Höhere Logistik- und Betriebskosten treiben Russlands Obst- und Gemüsepreise um 39%
Obst und Gemüse verteuerten sich in Russland binnen eines Jahres im Durchschnitt um 39%, berichtet Pravda.ru. Höhere Ausgaben für Saatgut, Dünger, Kraftstoff und Transport schwächen die preisliche Wettbewerbsfähigkeit von Ware aus anderen russischen Regionen und GUS-Staaten.
Durchschnittspreise steigen um 39%
Obst und Gemüse verteuerten sich in Russland binnen eines Jahres im Durchschnitt um 39%, berichtet Pravda.ru. Die Gesamtkosten dieses Teils des Lebensmittelkorbs blieben damit hoch, obwohl einige Saisonprodukte gegen Ende der Saison günstiger wurden.
Die Preise für Wassermelonen und Melonen sanken zum Saisonende um 10-15%. Das reichte nicht aus, um den breiten Anstieg der Kategorie umzukehren. Das saisonal größere Angebot wirkte sich stärker auf einzelne Produkte als auf den Gesamtmarkt aus.
Wetter und Betriebsmittel erhöhen die Kosten
Pravda.ru führt den Preisanstieg sowohl auf Wetteranomalien als auch auf teurere Produktionsmittel zurück. Landwirtschaftliche Betriebe gaben mehr für Saatgut, Dünger und Kraftstoff aus, wodurch die Kosten für Anbau und Ernte von Obst und Gemüse unmittelbar stiegen.
Diese Belastungen treffen die Erzeuger, bevor die Ware Großhandel und Einzelhandel erreicht. Höhere Ausgaben für Betriebsmittel verringern den Spielraum, Transportkosten aufzufangen oder Preise zu senken. Wetterbedingte Störungen erhöhen zugleich die Unsicherheit bei Erträgen und saisonalen Lieferterminen.
Transport verteuert zugelieferte Ware
Die Logistik erzeugt zusätzlichen Druck. Laut Pravda.ru wurde der Transport aus anderen russischen Regionen und aus Ländern der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten teurer. Zugelieferte Ware verlor dadurch an preislicher Wettbewerbsfähigkeit. Lokale Produkte erhalten bessere Marktchancen, wenn sie Verbraucher über kürzere und kostengünstigere Lieferketten erreichen.
Importierte oder überregional gelieferte Ware verschwindet deshalb nicht vom Markt. Russlands Klima und saisonale Produktionszyklen bestimmen weiterhin, wann bestimmte Obst- und Gemüsearten lokal verfügbar sind. Höhere Frachtkosten vergrößern jedoch den Preisnachteil von Lieferanten, die verderbliche Produkte über lange Strecken bewegen müssen, besonders während der Saison heimischer Alternativen.
Aufwärtstrend bei Lebensmittelpreisen dürfte anhalten
Bei günstigem Wetter könnten Wassermelonen und Melonen im nächsten Jahr billiger werden, berichtet Pravda.ru. Diese Prognose bleibt wetterabhängig, da klimatische Abweichungen zu den Ursachen des jüngsten Preisanstiegs gehörten. Eine bessere Ernte könnte das saisonale Angebot vergrößern und diese Produkte verbilligen, ohne die Kosten der gesamten Kategorie zu senken.
Die Publikation erwartet, dass der allgemeine Aufwärtstrend bei Lebensmittelpreisen anhält. Für Erzeuger, Händler und Einzelhändler bleiben Erntebedingungen, Ausgaben für Saatgut, Dünger und Kraftstoff sowie die Transportkosten zwischen Regionen und entlang der GUS-Lieferwege entscheidend. Lokale Produzenten können einen Preisvorteil erzielen, wenn kürzere Wege einen Teil der höheren Produktionskosten ausgleichen.