← Zurück zu den Nachrichten

Japanisches Holzpelletprojekt gerät wegen Waldverlusten in Indonesien unter Druck

Finanzinstitute prüfen Umwelt- und Menschenrechtsrisiken eines Holzpelletprojekts auf der indonesischen Insel Sulawesi. NGOs fordern Aktionäre und Kreditgeber auf, auf Hanwa und Tokyo Gas einzuwirken, waldbezogene Beschaffung auszusetzen und mehr Transparenz durchzusetzen.

Japanisches Holzpelletprojekt gerät wegen Waldverlusten in Indonesien unter Druck

Investoren sollen beim Sulawesi-Projekt eingreifen

Sechs Umweltorganisationen und Aktivisten haben 71 in- und ausländische Finanzinstitute angeschrieben, die an Hanwa oder Tokyo Gas beteiligt sind oder Kredite an die Unternehmen vergeben. Anlass sind mutmaßliche Risiken für Tropenwälder und Menschenrechte durch die Produktion von Holzpellets auf der indonesischen Insel Sulawesi. Das im April versandte Schreiben fordert einen ESG-Dialog mit den japanischen Unternehmen und eine Überprüfung von Finanzierungen und Investitionen. Bleiben ausreichende Verbesserungen aus, soll auch ein Rückzug des Kapitals erwogen werden.

Nach Angaben von RIEF antworteten 12 der 14 kontaktierten japanischen Finanzinstitute, rund 86%. Bei ausländischen Häusern waren es acht von 57 und damit etwa 14%. Vier der 14 japanischen Institute stimmten direkten Gesprächen per Videokonferenz oder vor Ort zu. Zu den Absendern gehören fünf NGOs und Miyuki Tomari, Vorsitzende des Biomass Industrial Society Network.

Umweltprüfung, Artenvielfalt und Zustimmung der Bevölkerung

Im Gespräch mit einem japanischen Vermögensverwalter verwiesen die Aktivisten darauf, dass die Umweltverträglichkeitsprüfung nicht veröffentlicht wurde. Sie thematisierten zudem mögliche Folgen für bedrohte Arten und Menschenrechtsrisiken im Zusammenhang mit Überschwemmungen. Der Investor erörterte mögliche Forderungen, darunter die Veröffentlichung der Prüfung, Angaben gemäß der Taskforce on Nature-related Financial Disclosures sowie einen sofortigen oder schrittweisen Stopp von Abholzung und Beschaffung. Ein japanischer Versicherer konzentrierte sich ebenfalls auf Hochwasserrisiken durch die Rodung natürlicher Wälder und stellte Hanwas Unternehmensführung und Risikoprüfung infrage, berichtete RIEF.

Ein ausländischer Vermögensverwalter erklärte, Zertifizierungen und Legalitätsnachweise allein könnten Risiken am Projektstandort nicht verhindern. Er kündigte Gespräche mit dem Verwaltungsrat von Tokyo Gas über Umwelt- und Menschenrechtskontrollen sowie transparente Offenlegung an. Eine ausländische Bank erklärte, Projekte mit der Rodung primärer Tropenwälder oder der Umwandlung kohlenstoffreicher Wälder nicht zu finanzieren. Eine weitere Bank verwies darauf, dass Biomassefinanzierungen gemäß den Äquator-Prinzipien die freie, vorherige und informierte Zustimmung der Einwohner voraussetzen.

Lieferkette reicht nach Japan und Südkorea

Hanwa hält 20% an PT Biomasa Jaya Abadi, der Betreiberin einer Pelletfabrik in der Provinz Gorontalo auf Sulawesi. Die Pellets werden als Brennstoff für Biomassekraftwerke in Japan und Südkorea verkauft. Ein Teil der von Hanwa gelieferten indonesischen Pellets wird im Biomassekraftwerk von Tokyo Gas am Fushiki-Manyo-Kai in der Präfektur Toyama eingesetzt.

Vietnam war traditionell die wichtigste Bezugsquelle für japanische Holzpelletimporte. Laut RIEF haben jedoch Fälle gefälschter Waldzertifikate bei vietnamesischen Pellets weitere Handelshäuser und Kraftwerksbetreiber dazu veranlasst, auf indonesische Ware umzusteigen. Der Konflikt verursacht deshalb Beschaffungs- und Reputationsrisiken über einen einzelnen Standort hinaus. Die NGOs verlangen einen sofortigen Stopp der Tropenwaldrodung für die Pelletproduktion, die Veröffentlichung der Umweltprüfung sowie Angaben zu Schutzmaßnahmen für endemische und bedrohte Arten. Zudem fordern sie Protokolle über Konsultationen und die Zustimmung der Bevölkerung sowie Schritte zur Beilegung lokaler Konflikte. Tokyo Gas soll die Beschaffung aussetzen und den Lieferanten überprüfen, falls ausreichende Korrekturen ausbleiben.

Nach Angaben der Aktivisten hatte eine Petition gegen mutmaßliche Umweltschäden und Menschenrechtsverletzungen durch Pelletlieferungen von Indonesien nach Japan bis zum 24. August 14.094 Unterschriften gesammelt. Das Thema kam auch bei der Hauptversammlung von Tokyo Gas am 26. Juni zur Sprache. Von RIEF zitierte Medien berichteten, ein Unternehmensvertreter habe die Vorwürfe als bedauerlich und schwerwiegend bezeichnet und zugesagt, beim örtlichen Brennstofflieferanten auf eine Lösung zu drängen.

Wir verwenden Cookies, um Ihr Surferlebnis zu verbessern, personalisierte Inhalte bereitzustellen und unseren Traffic zu analysieren. Durch Klicken auf "Alle akzeptieren" stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Sie können Ihre Einstellungen verwalten oder mehr erfahren in unserer Datenschutzrichtlinie.