Gyeongbuk stellt fast 90 Prozent der südkoreanischen Traubenexporte
Gyeongbuk exportierte im ersten Halbjahr 2026 Trauben im Wert von 16,01 Millionen $ und damit 44,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Provinz erreichte 89,8 Prozent der südkoreanischen Ausfuhren; über 99 Prozent der Exporttrauben entfielen auf Shine Muscat.
Gyeongbuk baut seine Exportführerschaft aus
Die südkoreanische Provinz Gyeongbuk stellte im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 89,8 Prozent der nationalen Traubenexporte und bestätigte damit ihre führende Position. Nach Provinzdaten, über die The Hankyoreh berichtete, exportierte Gyeongbuk von Januar bis Juni Trauben im Wert von 16,01 Millionen $. Das waren 44,2 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Südkoreas gesamte Traubenausfuhren erreichten in diesen sechs Monaten 17,82 Millionen $.
Bei der Menge fiel der Zuwachs noch stärker aus. Gyeongbuk lieferte 2.071 Tonnen ins Ausland, 85,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Da die Menge deutlich schneller wuchs als der Wert, lag der durchschnittliche Exportwert je Tonne unter dem Niveau des Vergleichszeitraums. Die verfügbaren Daten enthalten allerdings weder Preise nach Zielland noch eine Erklärung für diese Entwicklung. Für Erzeuger, Verpackungsbetriebe und Exporteure zeigen die Zahlen vor allem, dass Auslandsmärkte erheblich mehr Ware aufgenommen haben.
Shine Muscat dominiert das Auslandsgeschäft
Mehr als 99 Prozent der aus Gyeongbuk exportierten Trauben entfielen auf Shine Muscat. Laut The Korea Economic Daily hat die kernlose Sorte nach einer übermäßigen Ausweitung des Anbaus und einem steigenden Inlandsangebot in Südkorea an Attraktivität verloren. Im Ausland findet sie jedoch weiterhin Käufer. Der Export bietet den Betrieben damit einen zusätzlichen Absatzkanal, während das Überangebot die Position der Sorte am Heimatmarkt belastet.
Trauben aus Gyeongbuk werden gegenwärtig in mehr als 20 Länder und Märkte geliefert, darunter Taiwan, Hongkong und Singapur. Die Provinz will ihre Auslandswerbung mit länderspezifischen Maßnahmen verstärken und zugleich die Produktion weiter unterstützen. Die breite geografische Verteilung verringert die Abhängigkeit von einzelnen Absatzmärkten. Die nahezu vollständige Konzentration auf nur eine Sorte bleibt jedoch ein wirtschaftliches und produktionstechnisches Risiko.
Exportinfrastruktur über zwei Jahrzehnte aufgebaut
Bereits 2002 begann Gyeongbuk unter anderem in Sangju und Gimcheon mit dem Aufbau spezialisierter Anbaugebiete für Exporttrauben. Das Programm sollte die Einkommen der Betriebe erhöhen und Absatzmöglichkeiten für Überschüsse schaffen. Nachdem Shine Muscat 2014 aus dem Ausland eingeführt worden war, rückte die Provinz die Sorte ins Zentrum ihrer Förderung. Ab 2018 beschleunigten sich die Ausfuhren; damals überschritt der Exportwert erstmals 10 Millionen $.
Im Jahr 2020 wurde die Exportstruktur weiter gestärkt, als die Korea Grape Export Association Co., bekannt als K-grape, ihren Sitz aus der Provinz Gyeonggi nach Sangju verlegte. Dadurch rückte die Unterstützung näher an die Erzeuger und Verpackungsbetriebe. Im vergangenen Jahr erreichten Gyeongbuks Traubenexporte den Rekordwert von 63,31 Millionen $. Das verdeutlicht den Umfang, den der Sektor seit den ersten Investitionen in spezialisierte Produktionszonen erreicht hat.
Provinz erwartet mehr als 80 Millionen $
Gyeongbuk rechnet damit, dass die jährlichen Traubenexporte 80 Millionen $ übersteigen, sofern sich das aktuelle Wachstum fortsetzt und die Lieferungen während der Haupternte zunehmen. Damit würde nach dem Vorjahreswert von 63,31 Millionen $ erneut ein Rekord erreicht. Es handelt sich jedoch um eine Prognose der Provinz und nicht um bereits realisierte Umsätze. Das Ergebnis hängt im weiteren Verlauf von 2026 von Erntemenge, Fruchtqualität und Auslandsnachfrage ab.
Die Halbjahreszahlen zeigen die starke Konzentration der südkoreanischen Lieferkette für frische Exporttrauben: Etwa neun von zehn ins Ausland versandten Kisten stammen aus Gyeongbuk. Diese Stellung verschafft den örtlichen Erzeugern, Verpackern und Exportorganisationen erhebliche Größenvorteile. Zugleich können Veränderungen bei Gyeongbuks Ernte oder bei der Auslandsnachfrage nach Shine Muscat das nationale Exportergebnis deutlich beeinflussen.