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Guinea setzt bei der Selbstversorgung mit Reis auf China und Brasilien

Guinea baut die Zusammenarbeit mit China und Brasilien aus, um die heimische Reisproduktion zu steigern und die Importabhängigkeit zu senken. Brasilianisches Produktivitätswissen soll dabei mit chinesischen Hybridreissorten, Mechanisierung und Schulungen verbunden werden.

Guinea setzt bei der Selbstversorgung mit Reis auf China und Brasilien

Abkommen mit Brasilien erweitert Guineas Partnerkreis

Guinea greift auf landwirtschaftliches Fachwissen aus China und Brasilien zurück, um die heimische Reisproduktion zu erhöhen und der Selbstversorgung näherzukommen. Reis zählt zu den wichtigsten angebauten und konsumierten Getreidearten des Landes. Das lokale Angebot reicht jedoch nicht aus, weshalb Guinea weiterhin Reis aus Asien importiert.

Nach Angaben der African Press Agency unterzeichnete Guineas Landwirtschaftsministerium am 4. September in Conakry eine Absichtserklärung mit dem brasilianischen Daniel-Franco-Institut. Landwirtschaftsminister Félix Lamah unterzeichnete das Abkommen, das die Ernährungssouveränität stärken und die Selbstversorgung mit Reis beschleunigen soll. Guinea soll insbesondere beim Reisanbau von brasilianischer Erfahrung bei der Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität profitieren. Investitionssumme, Produktionsziel und Zeitplan wurden nicht veröffentlicht.

Chinesisches Projekt konzentriert sich auf Hybridreis

Das brasilianische Abkommen ergänzt ein länger laufendes Programm mit China. China.org.cn berichtete, dass China und Guinea 2019 in der Unterpräfektur Koba ein Pilotprojekt für Hybridreis gestartet haben. Chinesische Agrarfachleute und Guineas Landwirtschaftsministerium führen seither Sortenversuche durch und fördern Anbaumethoden, die an die örtlichen Bedingungen angepasst sind.

Im Juli 2026 teilte Guineas Regierung mit, YILONGHE Plantation et Développement Agricole Guinée SARL habe ein auf Hybridreis basierendes Agrarsystem vorgestellt. Seit 2019 durchgeführte Untersuchungen guineischer Böden hätten nach Unternehmensangaben die Machbarkeit bestätigt. Für die Demonstrations- und Saatgutentwicklungsphase werden rund 1.000 Hektar benötigt. Vorgesehen ist zudem, örtlichen Landwirten Verfahren und Kenntnisse zur Erzeugung von Hybridreissaatgut zu vermitteln.

Dem Projekt waren Gespräche zwischen Guineas Premierminister und Chinas Ministerpräsident Li Qiang am Rande des 17. Jahrestreffens der New Champions des Weltwirtschaftsforums vorausgegangen. Guineas Regierung sagte Unterstützung bei der Bereitstellung der Versuchsflächen zu. Unabhängig davon stellte China Guinea im Juli 2026 nach Angaben des Ministeriums für Planung, internationale Zusammenarbeit und Entwicklung 2.450 Tonnen Reis als Nahrungsmittelhilfe zur Verfügung.

Produktionsziele stoßen auf Umsetzungsrisiken

Guinea hat bereits ehrgeizige Ziele formuliert. Zum Auftakt der Agrarkampagne 2025 kündigte die Regierung an, die Reisproduktion von 1.444.670 Tonnen auf 2.572.961 Tonnen steigern zu wollen. Derselbe Regierungsbericht bezifferte die Ernteverluste durch Überschwemmungen, Schädlinge und Klimastörungen in der vorherigen Kampagne auf mehr als 38.000 Hektar. Das verdeutlicht die operativen und wetterbedingten Risiken einer Expansion.

Für Erzeuger könnten die Partnerschaften den Zugang zu Saatguttechnik, Maschinen und agronomischem Wissen verbessern. Für Händler und Importeure hängt die Wirkung davon ab, ob sich die Pilotprojekte zu wirtschaftlich tragfähiger Produktion ausbauen lassen. Die Vereinbarungen legen bislang weder fest, wann zusätzliche heimische Mengen auf den Markt kommen, noch welchen Teil der Importe sie ersetzen könnten.

Die Weltbank erklärte, der 2026 gestartete AgriConnect-Pakt Guineas solle bis 2030 die Ernährungssicherheit verbessern, Arbeitsplätze in Landwirtschaft und Nahrungsmittelwirtschaft schaffen und die Importabhängigkeit bei Grundnahrungsmitteln wie Reis verringern. Die Kooperation mit China und Brasilien ist damit Teil einer breiteren Produktionspolitik. Ihre Handelswirkung wird sich letztlich an Erträgen, Ernteflächen, Verarbeitungskapazitäten und der Zuverlässigkeit des lokalen Angebots messen lassen, nicht an der Zahl der unterzeichneten Abkommen.

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