Hohe Mandel- und Pistazienpreise lenken Indiens Trockenfruchtnachfrage zu Cashews
Pistazien sind in Indien um 30 bis 40 Prozent teurer geworden, Mandeln um 10 bis 20 Prozent – Ursachen sind Lieferausfälle aus Iran, höhere Containerfrachtraten und schwächere US-Ernten, berichtet The Hindu BusinessLine. Cashews bilden die Ausnahme und halten sich bei 900 bis 1.000 Rupien pro Kilogramm für ganze Kerne. Händler erwarten in der Festsaison einen Absatzrückgang von 10 bis 15 Prozent.
Indiens Trockenfruchthandel geht mit höheren Preisen und knapperem Angebot in die Festsaison, und die Preisschere zwischen den Nussarten ist weit genug aufgegangen, um die Zusammensetzung von Geschenkpackungen und Süßwarenrezepturen zu verändern. Die Einzelhandelspreise mehrerer Sorten sind im Jahresvergleich um 15 bis 30 Prozent gestiegen, berichtet The Hindu BusinessLine und verweist auf Transportstörungen in Westasien, höhere Containerfrachtraten und Ernteschäden in wichtigen Erzeugerländern. Das Blatt führt den Preisdruck auf die Krise in Westasien und allgemeine geopolitische Spannungen im Außenhandel zurück.
Pistazien führen den Anstieg an, Mandeln folgen
Am stärksten betroffen sind Pistazien mit einem Preisanstieg von 30 bis 40 Prozent, vor allem wegen Lieferausfällen aus Iran und einem sprunghaften Anstieg der Containerfrachtraten. Verstärkt wird der Effekt durch einen Ertragsrückgang von knapp 50 Prozent in den USA, heißt es in dem Bericht. Mandeln legten bei geringerer US-Produktion um 10 bis 20 Prozent zu. Da beide Nussarten überwiegend als Import in die indischen Regale kommen, wirken Fracht und Wechselkurs genauso unmittelbar auf den Endpreis wie die Ernte selbst.
- Pistazien: plus 30 bis 40 Prozent im Jahresvergleich
- Mandeln: plus 10 bis 20 Prozent
- Kürbiskerne, Pekannüsse und Datteln: plus 5 bis 10 Prozent
- Cashews: nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr
Die geringeren Zuwächse bei Kürbiskernen, Pekannüssen und Datteln gehen auf die Abwertung der Landeswährung und höhere Logistikkosten zurück, nicht auf Ernteverluste. Datteln haben für Indien mehr Gewicht als für die meisten Märkte: Auf das Land entfallen schätzungsweise 20 bis 25 Prozent des weltweiten Dattelverbrauchs. Schon eine Bewegung von 5 bis 10 Prozent betrifft damit große Importmengen und eine breite Käuferschicht in der Fest- und Hochzeitssaison.
Cashews sind die Ausnahme
Die Cashewpreise liegen weitgehend auf Vorjahresniveau. Ganze Cashewkerne kosten im Einzelhandel rund 900 bis 1.000 Rupien pro Kilogramm, Bruchware etwa 800 bis 900 Rupien pro Kilogramm, sagte J Rajmohan Pillai, Eigentümer der Marke Nut King. Bruchqualitäten liegen damit etwa 100 Rupien pro Kilogramm unter ganzen Kernen – ein Unterschied, der dort am meisten zählt, wo die Nuss gemahlen und nicht ganz präsentiert wird.
Weil Mandeln und Pistazien teurer werden, greifen Einzelhändler und Süßwarenhersteller verstärkt zu Cashews. Die Verschiebung dürfte den Inlandsverbrauch von Cashewkernen und von Cashew-Süßwaren wie Kaju Katli in der Festsaison stützen. Für Hersteller mit festen Preispunkten ist ein stabiler Rohstoff die einzige Möglichkeit, die Preisliste des Vorjahres durch die Saison zu bringen, und der Wechsel erfordert keine Änderung von Rezepturen, die ohnehin auf Cashewpaste beruhen.
Neue Bezugsquellen und günstigere Alternativen
Importeure diversifizieren zugleich ihre Herkunftsländer und schauen auf chilenische Walnüsse und australische Mandeln, so Pillai. Parallel werden Kürbis- und Sonnenblumenkerne sowie Makhana als Produkte mit relativ stabilen Preisen beworben und geben dem Handel eine günstigere Preisstufe für Käufer, die einen Pistazienaufschlag von 30 Prozent nicht mitgehen.
Volumen unter Druck
Raju Bhatia, Indien-Botschafter des International Nuts and Dry Fruits Council, sagte businessline, der Preissprung könne den Absatz treffen; Händler rechneten wegen höherer internationaler Preise und geringerer Erträge mit einem Rückgang von 10 bis 15 Prozent. Viele Händler erwarten in dieser Saison sinkende Verkäufe, während sich die Störungen durch die globalen Lieferketten ziehen.
Die Saison wird damit zum Test dafür, wie weit Substitution tragen kann. Cashews, Kerne und Makhana können einen Teil der von Pistazien und Mandeln abwandernden Nachfrage auffangen, doch der von Händlern erwartete Mengenrückgang von 10 bis 15 Prozent zeigt, dass ein anderer Teil dieser Nachfrage gar nicht für Trockenfrüchte ausgegeben wird.