Hafen Split investiert 8 Millionen Euro in Kroatiens erstes Bitumenlager
Der Hafen Split investiert 8 Millionen Euro in Kroatiens erste moderne landseitige Bitumentanks. Das auf zwei Jahre angelegte Projekt ersetzt die Zwischenlagerung auf Bargen durch ein geschlossenes System für die Straßenbaulieferkette Dalmatiens.
Landtanks ersetzen die Lagerung auf Bargen
Der Hafen Split startet eine Investition über 8 Millionen Euro in Kroatiens erste moderne landseitige Tanks speziell für Bitumen, berichten Poslovni.hr und Tportal.hr. Das Vorhaben umfasst die Planung und die vollständige bauliche Umsetzung in den kommenden zwei Jahren. Die bisherige Zwischenlagerung auf Bargen soll durch ein geschlossenes System an Land ersetzt werden.
Künftig soll das Bitumen nach dem Löschen direkt von den ankommenden Schiffen in die neuen Tanks geleitet werden. Der Hafen will so den langfristigen Bedarf an Lagerbargen im Hafenbecken verringern, weniger Ladung auf dem Wasser bewegen und den Logistikprozess besser kontrollieren. Zudem sollen Schiffe kürzer am Liegeplatz bleiben. Das könnte die Zuverlässigkeit der Lieferungen erhöhen und Kapazitäten für andere Hafenaktivitäten freisetzen.
Zentraler Zugang für Dalmatien
Bitumen ist ein wichtiger Rohstoff für den Bau und die Instandhaltung von Straßen. Der Hafen Split ist zugleich der einzige Zugangspunkt für die Versorgung Dalmatiens mit diesem Produkt. Die Investition betrifft damit eine stark gebündelte regionale Lieferkette: Seefracht gelangt über ein einziges Tor in den Markt und wird anschließend an Straßenbau- und Instandhaltungsprojekte verteilt.
Das Projekt schafft keine zweite Importroute, verändert jedoch die Abfertigung nach der Ankunft. Die geschlossene Lagerung soll Zwischenschritte und die Abhängigkeit von Bargen reduzieren. Betreiber erhalten dadurch mehr Kontrolle zwischen der Schiffsentladung und der Weiterverteilung an Land. Für Importeure und Einkäufer von Straßenbaumaterialien liegt der mögliche Vorteil vor allem in einer planbareren Verbindung zwischen Seetransport und Regionalmarkt. Angaben zur Lagerkapazität oder zum erwarteten Jahresumschlag liegen nicht vor.
Der heutige Bitumenumschlag erfolgt nach Angaben des Hafens bereits gemäß den geltenden Sicherheitsvorschriften und unter ständiger fachlicher Aufsicht. Die neue Infrastruktur soll Sicherheit und Umweltschutz durch weniger Arbeiten über dem Wasser weiter verbessern. Der Hafen überwacht zudem die Luft- und Meerwasserqualität. Das Gesundheitsinstitut der Gespanschaft Split-Dalmatien kontrolliert die Luft im weiteren Hafengebiet mit akkreditierten Verfahren. Laut Poslovni.hr lagen sämtliche bisherigen Ergebnisse innerhalb der vorgeschriebenen Grenzwerte.
Teil des kroatischen Investitionszyklus
Die Tanks entstehen in Zusammenarbeit mit der Hafenbehörde Split und den zuständigen Institutionen. Das Projekt folgt auf Investitionen von rund 600 Millionen Euro in das kroatische Hafensystem innerhalb der vergangenen sieben Jahre. Die Aufnahme Splits in den europäischen Ostsee–Adria-Verkehrskorridor hat seine strategische Bedeutung für die Verknüpfung von See-, Straßen- und Schienengüterverkehr zusätzlich gestärkt.
Split ist der einzige Frachthafen der Gespanschaft Split-Dalmatien und verbindet seit mehr als 80 Jahren See-, Straßen- und Schienenverkehr. Er schlägt fünf Hauptkategorien um: Massengut, Stückgut, Flüssigmassengut, Container und Ro-Ro-Ladung. Hafendirektor Filip Rogošić erklärte, das Bitumenprojekt werde die betriebliche Effizienz erhöhen und langfristig die Voraussetzungen schaffen, die Lagerung auf Bargen auf ein Minimum zu reduzieren. Für Kroatiens Straßenbaustoffversorgung ist es vor allem eine Modernisierung der Resilienz und Abfertigung an einem bestehenden Importtor, nicht eine durch veröffentlichte Mengenziele belegte Expansion.