine stärkere Hybridnachfrage glichen die zweistelligen Rückgänge in Europa und Südkorea nur teilweise aus.
Weltweiter Absatz fällt unter eine Million Fahrzeuge
Hyundai Motor hat im zweiten Quartal weltweit weniger Fahrzeuge an den Großhandel verkauft. Das Wachstum in den USA reichte nicht aus, um die schwächeren Ergebnisse in Europa und Südkorea auszugleichen. Nach Angaben von Newsway setzte der Hersteller im Quartal 991.885 Fahrzeuge ab, 6,9% weniger als ein Jahr zuvor.
Der Auslandsabsatz sank um 4,9% auf 834.238 Fahrzeuge. Im südkoreanischen Heimatmarkt fiel der Rückgang mit 16,4% auf 157.647 Fahrzeuge deutlich stärker aus. Die regionalen Unterschiede spiegeln verschiedene Nachfragebedingungen, Hyundais jeweiliges Modellangebot und Produktionsbeschränkungen in Südkorea wider.
Für das zweite Halbjahr ist Hyundai damit auf eine Erholung in Europa und Südkorea angewiesen. Neue Modelle und eine Normalisierung der Produktion sollen den Absatz stützen, während das Unternehmen die Dynamik in den USA erhalten will.
US-Hybride stützen Marktanteil
Die USA waren Hyundais stabilster großer Markt. Der Absatz stieg um 0,9% auf 264.587 Fahrzeuge und damit etwas stärker als die gesamte US-Automobilnachfrage, die um 0,5% zunahm. Hyundais Marktanteil erhöhte sich um 0,2 Prozentpunkte und lag das fünfte Quartal in Folge über 6%, berichtete Newsway.
Den wichtigsten Beitrag lieferten Hybridfahrzeuge. Ihr Anteil an Hyundais US-Absatz stieg von 19,4% im Vorjahresquartal auf 26,2%, ein Plus von 6,8 Prozentpunkten. Damit war mehr als jedes vierte in den USA verkaufte Hyundai-Fahrzeug ein Hybrid. Der Anteil reiner Verbrenner ging im selben Zeitraum von 75,1% auf 72,9% zurück.
Hyundai führte die höhere Hybridnachfrage unter anderem auf hohe Kraftstoffpreise zurück. Die Modelle erreichen Käufer, die ihren Verbrauch senken wollen, ohne vollständig auf batterieelektrische Fahrzeuge umzusteigen. Ausreichende Produktionsmengen und Bestände bei den Händlern werden entscheidend sein, wenn Hyundai weiterhin stärker als der gesamte US-Markt wachsen will.
Wettbewerb belastet das Europageschäft
In Europa sank der Großhandelsabsatz um 10,9% auf 144.000 Fahrzeuge. Hyundai nannte den intensiveren Wettbewerb, größere geopolitische Risiken und die Konzentration wichtiger Modellstarts auf das zweite Halbjahr als Ursachen.
Der europäische Hybridabsatz stieg zwar um 17,8%, konnte den Rückgang des Gesamtvolumens aber nicht verhindern. Hyundai will im zweiten Halbjahr unter anderem den Tucson und den Ioniq 3 einführen. Ihre Marktaufnahme wird für Händler und Zulieferer in einem zunehmend umkämpften regionalen Markt von Bedeutung sein.
Teileausfall trifft Produktion in Südkorea
In Südkorea sank der Absatz um 16,4% auf 157.647 Fahrzeuge. Newsway führte dies auf Produktionsunterbrechungen nach einem Brand bei einem Teilezulieferer sowie auf den für das zweite Halbjahr vorgesehenen Start wichtiger neuer Modelle zurück.
Batterieelektrische Fahrzeuge bildeten eine Ausnahme: Ihr Absatz im Heimatmarkt stieg dank staatlicher Förderung und eigener Hyundai-Verkaufsaktionen um 30,8%. Dieser Zuwachs konnte die breiteren Verluste durch Produktionsengpässe und den Modellzyklus jedoch nicht ausgleichen.
Hyundais Ergebnis im zweiten Halbjahr hängt davon ab, wie schnell sich Teileversorgung und Produktion normalisieren und ob neue Modelle die Verluste in Europa und Südkorea umkehren. Das US-Hybridgeschäft bietet eine stabilere Basis. Die Quartalszahlen zeigen jedoch, dass das Wachstum in einem Markt und bei einer Antriebsart eine breite regionale Schwäche nicht allein kompensieren kann.