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Grüne Nachfrage verändert Vietnams Verpackungsmarkt unter strengeren EU-Regeln

Nachhaltige Verpackungen entwickeln sich in Vietnam vom reinen Compliance-Thema zum Wachstumstreiber. Laut einer Umfrage von Vietnam Report sehen 81,2 % der Unternehmen grüne Konsumtrends und nachhaltige Verpackungsanforderungen als wichtigen Impuls; alle Befragten wollen 2026 ihre ESG-Investitionen erhöhen.

Grüne Nachfrage verändert Vietnams Verpackungsmarkt unter strengeren EU-Regeln

Nachhaltigkeit wird zum kommerziellen Wachstumstreiber

Vietnams Verpackungsmarkt tritt in eine neue Phase ein, in der Umweltleistung, digitale Fähigkeiten und Informationstransparenz zunehmend über die Wettbewerbsfähigkeit entscheiden. Laut VnEconomy zeigt eine neue Erhebung von Vietnam Report, dass 81,2 % der Verpackungsunternehmen grünen Konsum und die Nachfrage nach nachhaltigen Verpackungen als wichtigen Wachstumstreiber betrachten. Damit liegt dieser Faktor vor der Erholung des Inlandskonsums, die 65,7 % nannten.

Unterstützt wird der Wandel durch die Erholung von Produktion, Verbrauch und Exporten. 2025 schufen die erweiterte Herstellerverantwortung, kurz EPR, und andere Umweltauflagen vor allem neue Compliance-Regeln. 2026 greift der Druck tiefer in die Auswahl von Rohstoffen, die Organisation der Produktion und das Lieferkettenmanagement ein. Die EU-Verordnung 2025/40 über Verpackungen und Verpackungsabfälle, bekannt als PPWR, soll ab dem 12. August 2026 vollständig gelten und Design, Materialeinsatz, Wiederverwendung, Recycling sowie Abfallmanagement erfassen.

Kunden wollen grünere Verpackungen, bleiben aber preissensibel

Die Erhebung von Vietnam Report zeigt, dass 96,5 % der Verpackungsunternehmen Pläne erstellt und ihre ESG-Zusagen teilweise umgesetzt haben. Sämtliche Befragten meldeten steigende ESG-Anforderungen von Kunden und Partnern; zugleich wollen 100 % ihre ESG-Investitionen 2026 erhöhen. Nachhaltigkeit geht damit über Unternehmensversprechen hinaus und wird Teil von Geschäftsbeziehungen und Lieferantenentscheidungen.

Die Verbraucher bewegen sich in dieselbe Richtung, doch der Preis bleibt entscheidend. 33,9 % sind stets bereit, für Produkte mit umweltfreundlicher Verpackung mehr zu zahlen; 53,9 % akzeptieren einen Aufpreis, wenn er angemessen ist. Weitere 9 % würden solche Verpackungen nur ohne verfügbare Alternative wählen, und 3,3 % lehnen Mehrkosten ab. Anbieter müssen daher die Umweltleistung verbessern und zugleich die Bezahlbarkeit für Hersteller und Verbraucher sichern.

Informationen und Recyclingmaterial gewinnen an Gewicht

Klare, vollständige und gut lesbare Produktinformationen waren mit 73,8 % das am häufigsten genannte Verpackungsmerkmal. Benutzer- und Lagerfreundlichkeit folgten mit 59,4 %, attraktives Design mit 54,2 %. Umweltfreundlichkeit, Wiederverwendbarkeit oder leichte Abbaubarkeit waren für 41,9 % relevant. Verpackungen werden damit zunehmend als Quelle verlässlicher Informationen und praktischer Funktionalität bewertet, nicht nur als optisches Verkaufsinstrument.

Auch die Rohstoffstrategie verändert sich. Alle befragten Unternehmen bezeichneten den stärkeren Einsatz von Recyclingmaterial als wichtigsten ESG-Trend der kommenden fünf Jahre. VnEconomy bringt diese Priorität mit strengeren Anforderungen wichtiger Exportmärkte in Verbindung, insbesondere der EU-Vorgaben zu Recyclingfähigkeit und Rezyklatanteil. Der Zugang zu geeigneten Materialien, belastbare Nachweise und gleichbleibende Qualität werden darüber entscheiden, ob vietnamesische Anbieter ihre Stellung in internationalen Lieferketten halten können.

Datensysteme werden für die ESG-Umsetzung unverzichtbar

Die Unternehmen weiten ihr Umweltmanagement über die Werkstore hinaus aus. 57,7 % priorisieren die Senkung der CO₂-Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, während 50,1 % die Herkunft von Rohstoffen besser verfolgen wollen. Damit fließen Lieferanten, Transport und das Lebensende der Verpackung in die Messung ein, entsprechend dem Wertschöpfungskettenansatz des GHG Protocol für Scope-3-Emissionen.

Von der digitalen Leistungsfähigkeit hängt ab, wie zuverlässig Unternehmen Rezyklatanteile, Ressourcenverbrauch, Emissionen und Materialherkunft belegen können. 68,4 % setzen Technologie bereits in einzelnen Produktions- oder Verwaltungsprozessen ein, 25,9 % unternehmensweit. Vietnam Report erwartet für 2026 einen neuen Wachstumszyklus der Branche. Anbieter, die nachhaltige Materialien, nachvollziehbare Daten und kosteneffiziente Produktion verbinden, dürften sowohl im sich erholenden Binnenmarkt als auch bei Exportkunden mit strengeren Verpackungsstandards besser positioniert sein.

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