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Hitze, Dürre und Brände drücken Europas Ernteprognosen

Extreme Hitze, anhaltende Dürre und Waldbrände belasten Europas Getreide, Ölsaaten, Gemüse, Trauben und Oliven. Spanien erwartet für 2026-2027 nur noch gut 18,5 Millionen Tonnen Getreide, während die EU ihre Prognosen für mehrere Sommerkulturen gesenkt hat.

Hitze, Dürre und Brände drücken Europas Ernteprognosen

Sommerkulturen stehen besonders unter Druck

Extreme Hitze, anhaltende Dürre und Waldbrände verringern die Agrarproduktion in Europa und schüren Sorgen über steigende Lebensmittelpreise in den kommenden Monaten. Protagon berichtet unter Berufung auf den Guardian, dass die Folgen bereits bei Mais, anderem Getreide, Gemüse, Weinbergen und Olivenhainen sichtbar sind. Das größte unmittelbare Risiko tragen Sommerkulturen, weil Wassermangel, geringe Bodenfeuchte und hohe Temperaturen die Pflanzen während der Blüte treffen.

Die Europäische Union hat ihre Schätzungen für mehrere Kulturen gesenkt. Die Sonnenblumenproduktion dürfte um 7% und die Maisproduktion um 6% zurückgehen; die Prognosen für Kartoffeln und Sojabohnen wurden um 3% gekürzt. Wintergetreide erzielt in mehreren Regionen noch zufriedenstellende Erträge, wiederholte Hitzewellen haben jedoch Korngröße und Qualität beeinträchtigt.

Spaniens Landwirtschaftsministerium erwartet für 2026-2027 eine Getreideernte von gut 18,5 Millionen Tonnen nach zuvor 24 Millionen Tonnen. Die Prognose entstand noch vor den großen Bränden. Spanische Landwirte setzen zwar widerstandsfähigere Sorten und umfangreiche Bewässerung ein, doch das Wetter begrenzt die Produktion weiterhin.

Verluste bei Gemüse, Wein und Oliven

In Frankreich meldet der Erzeugerverband Légumes de France den Verlust Tausender Tonnen Gemüse im Wert von mehreren zehn Millionen Euro. Betroffen sind Salate, Karotten, Lauch, Knoblauch und Zwiebeln. Bei einzelnen Kulturen könnte die Produktion wegen fehlender Niederschläge um bis zu 50% sinken.

Die Hitze beschleunigt zudem die Entwicklung der Reben in der Champagne, in Bordeaux und im Burgund. In der Champagne dürfte die Weinlese um den 15. August beginnen, etwa einen Monat früher als noch vor einigen Jahrzehnten. Die Produktion der Region wird rund 10% unter dem Vorjahresniveau erwartet.

Der spanische Agrarverband ASAJA meldete Brandschäden an Obstplantagen, Weinbergen, Gewächshäusern und Olivenhainen. Betroffen sind unter anderem Zitrusfrüchte, Avocados, Mandeln und Gemüse. Wassermangel und extreme Temperaturen haben auch die Tomaten- und Maisproduktion verringert. In Griechenland, Italien und Portugal wurden Olivenhaine durch Brände beschädigt; Rauch, Asche, schlechtere Luftqualität, Insekten und Krankheiten belasten zusätzlich die verbliebenen Bäume und begrenzen das Fruchtwachstum.

Ungleich verteilte Risiken für die Lebensmittelmärkte

Olivenölproduzenten rechnen mit neuem Druck auf den Markt. Die internationalen Preise waren nach ihrem starken Anstieg vor zwei Jahren zurückgegangen, doch die Einzelhandelspreise bleiben hoch und ziehen bereits wieder an. Marktteilnehmer erwarten ab Herbst weitere Steigerungen, falls das Extremwetter anhält und die Produktion sinkt.

Auch in Großbritannien hat die Dürre die heimischen Ernten begrenzt. Importeure greifen bei Salat und Brokkoli verstärkt auf Spanien und andere Lieferländer zurück, während britische Landwirte vor möglichen Engpässen warnen. Spaniens eigene Ernteverluste könnten damit das für den britischen Markt verfügbare Angebot weiter verknappen.

Die Aussichten sind nicht überall negativ. Mehr Regen hat die Bedingungen in Rumänien verbessert, während sich Italiens Weizenproduktion widerstandsfähiger zeigt. Ein kühles und feuchtes Frühjahr sorgte in der Türkei für besonders hohe Wintergetreideerträge; Italien und Rumänien dürften bei Weizen und Mais besser abschneiden als in früheren Jahren. Diese Zuwächse können Verluste andernorts teilweise ausgleichen, beseitigen aber nicht den Druck auf Gemüse, Sommergetreide und Olivenöl in den am stärksten betroffenen Regionen.

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