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Hohe Futterkosten verhindern billigere Milch, Eier und Hühnerfleisch in Indien

Teurer Mais und hohe Preise für proteinreiche Futtermittel drücken die Margen indischer Geflügel- und Milchproduzenten. Futter verursacht rund 65–70 % der Produktionskosten bei Masthühnern und Legehennen, während Anbaufläche und Erzeugung von Mais sinken könnten.

Hohe Futterkosten verhindern billigere Milch, Eier und Hühnerfleisch in Indien

Futter dominiert den Kostendruck

Indische Verbraucher dürften bei Milch, Eiern und Hühnerfleisch kurzfristig keine dauerhafte Preisentlastung sehen, weil Vieh- und Geflügelhalter weiterhin mit hohen Futterkosten kämpfen. Laut ABP Live entfallen etwa 60–70 % der gesamten Produktionsausgaben der Betriebe auf Futter. Damit schlagen Preisbewegungen bei Mais, Sojaschrot und Ölkuchen unmittelbar auf Erzeuger- und Einzelhandelspreise durch.

Besonders stark ist der Druck in der Geflügelwirtschaft. Bei Mast- und Legebetrieben macht Futter rund 65–70 % der Gesamtkosten aus. Mais stellt 55–65 % des Masthühnerfutters und 50–60 % des Legehennenfutters; bei Rinderfutter liegt der Anteil bei 15–20 %. Steigende Getreidepreise treffen die Betriebe daher direkt und lassen kaum Raum für niedrigere Verkaufspreise, ohne die Margen weiter zu schmälern.

Futterwirtschaft und Ethanol konkurrieren um Mais

Wetterstörungen infolge von El Niño, örtliche Wasserknappheit und eine geringere Aussaat haben das Angebot an Futtergetreide eingeschränkt. Von ABP Live angeführte Regierungsdaten zeigen, dass die Anbaufläche für Kharif-Mais um 4,1 % gesunken ist. Nach Schätzungen des USDA könnte Indiens Maiserzeugung von dem Rekordwert von 55,1 Millionen Tonnen im Wirtschaftsjahr 2025-26 auf 50 Millionen Tonnen im Wirtschaftsjahr 2026-27 fallen.

Zugleich lenkt der wachsende Einsatz von Mais für die Ethanolproduktion im Rahmen der indischen Benzinbeimischungspolitik einen Teil der Ernte vom Futtermittelmarkt ab. Dieser Wettbewerb erhöht den Preisdruck auf Geflügel- und Milchbetriebe. Auch Proteinquellen bleiben teuer: Sojaschrot, Erdnusskuchen und Rapsölkuchen kosten laut ABP Live deutlich mehr als in früheren Jahren und belasten unmittelbar die Rentabilität der Erzeuger.

Geringe Margen begrenzen die Preisentlastung

Die Produktionskosten für Masthühner haben etwa ₹110 je Kilogramm erreicht, während Legehennenfutter ₹30–32 je Kilogramm kostet. Hinzu kommen höhere Energie- und Transportausgaben. Anhaltende Hitze und Wasserknappheit haben Hitzestress und die Sterblichkeit der Tiere erhöht, das Angebot verringert und damit eine weitere Hürde für niedrigere Preise geschaffen.

Während religiöser Fastenzeiten und Feste wie Sawan und Navratri kann die Eiernachfrage vorübergehend nachlassen, doch der geringere Verbrauch beseitigt die grundlegende Kostenbelastung nicht. Das Thema gewinnt für die indische Landwirtschaft an Bedeutung: Die Bruttowertschöpfung der Viehwirtschaft entsprach 2023-24 bereits 57 % des Wertes der pflanzlichen Erzeugung, nach 34 % im Jahr 2013-14. Solange Futtermittel teuer und Maismengen knapp bleiben, können die Betriebe ihre Abgabepreise kaum senken. Verbraucher dürften deshalb in den kommenden Monaten einen großen Teil der Mehrkosten über hohe Preise für Milch, Eier und Geflügelprodukte tragen.

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