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Hitze und Dürre senken Kartoffelerträge in Kasachstan, doch Bauern erwarten keinen Engpass

Hitze und Dürre haben die Kartoffelerträge in mehreren Regionen Kasachstans verringert, doch größere Anbauflächen und Bewässerung sollen einen landesweiten Engpass verhindern. Erzeugerpreise von 80 bis 110 Tenge je Kilogramm stehen Einzelhandelspreisen von bis zu 300 Tenge gegenüber.

Hitze und Dürre senken Kartoffelerträge in Kasachstan, doch Bauern erwarten keinen Engpass

Ungünstiges Wetter senkt regionale Erträge

Anhaltende Hitze und Dürre haben die Kartoffelerträge in mehreren wichtigen Anbauregionen Kasachstans reduziert. Damit wächst die Sorge vor höheren Verbraucherpreisen, obwohl landesweit weiterhin eine ausreichende Versorgung erwartet wird. NUR.KZ berichtete unter Berufung auf einen Beitrag von 31 Channel, dass Erzeuger in den Regionen Pawlodar und Qaraghandy sowie teilweise in Aqmola und Qostanai betroffen waren.

In der Region Qaraghandy läuft die Ernte, und die Landwirte bleiben vergleichsweise optimistisch. Die Erntemenge liegt unter dem Vorjahresniveau, aber über dem Ergebnis von vor zwei Jahren. Die Knollen sind kleiner, sollen sich nach Einschätzung der Erzeuger jedoch besser lagern lassen. Alexander Matviyenko, Agronom und Manager bei Eurasia Invest LLP und Agro-Krestyansky Dvor LLP, sprach von 80 kritischen Hitzetagen in der Region. Die Bedingungen hätten die Pflanzen belastet, doch Gespräche mit anderen Erzeugern zeigten, dass Kartoffeln verfügbar und von sehr guter Qualität seien.

Größere Anbaufläche stützt die Versorgung

Die Bauern erwarten keinen Kartoffelengpass, weil viele Betriebe ihre Anbauflächen vergrößert haben. Auch Kasachstans Landwirtschaftsministerium sieht derzeit kein Versorgungsproblem. Kartoffeln würden überwiegend auf bewässerten Flächen angebaut, weshalb die Produktion unmittelbar von der Verfügbarkeit von Bewässerungswasser abhänge. In der laufenden Saison sei kein Mangel an Wasserressourcen für die Bewässerung festgestellt worden.

Nach Angaben lokaler Behörden befanden sich während der Vegetationsperiode 100% der Kartoffelflächen in gutem oder zufriedenstellendem Zustand, teilte das Ministerium mit. Damit könnten geringere Erträge in wettergeschädigten Regionen durch Bewässerung und zusätzliche Flächen andernorts ausgeglichen werden. Die Unterschiede zwischen der landesweiten Verfügbarkeit und den regionalen Ergebnissen bleiben jedoch für Lagerhalter, Großhändler und Einzelhändler bei der Versorgung nach der Ernte relevant.

Erzeuger- und Ladenpreise klaffen auseinander

Landwirte verkaufen Kartoffeln derzeit für 100 bis 110 Tenge je Kilogramm. Einige Betriebe ohne Lagermöglichkeiten akzeptieren sogar 80 Tenge. Ausgewählte Kartoffeln kosten im Einzelhandel bis zu 300 Tenge je Kilogramm. Baizhan Ualikhanov, Vorsitzender des kasachischen Verbandes der Kartoffel- und Gemüseerzeuger, nannte das Beispiel eines Geschäfts, das Kartoffeln für 300 Tenge verkaufte, während der liefernde Betrieb 100 Tenge je Kilogramm erhielt.

Nach Angaben der Branche verkaufen fast alle Landwirte über Zwischenhändler, wobei die Kette mitunter drei oder vier Stufen umfasst. Einzelne Höfe können in der Regel keine eigenen Logistikunternehmen aufbauen und kleine Partien direkt an Supermärkte liefern. Der Erzeugerverband fordert, bei staatlicher Preisregulierung auch die Rolle der Wiederverkäufer und die zwischen Hof und Laden entstehenden Margen zu untersuchen.

Schulden und Steuern beschleunigen Verkäufe

Die Erzeuger stehen zudem unter dem Druck einer höheren Mehrwertsteuer und ihrer Kreditverpflichtungen. Viele nahmen zu Jahresbeginn zusätzliche Darlehen auf, um bestellte Maschinen zu bezahlen. Ualikhanov zufolge verkaufen manche Betriebe Kartoffeln nun zu niedrigeren Preisen, um ihre Steuer- und Kreditlast zu senken und diese Darlehen zurückzuzahlen.

Dieser Druck kann das Angebot unmittelbar nach der Ernte erhöhen, besonders bei Betrieben ohne Lager, selbst wenn die Erzeuger später steigende Preise erwarten. Der Markt wird somit eher von regional unterschiedlichen Erträgen, Finanzierungsbedarf, begrenzten Lagermöglichkeiten auf Betriebsebene und einer langen Vertriebskette als von einem landesweiten Mangel geprägt. Für Käufer wird entscheidend sein, welcher Anteil eingelagert und schrittweise vermarktet werden kann und ob niedrige Erzeugerpreise über die Zwischenstufen bei den Verbrauchern ankommen.

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