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Hitze drosselt Polens Kohlekraftwerke und zwingt PSE erneut zum Kapazitätsmarkt

Polens Netzbetreiber PSE aktivierte erneut Verpflichtungen aus dem Kapazitätsmarkt, nachdem Hitze und begrenzte Kühlmöglichkeiten die Leistung mehrerer Kohlekraftwerke senkten. Am 6. August sollte die verfügbare Reserve zeitweise auf 597 MW fallen.

Hitze drosselt Polens Kohlekraftwerke und zwingt PSE erneut zum Kapazitätsmarkt

Reserve unterschreitet die Sicherheitsanforderung

Der polnische Übertragungsnetzbetreiber Polskie Sieci Elektroenergetyczne, kurz PSE, aktivierte am 6. August 2026 erneut den Kapazitätsmarkt, weil hohe Temperaturen mehrere Kohlekraftwerke einschränkten. Energia.rp.pl berichtete, dass zwischen 17 und 22 Uhr die gesetzlich vorgeschriebene Erzeugungsreserve fehlte. Für den angespanntesten Zeitraum von 17 bis 19 Uhr erwartete PSE einen Rückgang auf 932 bis 597 MW.

Der Tiefstwert lag damit unter 600 MW, nach knapp 660 MW bei der vorherigen Aktivierung am 4. August. Als operativen Richtwert für Gegenmaßnahmen verwendet PSE 1.000 MW, ungefähr die Leistung eines großen Kohlekraftwerks. Auch die über den Verbrauch hinaus verfügbare Kapazitätsmarge lag deutlich unter den 9%, die für einen sicheren Betrieb des Stromsystems erforderlich sind.

Die Aktivierung bedeutete keine unmittelbare Gefahr eines Blackouts. Erzeuger mit Kapazitätsverträgen mussten ihre zugesagte Leistung bereitstellen oder je nach Anlagentyp Strom ins Netz einspeisen. Vertraglich eingebundene Verbraucher mussten ihre Nachfrage reduzieren. PSE zufolge entstanden Haushaltskunden keine Einschränkungen, obwohl sie den Mechanismus über das Kapazitätsentgelt in ihrer Stromrechnung finanzieren.

Kühlgrenzen senken die Leistung großer Kohlestandorte

Der unmittelbare Druck ging vor allem von Eneas Kohleblöcken in Kozienice und Połaniec aus. Hinzu kamen Leistungsausfälle im PGE-Kraftwerk Turów. Nach Angaben von Energia.rp.pl verzeichneten 10 der 11 Blöcke in Kozienice außerplanmäßige Leistungsverluste. Der Block B11, Polens größter Kohleblock mit mehr als 1.000 MW, befand sich bereits seit Anfang Juli in einer zuvor geplanten Revision, die bis September dauern soll.

In Połaniec waren sieben von neun Blöcken von hohen Leistungsverlusten von mehr als 200 MW betroffen. Auch in Turów wurden Ausfälle gemeldet, während ein Block im Orlen-Heizkraftwerk EC Żerań stillstand. Die wachsende Zahl eingeschränkter Blöcke und die Verlängerung der Aktivierung auf vier Stunden zeigten eine Verschlechterung gegenüber dem 4. August, als der Mechanismus zwei Stunden lang galt.

Als wahrscheinlicher Grund für die Drosselungen gelten zu hohe Kühlwassertemperaturen. Das von den Kraftwerken verwendete Wasser wird in die Flüsse zurückgeleitet und darf dabei höchstens 35 Grad Celsius warm sein. Droht eine Überschreitung, müssen die Betreiber die Erzeugung reduzieren. Enea Wytwarzanie beobachtete nach eigenen Angaben bei hohen Temperaturen und länger ausbleibendem Regen zeitweise schwankende Abflüsse und niedrigere Wasserstände. In Kozienice beeinflusst die Verfügbarkeit von Wasser aus der Weichsel unmittelbar die Stabilität der Anlagenprozesse und die Sicherheit des polnischen Stromsystems.

Fünfte Aktivierung stellt den Reservemechanismus auf die Probe

Es war nach dem 30. Juni und dem 4. August die dritte Aktivierung des Kapazitätsmarktes im Jahr 2026 und die fünfte insgesamt. Zugleich wurde der Mechanismus zum zweiten Mal innerhalb einer Woche genutzt. Polen verabschiedete sein Kapazitätsmarktgesetz Ende 2017, um Erzeuger und teilnehmende Verbraucher für ihre Bereitschaft zu vergüten, wenn die Systemreserve nicht ausreicht.

PSE kann die Reserve normalerweise durch veränderte Wartungspläne, Anweisungen zur Mehrerzeugung, den Überlastbetrieb von Kraftwerken oder den Einsatz von Pumpspeichern sichern. Notimporte waren laut Energia.rp.pl diesmal nicht möglich, weil die Nachbarländer mit ähnlichen Bedingungen konfrontiert waren. Damit blieb der Kapazitätsmarkt das wichtigste Instrument, um den erforderlichen Puffer wiederherzustellen, während die Hitze die thermische Erzeugung weiter begrenzte.

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