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Höhere Preise dämpfen Vietnams Exportrückgang bei Tee trotz Einbruch in Pakistan

Vietnam exportierte in den ersten siebeneinhalb Monaten 2026 rund 70.500 Tonnen Tee im Wert von fast 129 Millionen $. Die Menge sank gegenüber dem Vorjahr um mehr als 10 %, doch höhere Durchschnittspreise begrenzten den Umsatzrückgang.

Höhere Preise dämpfen Vietnams Exportrückgang bei Tee trotz Einbruch in Pakistan

Exporterlöse halten sich besser als die Menge

Vietnam exportierte in der ersten Augusthälfte 2026 insgesamt 6.097 Tonnen Tee im Wert von mehr als 12 Millionen $, wie Thuong Hieu & Cong Luan unter Berufung auf Zolldaten berichtete. In den ersten sieben Monaten und der ersten Augusthälfte erreichten die Lieferungen rund 70.500 Tonnen und brachten fast 129 Millionen $ ein.

Die Exportmenge lag mehr als 10 % unter dem entsprechenden Zeitraum 2025. Der Erlös ging jedoch weniger stark zurück, weil sich der durchschnittliche Exportpreis verbesserte. Höhere Stückerlöse gleichen damit einen Teil der schwächeren Auslandsnachfrage aus; einen genauen Durchschnittspreis oder Umsatzvergleich nennt die Quelle nicht.

Vietnam gehört zu den großen Teeexporteuren der Welt und verfügt über rund 130.000 Hektar Anbaufläche. Jährlich werden fast 1 Million Tonnen frische Teeknospen erzeugt. Wie viel Exportwert aus dieser Rohstoffbasis entsteht, hängt jedoch von Verarbeitung, Standards, Rückverfolgbarkeit und Markenbildung ab. Eine fortgesetzte Konzentration auf nur gering verarbeiteten Tee würde weitere Preissteigerungen begrenzen.

Pakistans Anteil sinkt, andere Märkte wachsen

Die stärkste Veränderung betrifft Pakistan, traditionell einen wichtigen Abnehmer vietnamesischen Tees. In den ersten sieben Monaten sanken die Lieferungen dorthin gegenüber dem Vorjahr um rund 67 %. Pakistans Anteil am gesamten Exportvolumen fiel dadurch von mehr als 33 % auf rund 12 %. Das zeigt, wie schnell eine Nachfrageänderung in einem großen Markt die gesamte Branche trifft.

Taiwan, China, rückte mit Einfuhren von rund 7.800 Tonnen auf den zweiten Platz vor; der Lieferwert stieg um 12 %. Festlandchina belegte Rang drei, obwohl die Exportmenge um etwa 19 % sank. Vietnamesische Anbieter bauten außerdem den Absatz in den USA, Russland, Malaysia, den Philippinen, der Türkei, Deutschland und der Ukraine aus. Besonders stark war die Entwicklung in der Türkei, wo die Liefermenge um mehr als 280 % zunahm.

Die veränderte Zielmarktstruktur eröffnet Exporteuren die Möglichkeit, stärker auf Käufer zu setzen, die für differenzierte Produkte mehr bezahlen. Das Konzentrationsrisiko ist dennoch nicht beseitigt: Pakistan bleibt ein bedeutender Markt, während das Wachstum neuer Ziele von unterschiedlichen Ausgangsniveaus erfolgt. Dauerhaft höhere Durchschnittspreise hängen von Qualität und stabiler Nachfrage ab, nicht allein vom Ersatz verlorener Mengen.

Rückverfolgbarkeit und Verarbeitung entscheiden

Nguyen Dinh Tho vom Institut für Strategie und Politik in Landwirtschaft und Umwelt bezeichnete 2026-2030 als wichtigen Zeitraum, um die Wertschöpfungskette neu zu ordnen, Qualitätsstandards anzuheben und von Rohstoffexporten zu höherwertigen Produkten überzugehen. Dafür sind längerfristige Verträge zwischen Unternehmen, Genossenschaften und Erzeugern sowie klare Produktionsvorgaben und transparente Preise nötig.

Die Provinz Thai Nguyen liefert dafür ein Beispiel. Sie hat 149 per GPS lokalisierte Codes für Teeanbaugebiete mit zusammen mehr als 900 Hektar eingerichtet, darunter 25 für den Export. Weitere 45 Kooperationsgruppen, Genossenschaften und Unternehmen wurden bei der Nutzung digitaler Plattformen wie VNPT Green für Anbauaufzeichnungen unterstützt. Bis 2030 sollen mindestens 70 % der Teefläche per GIS kartiert sein und 100 % der Unternehmen und Genossenschaften mit eigenen Rohstoffgebieten digitale Technik in angemessenem Umfang einsetzen.

Die Kontrolle von Düngemitteln, Pflanzenschutzmitteln, Wasser, Wartezeiten und Pflückverfahren gewinnt für Märkte mit strengen Vorgaben zu Lebensmittelsicherheit und Rückständen an Bedeutung. Standards wie VietGAP, Bio-Zertifizierung, HACCP und ISO erhöhen die Transparenz, doch auch nach der Ernte sind Investitionen erforderlich.

Teebeutel, Mischungen, Kräutertee, Instanttee, abgefüllter Tee und fermentierte Produkte eröffnen höherwertige Segmente. Bei Spezialitäten können geografische Angaben, Verpackung, einheitliche Standards und eine klare Herkunftsgeschichte höhere Preise stützen. Die Zahlen für 2026 senden daher zwei Signale: Die Menge bleibt unter Druck, doch bessere Preise und breitere Absatzmärkte können die Erlöse schützen, wenn Verarbeiter rückverfolgbare und differenzierte Produkte liefern.

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